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Lieferengpässe führen zu Produktionsstopps

03. September 2021, 14:51 Uhr   |  Karin Zühlke

Lieferengpässe führen zu Produktionsstopps
© Pixabay / CC0

Die deutsche Industrie hatte im August aufgrund anhaltender Lieferengpässe Schwierigkeiten, mit der hohen Nachfrage Schritt zu halten. Die Zuwächse in der Produktion blieben deutlich unter denen des Auftragseingangs.

Zudem ging die Zuversicht der Industrieunternehmen hinsichtlich des zukünftigen Wachstums leicht zurück, was vor allem am zunehmenden Preisdruck lag.

Das zeigt der saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der im August um 3,3 Punkte sank. Mit 62,6 Punkten (Juli 65,9) notierte der deutsche PMI aber auch im August komfortabel in der Wachstumszone und deutlich über der Referenzlinie von 50 Punkten.

„Corona bleibt weiterhin ein Thema, das sich sowohl auf das Wachstum als auch auf die Inflation auswirkt. Beides hat zuletzt etwas von der sehr guten Stimmung genommen“ kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Freitag auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten. Der Nachfrageboom nach Wegfall der Restriktionen treffe auf ein immer noch begrenztes Angebot: Fehlende Container, Lastwagen oder Halbleiter seien in diesem Kontext zu nennen. Entsprechend stiegen die Preise. Das Wachstum in der Industrie könnte höher sein, wenn die Lieferengpässe nicht zu Produktionsverzögerungen führen würden. „Mittelfristig ist jedoch davon auszugehen, dass diese Lieferschwierigkeiten sich auch wieder lösen. Der historisch hohe Auftragsbestand sichert somit schon das Wachstum bis ins Jahr 2022 hinein“, fügte die Helaba-Bankdirektorin in ihrem Statement für den BME hinzu.

„Es zeigt sich, das die ersten Schritte des konjunkturellen Aufholprozesses leichter und schneller gegangen werden konnten, als dies bei den nächsten und letzten Schritten der Fall sein wird“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Freitag dem BME. Eine erschwerende Begleiterscheinung zeige sich zunehmend in der Verfügbarkeit und den Preisen von Vorleistungsgütern und Rohstoffen. Die Unternehmen deuteten an, dass es zwar weiter aufwärtsgehe, aber langsamer als in den vergangenen Monaten.

Zur jüngsten Entwicklung des EMI teilte Dr. Heinz-Jürgen Büchner, Managing Director Industrials, Automotive & Services der IKB Deutsche Industriebank AG, am Freitag dem BME mit: „Die knappe Marktversorgung hat bei den meisten Rohstoffen auch im August angehalten. Erste Entspannungssignale gab es jedoch auf der Vormaterialseite von Stahl. Die Spotmarktnotierungen für Eisenerz in China sanken im Monatsdurchschnitt um gut ein Viertel gegenüber dem Juliniveau. Eine sich normalisierende brasilianische Erzförderung hat dazu beigetragen. Da auch die Schrottpreise leicht nachgaben, hat der Druck auf die Stahlpreise etwas nachgelassen. Die Ankündigung der OPEC, die Fördermenge ab Oktober 2021 nochmals auszuweiten, dürfte ebenfalls preisstabilisierend wirken.“

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1. Lieferengpässe führen zu Produktionsstopps
2. Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick

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