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FPGA-Designsoftware: Von Web-based bis zum "Maßanzug"

27. April 2012, 15:07 Uhr | Alfred Goldbacher

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Ein „Diamant“ unter den Tools für Programmierbare Logikbausteine?

FPGA-Designsoftware
Version 1.4 der Diamond-Design-Software
© Lattice Semiconductor

Kurz vor Jahresende 2011 brachte Lattice Semiconductor die Version 1.4 seiner Diamond-Design-Software auf den Markt. Das Design-Tool für FPGA-Produkte des Herstellers verfügt über interessante Funktionen wie zum Beispiel eine Takt-Jitter-Analyse. Es ist zudem auch in die Lattice-PAC-Designer-6.2-Mixed-Signal-Designwerkzeuge integriert. und bietet Design-Unterstützung für die programmierbaren Mixed-Signal-Platform-Manager-Bauteile.

Ein weiteres interessantes Feature, das auch in der Vorgängerversion verfügbar war, hilft dem Benutzer dabei, sein Design auf ein kostengünstigeres Bauteil innerhalb der gleichen Bauteilfamilie umzustellen und dabei das aktuelle Gehäuse- und Leiterplatten-Layout beizubehalten. Diese Funktion gibt es nicht nur bei der MachXO2-Bauteilfamilie, sondern auch bei den LatticeECP3-FPGA-Bausteinen.

Der Benutzer erhält Informationen zur Pin-Umstellung in den Gehäuse- und Tabellenkalkulations-Ansichten, die auch inkompatible Pins darstellen. Die Pin-Umstellungsinformationen lassen sich zudem auch in die Pin-Layoutdatei exportieren.

Die Diamond-1.4-Version enthält eine Vielfalt an nützlichen Funktionsverbesserungen, mit denen man ganze Seiten füllen könnte: Beispielsweise liefert sie nach der Synthese Bauteilressourcen-Nutzungsdaten für jede logische Ebene der Design-Hierarchie. So können Benutzer frühzeitig Entscheidungen über die Strukturierung ihres Designs fällen und die Nutzung des Gesamt-Bauteils optimieren.

Zur Untersuchung von Design-Alternativen kann der Benutzer bei Einsatz einer Parallelverarbeitung der verschiedenen vom Run Manager bereitgestellten Implementationen den besten Programmlauf auswählen.

In das Diamond-Programmpaket eingebunden sind ferner Werkzeuge von Drittanbeitern – so zum Beispiel die Synopsys-Synplify-Pro-FPGA-Synthesesoftware für Windows und Linux sowie auch der Active-HDL-Lattice-Edition-II-Simulator von Aldec.

Die Diamond-1.4-Software steht auf der Lattice-Website nach Anmeldung unter für Windows und Linux zum Download zur Verfügung. Nach Download und Installation lässt sich die Software entweder als Gratislizenz oder als Subskriptionslizenz verwenden. Erstere bietet einen kostenfreien Zugriff auf gängige Lattice-Bausteine wie die MachXO2- und MachXO-Bausteinfamilien, die LatticeXP2-FPGA-Familie und die LatticeECP2-FPGA-Familie. Die Gratislizenz aktiviert auch die Synopsys-Synplify-Pro-for-Lattice-Synthesefunktionen sowie den Aldec-Lattice-Edition-II-Mixed-Language-Simulator. Wer auch Software-Unterstützung für alle Lattice-FPGAs einschließlich der LatticeECP3-Bausteine haben möchte, muss sich für die Subskriptionslizenz entscheiden.

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FPGA-Designsoftware
Precision-Synthesis-Software
© Mentor Graphics

Anbieterübergreifende Synthesesoftware von Mentor Graphics

Mentor Graphics bietet mit Precise-IP eine anbieterunabhängige IP-Plattform. Diese Plattform ist Teil der Precision-Synthesis-Produktlinie und beinhaltet anbieterunabhängige konfigurierbare IP von Mentor Graphics sowie Links zu kategorisierter Third-Party-IP von führenden Anbietern. Der leicht zu bedienende Wizard erzeugt synthetisierbare IP, die auf den Parametereinstellungen der Anwender basiert. Um die Konformität der Konfiguration zu gewährleisten, werden die Konfigurationsparameter von einer selbstprüfenden GUI validiert. Die IP-Kerne sind so optimiert, dass sie für alle FPGA-Familien qualitativ hochwertige Ergebnisse liefern.

Ein umfangreicher Katalog komplexer IP-Cores – zum Beispiel Prozessoren, Schnittstellen-Controllern und anwendungsspezifischen Kernen – wird von führenden IP-Anbietern zur Verfügung gestellt und ist für mehrere FPGA-Familien erhältlich. Folgende Unternehmen sind am Precise-IP-Partnerprogramm beteiligt: ARC, ARM, Aeroflex Gaisler, CAST, Eureka Technology, Helion, IPextreme, Innovative Logic und OptNgn.

Die letzte nennenswerte Neuerung innerhalb der Precision-Synthesis-Produktlinie stammt vom Mai 2011, als der Software-Anbieter den Support für die neuen 28-nm-Virtex-7- und Kintex-7-FPGA-Propduktreihen bekanntgab und zudem ankündigte, den Support auf die Artix-7-Serien ausweiten zu wollen.

In die Produktlinie integriert sind sechs verschiedene Programmpakete wie Leonardo Spectrum, Precision Physical und Precision-RTL-Plus. Letzteres verfügt über zahlreiche Funktionen; so zum Beispiel führt es automatische inkrementale Synthesen durch, um den Einfluss von späten Änderungen im Designzyklus zu verringern, und es enthält eine zum Patent angemeldete Funktion zur effizienten Nutzung von Architekturblöcken.


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