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Operationsverstärker zum Geburtstag

06. September 2021, 08:46 Uhr   |  Iris Stroh

Operationsverstärker zum Geburtstag
© WEKA Fachmedien/ROHM

Operationsverstärker der EMARMOUR-Serie: Hohe Störfestigkeit, verbesserte Zuverlässigkeit und reduzierter Entwicklungsaufwand

ROHM bringt mit der BD8758xY-Serie (BD87581YG-C, BD87582YFVM-C) ein- und zweikanalige Hochgeschwindigkeits-CMOS-Operationsverstärker mit Rail-to-Rail-Technologie auf den Markt, genau zu dem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen sein 50-jähriges Jubiläum in Europa feiert.

Die Operationsverstärker von ROHM zeichnen sich laut Unternehmensangabe durch eine verbesserte Störfestigkeit gegenüber elektromagnetischen Interferenzen (EMI) sowie einen Versorgungsspannungsbereich von 4,0 bis 14,0 V aus. Der Eingangsspannungsbereich liegt zwischen VSS und VDD, der Ausgangsspannungsbereich zwischen VSS + 0,03 V und VDD - 0,05 V. Die Ausgangsspannung schwankt über das gesamte Rauschfrequenzband um ±10 mV und damit um ein Dreißigstel weniger als bei herkömmlichen Operationsverstärkern. Die Anstiegsrate ist mit 3,5 V/µs spezifiziert. Der Ruhestrom beträgt 0,001 nA. Als Gehäuseversionen stehen SSOP5 (BD87581YG-C) und MSOP8 (BD87582YFVM-C) zur Verfügung. Die BD8758xY-Serie eignet sich für Automobil- und Industrieanwendungen, in denen eine Hochgeschwindigkeits-Sensorik in Umgebung mit hohen Störungen zum Einsatz kommt. Beispiele hierfür sind Motorsteuergeräte für Fahrzeuge und Anomalie-Erkennungssysteme für Fabrikautomatisierungsanlagen.

Fortschritte bei der Elektrifizierung und bei immer dichter bestückter Elektronik haben in Elektrofahrzeugen und mit ADAS ausgestatteten Automobilen das Umgebungsrauschen verstärkt. Während der Entwicklung von Kraftfahrzeugen ist es jedoch äußerst schwierig, das Rauschen einzelner Baugruppen und Systeme zu bewerten. Dies kann erst nach der Montage erfolgen. Einige Resultate erfordern zudem Verbesserungen, wie zum Beispiel umfangreiche Entstörmaßnahmen zur Verringerung des Rauschens.

Als Reaktion darauf brachte ROHM 2017 die EMARMOUR-Serie auf den Markt. Diese zeichnet sich laut Unternehmensangabe durch eine hohe Rauschunempfindlichkeit aus. Zudem ermöglicht EMARMOUR die Reduktion von Ressourcen für die Entwicklung von Entstörmaßnahmen. Hierbei leisten auch ROHMs vertikal integriertes Produktionssystem sowie die proprietäre analoge Designtechnologie des Unternehmens einen positiven Beitrag.

Die neue BD8758xY-Serie hat in vier internationalen EMV-Prüfungen eine hohe Störfestigkeit gezeigt. Bei den von Fahrzeugherstellern gemäß ISO 11452-2 durchgeführten Funkwellen-Emissionstests schwankt die Ausgangsspannung von Standardprodukten in allen Frequenzbändern um mehr als ±300 mV, während es bei der BD8758xY-Serie zu Schwankungen der Ausgangsspannung von nur ±10 mV kommt. Gleichzeitig ermöglicht die CMOS-Struktur eine präzise, schnelle Signalverstärkung ohne Beeinträchtigung durch externes Rauschen, wenn die Installation in den letzten Blöcken von Sensoranwendungen erfolgt. Dies verbessert nicht nur die Zuverlässigkeit erheblich, sondern verkürzt auch die Entwicklungszeit einer Vielzahl von Anwendungen, einschließlich Anomalie-Erkennungssystemen.

Um Nachbesserungen nach dem Prototyping zu vermeiden, bietet ROHM mit dem »ROHM Real Model« ein hochpräzises SPICE-Modell, das die elektrischen und Temperatureigenschaften des realen ICs mit den Simulationswerten abgleicht.

Geburtstag – ein Grund zum Feiern

ROHM Semiconductor Europe wurde 1971 mit Hauptsitz in Willich bei Düsseldorf gegründet. Heute gibt es acht Büros in sechs europäischen Ländern: in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Finnland und Italien. Darüber hinaus produziert ROHMs Tochterunternehmen SiCrystal in Nürnberg Siliziumkarbid-Wafer für den weltweiten Markt. »Wir konzentrieren uns auf Power- und Analoglösungen und erfüllen damit die Anforderungen unserer Kunden hinsichtlich Energieeinsparung und Verkleinerung ihrer Produkte«, erklärt Wolfram Harnack, Präsident von ROHM Semiconductor Europe.

Das Europageschäft von ROHM bedient die Automobilindustrie sowie industrielle Anwendungsbereiche. »Zum Beispiel fragen Automobilhersteller unsere Siliziumkarbid-Bauelemente für die Produktion von Elektroautos stark nach. Darüber hinaus sehen wir auch spannende Projekte im industriellen Bereich und erwarten ein großes Wachstum in Europa – insbesondere im Bereich der Infrastruktur für E-Mobilität und alternative Energien«, so Harnack weiter.

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