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Einkaufsmanager-Index

Deutsche Industrie legte im Coronajahr zu!

08. Januar 2021, 14:36 Uhr   |  Karin Zühlke

Deutsche Industrie legte im Coronajahr zu!
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Das verarbeitende Gewerbe hat sich in Deutschland 2020 sehr gut durch die Krise manövriert. Der stotternde Impfstart könnte sich aber auf die nächsten Monate negativ auswirken.

Der Industriesektor in Deutschland konnte auch im letzten Monat des alten Jahres kräftig zulegen. Gleichzeitig hat sich das Verarbeitende Gewerbe der größten Volkswirtschaft Europas weiter von den coronabedingten Stillständen im Frühjahr erholt. Das zeigt der saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der sich im Dezember 2020 leicht auf 58,3 Punkte nach 57,8 im Vormonat verbesserte. Zugleich ist es der höchste Wert seit Februar 2018. Die jüngsten Daten spiegeln einen weiteren kräftigen Zuwachs sowohl der Produktion als auch der Neuaufträge wider, teilte der englische Finanzdienstleister IHS Markit mit.

„Die aktuellen EMI-Daten geben sowohl Anlass zu vorsichtigem Optimismus als auch zu einer wachsenden Besorgnis“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Donnerstag in Eschborn. Positiv zu vermerken sei, dass sich der deutsche PMI trotz weiter steigender Corona-Infektionszahlen bereits den sechsten Monat in Folge über der 50-Punkte-Referenzlinie bewege. Negativ schlage zu Buche, dass die Einkaufspreise aufgrund höheren Bedarfs an Rohmaterialien und Kapazitätsengpässen in der Seefracht zuletzt stark gestiegen seien.

„Zum Jahresabschluss zeigte sich der EMI nochmals etwas besser. Trotz Lockdown läuft die Industrie sehr gut“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Donnerstag auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten. Einerseits gebe es im Verarbeitenden Gewerbe keine Einschränkungen, andererseits sei die Nachfrage im globalen Handel extrem gut – was sich dort mittlerweile in Kapazitätsengpässen mit steigenden Preisen zeige. Gerade die hohe Dynamik in China komme der deutschen Industrie zugute. „Der Jahresdurchschnitt 2020 des deutschen Bruttoinlandsprodukts sollte sich auf minus 5,4 Prozent belaufen. 2021 wird im Jahresdurchschnitt wieder positive Zahlen mit einem BIP um vier Prozent aufweisen können. Allerdings wird der Jahresanfang aufgrund fortgesetzten Lockdowns und verzögerter Impfungen gerade in Deutschland noch relativ verhalten ausfallen“, fügte die Helaba-Bankdirektorin in ihrem Statement für den BME hinzu.

„So stark die zweite Corona-Welle über viele Dienstleistungsbranchen hereingebrochen ist, so weitgehend unberührt konnte die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe offenkundig bis zuletzt laufen“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Donnerstag dem BME. Die globale Nachfrage entwickele sich solide, mithin seien vor allem deutsche Exportgüter gefragt. Der soeben verlängerte und verschärfte Lockdown hierzulande dürfte „in den kommenden Monaten freilich auch Spuren in der Industrie hinterlassen“, fügte Kater abschließend hinzu.

Zur jüngsten Entwicklung des EMI-Teilindex Einkaufspreise sagte Dr. Heinz-Jürgen Büchner, Managing Director Industrials, Automotive & Services der IKB Deutsche Industriebank AG, am Donnerstag dem BME: „Im Verlauf des Dezember 2020 zog das Preisniveau der meisten metallischen Rohstoffe weiter an. Vor allem die Automobilindustrie hatte einen hohen Bedarf an Vormaterial, der bei Stahl auf nicht ausreichende Liefermengen traf und somit das Preisniveau drastisch erhöhte. So zogen die Schrottpreise im Dezember gegenüber dem Vormonat um bis zu 30 Euro pro Tonne an. Die Eisenerzpreise legten im Monatsdurchschnitt um 22 US-Dollar je Tonne zu. Infolge der hohen Nachfrage und des knappen Angebots verteuerten sich auch die Preise für Warmbreitband und verzinkte Bleche im Dezember um fast 100 Euro/Tonne und diejenigen für Walzdraht um 50 Euro/Tonne. Auch im ersten Quartal 2021 dürften die Preise für metallische Rohstoffe zunächst weiter zulegen.“

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2. Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick

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