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MINT-Berufe können mit Hochschul-Abschlüssen mithalten

21. November 2022, 8:57 Uhr | Corinne Schindlbeck
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Das Lebensentgelt steigt fast immer mit dem Anforderungsniveau des Berufs. In MINT-Berufen können Beschäftigte mit einer Berufsausbildung und anschließendem Fortbildungsabschluss sogar mit den Lebensentgelten von Hochschulabsolventen mithalten. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie.

Studium oder Ausbildung? Mit Blick auf das Brutto-Lebensentgelt ist diese Frage zumindest im MINT-Bereich nicht sehr entscheidend. Hier erzielen Spezialisten ein durchschnittliches Brutto-Lebensentgelt von mehr als 2,7 Millionen Euro. »Sie erreichen damit ein Lebensentgelt, das über dem durchschnittlichen Lebensentgelt von Experten mit Hochschulabschlüssen liegt«, so Studienautor und IAB-Forscher Heiko Stüber. Grund sei das hohe Anforderungsniveau in den MINT-Berufen. Kontinuierliche Weiterbildung, wie häufig nötig in MINT-Berufen, ist dabei ein wichtiger Einflussfaktor.

Das durchschnittliche Brutto-Lebensentgelt von Fachkräften, die in der Regel eine zwei- bis dreijährige Berufsausbildung absolviert haben, beträgt 1,7 Millionen Euro. Spezialisten (also Personen, die über ihre berufliche Ausbildung hinaus einen Fortbildungsabschluss wie einen Meister-, Techniker- oder Fachwirtabschluss haben), verdienen ein durchschnittliches Brutto-Lebensentgelt von 2,4 Millionen Euro. In Mathematik-, Biologie-, Chemie- und Physikberufen sowie in IT-Berufen erzielen solche Spezialisten sogar ein durchschnittliches Brutto-Lebensentgelt von mehr als 2,69 Millionen Euro – also fast genauso viel wie Experten mit Hochschulabschluss: hier liegen die Brutto-Lebensentgelte bei durchschnittlich 2,7 Millionen Euro.
Die Gruppen der Spezialisten und Experten sind sich über die letzten Jahre also ähnlicher geworden, nicht zuletzt durch die Durchlässigkeit hinsichtlich Bachelor- und Masterabschlüssen. Bisherige Abgrenzungen hinsichtlich Einkommen und Qualifikation haben sich damit verschoben.

Fazit: »Experten erreichen zwar im Durchschnitt das höchste Lebensentgelt, es liegt aber nicht per se über dem von Fachkräften oder Spezialisten in anderen Berufen«, erklärt IAB-Forscher Stüber.

Mit 1,12 Millionen Euro erhalten Fachkräfte in Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen das niedrigste Lebensentgelt; in Informatik-, Informations- und Kommunikationstechnologie-Berufen bekommen sie das höchste und verdienen über ihr gesamtes Erwerbsleben hinweg etwa 2,52 Millionen Euro brutto.

Aufgrund der steigenden Fachkräfteengpässe erwartet das IAB zumindest in bestimmten Berufsgruppen in den nächsten Jahren einen überproportionalen Anstieg der Entgelte von Fachkräften und Spezialisten im Vergleich zur Steigerung der Löhne insgesamt. 


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