Schwerpunkte

Software-Entwicklung mit Low Code

8 Trends für 2021

11. Januar 2021, 15:00 Uhr   |  Tobias Schlichtmeier

8 Trends für 2021
© Pixabay

Während der Pandemie ermöglichte die modellbasierte Software-Entwicklung mit Low Code den Unternehmen ein schnelles Anpassen des Betriebs. Hierfür nötige digitale Anwendungen konnten mit Low-Code erheblich schneller entwickelt werden. Dieser Trend setzt sich im Jahr 2021 fort.

Die Siemens-Tochter Mendix, führend im Bereich der Low-Code-Software-Entwicklung, erklärt, welche Trends im Bereich Software und digitale Transformation im Jahr 2021 ausschlaggebend sein werden. Eine schnelle, agile Software-Entwicklung steht dabei ganz vorne: Analysten von Forrester schätzen, dass 75 Prozent der gesamten Unternehmenssoftware in diesem Jahr mithilfe von Low-Code entwickelt wird. Einige Branchenbeobachter wollen laut Mendix sogar das »Jahr des Low Code« sehen. Experten von Mendix wiederum weisen auf acht Schlüsseltrends für 2021 hin und beschreiben, wie Low-Code das Bereitstellen wichtiger digitaler Anwendungen beschleunigen wird.

Das sind die Trends für 2021

1. Low-Code-Plattformen gehen über Anwendungsentwicklung hinaus
Gartner stimmt mit Forrester überein, dass 75 Prozent aller Software-Entwicklung bald auf Low-Code- Plattformen basieren wird. Bestehen können lediglich solche Anwendungen, die All-in-One-Funk- tionen bieten und die Kernprinzipien von Low-Code – Abstraktion, Automatisierung und nahtlose Konnektivität – auf angrenzende Techniken und Services ausweiten. Außerdem werden laut Mendix-CTO Johan den Haan entstehende Low-Code-Ökosysteme die Geschäftsinnovation unterstützen. Der Technologie-Stack werde sich horizontal erweitern, um eine integrierte Entwicklererfahrung mit einfacher Drag-and-Drop-Funktion für Datenintegration, Data Science Insights sowie den Aufbau von KI-Anwendungen zu ermöglichen.

2. Die Rechenleistung verlagert sich hin zum Edge
Edge Computing, bei dem die Rechenleistung so nah wie möglich an den Punkt der Datenerfassung verlagert wird, wird im Jahr 2021 weiter ansteigen. Schon jetzt setzen mehr als 50 Prozent bei neuen IT-Infrastrukturen in Unternehmen auf Edge Computing als Alternative zu zentralisierten Rechenzentren. Außerdem planen 34 Prozent der weltweiten Hersteller in diesem Jahr IoT-Anwendungen in ihre Prozesse und in ihre Produkte zu integrieren. »Die Low-Code-Softwareentwicklung nutzt dieses Ökosystem, um die Komplexität zu reduzieren, sagt den Haan. In dieser Umgebung können Apps, die verwertbaren Daten extrahieren und Business Intelligence kann insbesondere Industrieunternehmen stärken.«

3. Multi-Experience geht über Web und Mobile hinaus
Im nächsten Schritt werden Entwickler das Nutzererlebnis über Geräte hinweg mit Daten aus Back-End-Systemen für eine einheitliche Erfahrung auf dem Smartphone, persönlich oder über Chatbots erweitern. Mit Multi-Experience wird laut Mendix ein Gesamterlebnis für den Nutzer geschaffen, um beispielsweise eine hohe Kundenbindung zu erreichen. Das erfordert von Unternehmen, Silos aufzubrechen, funktionsübergreifend zu automatisieren und abteilungsübergreifend auf jedem Gerät zu kommunizieren, um sowohl das Kunden- als auch das Mitarbeitererlebnis zu optimieren. Unternehmen werden gezwungen sein, ganzheitlich über Automatisierung als Grundlage der Arbeitsabläufe nachzudenken.

