Schwerpunkte

Fleisch aus dem Lebensmitteldrucker

Akzeptanz wächst

18. August 2021, 10:08 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Akzeptanz wächst
© WEKA Fachmedien

Immer mehr Menschen können sich vorstellen, auf künstlich erzeugtes Fleisch aus Tierzellen umzusteigen, zeigt eine Bitkom-Umfrage.

Die Currywurst als Kraftriegel - Fleisch gehört für viele Deutsche zur Ernährung dazu.

Allerdings hinterfragt eine wachsende Anzahl von Menschen zunehmend die Auswirkungen ihres Fleischkonsums auf Umwelt und Klima – und kann sich laut einer aktuellen Umfrage gut vorstellen, auch künstlich erzeugtes Fleisch in den Speiseplan zu integrieren: ein Sechstel (17 Prozent) der Bundesbürger:innen würde Fleisch aus dem 3D-Drucker essen.

Bei diesem Verfahren wird mithilfe eines Lebensmitteldruckers etwa aus Rinder-Zellen ein Stück Fleisch produziert. Noch ist diese Art der Fleischproduktion nicht massenmarkttauglich, aber die Akzeptanz wächst: So konnte sich 2019 erst ein Achtel (13 Prozent) vorstellen, Fleisch aus dem 3D-Drucker zu essen.

Gleichzeitig sinkt die Skepsis: Zwar wollen 24 Prozent künstlich hergestelltes Fleisch eher nicht probieren und etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) will das auf keinen Fall – 2019 haben jedoch noch 62 Prozent Fleisch aus digitaler Produktion kategorisch ausgeschlossen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter 1.007 Personen in Deutschland ab 16 Jahren, die vom Digitalverband Bitkom in Auftrag gegeben wurde.

„Zunehmend mehr Menschen sind sich den Auswirkungen des Fleischkonsums auf Umwelt und Klima bewusst und bereit, dafür alternative Wege zu gehen. Manchen fällt es dennoch schwer, ihre Essgewohnheiten umzustellen, und viele wollen auf Fleisch nicht verzichten. An dieser Stelle kann die digitale Fleischproduktion etwa aus dem 3D-Drucker eine Lösung sein“, erklärt Andreas Schweikert, Bereichsleiter für Landwirtschaft beim Bitkom.

Die Sorge um den Klimawandel veranlasst bereits viele, weniger oder gar kein Fleisch mehr zu essen: 45 Prozent haben deswegen ihren Konsum von Currywurst, Schnitzel und Co. zumindest etwas reduziert. 10 Prozent verzichten sogar komplett darauf. 24 Prozent der Befragten würden den Fleischkonsum reduzieren, nur gelingt es ihnen nicht. Lediglich ein Fünftel (20 Prozent) der Befragten hat kein Interesse daran, weniger Fleisch zu essen. Frauen (51 Prozent) sind insgesamt eher dazu bereit, weniger oder gar kein Fleisch mehr zu sich zu nehmen, als Männer (38 Prozent). 10 Prozent essen schon länger oder aus anderen Gründen weniger oder gar kein Fleisch mehr.


 

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