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ZVEI-Bericht

Coronakrise trifft Leiterplattenindustrie hart

03. September 2020, 09:17 Uhr   |  Karin Zühlke

Coronakrise trifft Leiterplattenindustrie hart
© ZVEI

Book-to-Bill-Ratio laut ZVEI

Die deutsche Leiterplattenindustrie konnte nicht von der zweitweisen "De-Globalisierung" durch die Coronakrise profitieren. Im Gegenteil.

Entwicklungen in den Monaten April und Mai dieses Jahres haben dazu beigetragen, dass die Leiterplattenhersteller im zweiten Quartal 2020 ein Umsatzminus von 17,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erzielten. Das berichtet der Fachverband PCB and Electronic Systems im ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.

Die Leiterplattenindustrie ist – bis auf wenige Ausnahmen – in Deutschland sowieso seit Jahren am Kämpfen. Die Billig-Konkurrenz aus Asien trägt dazu wesentlich bei, aber auch strukturelle Probleme und Investitionsstau tun ihr Übriges.

Bereits im ersten Quartal dieses Jahres mussten die Leiterplattenhersteller in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) einen Umsatzrückgang von 7,5 Prozent im Vergleich zu 2019 verzeichnen. Zwar waren die Verkaufszahlen im Juni etwas besser, dennoch rechnet die Leiterplattenindustrie für das Gesamtjahr mit einem Umsatzrückgang um etwa 10 bis 15 Prozent.

Auch die Auftragseingänge reduzierten sich im zweiten Quartal des laufenden Jahres um kräftige 39 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Nicht nur die Bestellungen fielen geringer aus, sondern bestehende Aufträge wurden – auch kurzfristig – verschoben oder storniert. Im ersten Quartal profitierten die Leiterplattenhersteller allerdings davon, dass China wegen der dortigen Corona-Krise seit Januar nicht mehr ausliefern konnte und Aufträge in die DACH-Region zurückverlagert wurden.
Das Book-to-Bill-Ratio – der Quotient aus Auftragseingang und Umsatz – erreicht im zweiten Quartal einen Wert von 0,78. Das erste Halbjahr kommt – bedingt durch die hohen Bestelleingänge der Monate Februar und März – noch auf einen Wert von 0,93.
Wegen der Ausgangsbeschränkungen und fehlender Absatzmöglichkeiten mussten viele Betriebe zeitweise schließen. Die umfassende Kurzarbeiterregelung verhinderte, dass es zu größeren Entlassungen kam. Die Mitarbeiterzahl ging um vier Prozent zurück.

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