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LinkedIn-Studie

Frauen verhandeln seltener über ihr Gehalt 

05. März 2021, 10:26 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Frauen verhandeln seltener über ihr Gehalt 
© Bild: Adobe Stock

41 Prozent der Frauen haben noch nie ihr Gehalt verhandelt, bei den Männern sind es nur 26 Prozent. Das hat LinkedIn in einer aktuellen Umfrage herausgefunden.

LinkedIn hat untersucht,  wie Frauen und Männer das Thema Gehalt und Weiterentwicklung im Job angehen. Dabei zeigen sich große Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Sowohl im bestehenden als auch bei Antritt eines neuen Jobs haben 41 Prozent der Frauen noch nie über ihr Gehalt verhandelt, wohingegen dieser Anteil unter Männern nur 26 Prozent beträgt. Fast die Hälfte (48 Prozent) der befragten Männer haben abseits eines Jahresgesprächs nach einer Beförderung gefragt. Unter den Frauen beläuft sich dieser Anteil nur auf 37 Prozent. Ein ähnliches Verhältnis zeigt sich bei Fragen nach einer Gehaltserhöhung außerhalb der Regel: 43 gegenüber 32 Prozent. Ein gutes Drittel (34 Prozent) der Frauen fühlt sich unsicher, was die Regeln in einem Gehaltsgespräch anbelangt – auch dieser Anteil ist mit 23 Prozent unter Männern geringer.

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„Entitlement Gap“ – die Lücke zwischen den Geschlechtern 

Die Ansprüche, die Männer und Frauen hinsichtlich Gehalt und Position an ihren Arbeitgeber stellen und kommunizieren, unterscheiden sich deutlich, wie die Daten der LinkedIn Umfrage hervorheben.

Allerdings ist auch das Bewusstsein für diese Diskrepanz, die sogenannte „Entitlement Gap“ bei Männern und Frauen unterschiedlich ausgeprägt. Immerhin 36 Prozent der Männer geben an, dass diese Lücke nicht existieren würde, unter den Frauen glaubt das nur jede vierte (26 Prozent). 41 Prozent der Arbeitnehmerinnen haben das Phänomen entweder bereits selbst erlebt oder bei Kolleginnen beobachten können.

Ein Aspekt, bei dem es kaum einen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt, ist hingegen der eigene Anspruch. 76 Prozent der Männer und 74 Prozent der Frauen bezeichnen sich selbst als ehrgeizig im Beruf.

Was können Frauen selbst tun?

Prof. Dr. Monika Sieverding von der Universität Heidelberg forscht zu Geschlechtern und Gesundheitspsychologie und gibt Frauen u.a. folgenden Tipp: "Eine gute, selbstbewusste und authentische Einschätzung der eigenen Qualifikationen ist vor allem in Bewerbungsgesprächen und Verhandlungssituationen sehr wichtig. Übermäßige Bescheidenheit wird in diesen Kontexten nie belohnt. Es hilft, sich verschiedene Perspektive einzuholen und Bewerbungs- und Verhandlungsgespräche mit befreundeten Kolleg:innen zu üben! Dabei ist es wichtig, sich auch „schwierigen“ Fragen zu stellen und selbstbewusste Antworten darauf vorzubereiten. Ein kurzer, überzeugender „Elevator Pitch“, in dem Frauen ihre Qualifikationen und Stärken vorstellen, kann wahre Wunder wirken."

Vorab sollte man sich über übliche Gehälter und Spielräume in der relevanten Branche/Position sowie über Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten informieren, so Sieverding. Das sei die Grundlage für eine erfolgreiche Verhandlung.
 

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