4. Augmented Reality treibt den Geschäftserfolg voran
Augmented Reality (AR) war in der Vergangenheit von der Suche nach leichten, benutzerfreundlichen Geräten mit genügend Rechenleistung geprägt. Im Jahr 2021 wird die Fähigkeit von AR, Informationen zu visualisieren, Schulungen und Beratungen zu ermöglichen und Remote Work in Form eines »digitalen Zwillings« zu erleichtern, weiterhin den Geschäftserfolg beeinflussen. Angesichts des letztjährigen Anstiegs von Entlassungen, leeren Kinos und Einkaufszentren erwartet Mendix, dass Immobilienverwalter, Einzelhandel und Live-Veranstalter ungenutzte physische Standorte umwandeln. Low-Code-Softwareentwicklung wird es den Organisationen ermöglichen, erfolgreich auf Augmented Reality umzusteigen.

5. KI ohne Stützräder
Im Jahr 2021 wird ein Durchbruch bei angewandten KI-Anwendungsfällen erwartet, sobald das OpenAI-Konsortium seine neue Programmierschnittstelle GTP-3 (Generative Pre-trained Transformer 3) allgemein verfügbar macht. Das Allzweck-Sprachmodell macht es überflüssig, KI-Algorithmen auf riesigen Datensätzen und teurer Hardware zu trainieren. Damit ahmt das Non-Profit-Konsortium ein Kernprinzip von Low-Code-Plattformen nach: Abstraktion und Automatisierung beschleunigen das Training von künstlichen neuronalen Netzen. Bereits jetzt wird KI in vielen Wirtschaftssektoren eingesetzt, darunter in den Bereichen Finanzen, Gesundheitswesen sowie Smart Cities. Laut Mendix wird man ein exponentielles Wachstum bei eingebetteten KI-Tools zur Produktivitätssteigerung, für Analysen und Empfehlungen sehen.

6. Mit Composable Enterprise Innovationen skalieren
Letztes Jahr prognostizierte Gartner das Wachstum von vorgefertigten, digitalisierten Geschäftsfunktionen. In diesem Jahr werden neue Marktplätze für digitale Komponenten noch mehr die Akzeptanz bei Unternehmen fördern, digitale Funktionen wiederzuverwenden, neu zusammenzustellen oder neu zu kombinieren. Geht es nach Mendix ist der wirtschaftliche Imperativ, der das Projekt der digitalen Transformation in jedem Unternehmen vorantreibt, zu groß und zu zeitkritisch für IT-Führungskräfte, um Anwendungen von Grund auf neu zu entwickeln. Das Potenzial der Composable Enterprise liege in der Fähigkeit des Unternehmens, automatisierte, geprüfte Funktionen wiederzuverwenden, um die Kosten drastisch zu senken und die Zeit bis zur Wertschöpfung zu skalieren.

7. Integration und Entwicklung sind zunehmend synonym
Das Wachstum demokratisierter, kognitiver Dienste und digitaler Hubs wird zu einer Verschmelzung der Softwarekategorien aPaaS (Anwendungsplattformen als Service) und iPaaS (Integrationsplattform als Service) führen. Die Fähigkeit, Unternehmensdaten zu entdecken und zu nutzen, ist die Grundlage jeder erfolgreichen Software-Initiative. Das Bereitstellen von Unternehmensdaten für nicht-technische Geschäftsexperten ermöglicht es, diesen »Citizen Developern« schnell intelligente Verbesserungen in den Bereichen zusammenzustellen, in denen sie sich am besten auskennen.

8. Low-Code erfüllt das Versprechen der Workflow-Automatisierung
Business-Experten werden eine aktive Rolle beim Entwickeln von Prozessen übernehmen, indem sie Workflow-Editoren und Drag-and-Drop-Integration nutzen, um Automatisierung und betriebliche Effizienz voranzutreiben. »Die Notwendigkeit, eine Reihe von Aufgaben in einer bestimmten Reihenfolge durch Mitarbeiter im gesamten Unternehmen zu automatisieren, wurde schon immer von den Bedürfnissen der einzelnen Abteilungen bestimmt«, sagt Nick Ford von Mendix. »Diese Funktion sollte nicht außerhalb des Portfolios von Unternehmenssoftware liegen«.

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