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Rückgänge bei deutschen Elektroexporten werden kleiner

17. September 2020, 09:29 Uhr   |  WEKA Fachmedien Newsdesk, GS

Rückgänge bei deutschen Elektroexporten werden kleiner
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Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt des ZVEI: »Im Vergleich zum gesamten zweiten Quartal dieses Jahres hat sich das negative Wachstum zu Beginn des dritten Quartals immerhin um mehr als die Hälfte verkürzt.«

In der Corona-Krise ist die deutsche Elektroindustrie bescheiden geworden: Der ZVEI meldet zu Beginn des zweiten Halbjahres 2020 »kleiner werdende Rückgänge bei deutschen Elektroexporten«.

Mit 16,9 Mrd. Euro sind die Exporte der deutschen Elektroindustrie im Juli um 6,7 Prozent unter ihrem Vorjahresniveau geblieben, meldet der ZVEI in Frankfurt am Main. »Der Rückgang war im jeweiligen Jahresvergleich zwar ähnlich hoch wie im Vormonat, allerdings lag die Messlatte jetzt auch höher, denn der Juli 2019 hatte im Plus gelegen, der Juni 2019 hingegen im Minus«, erläuterte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. »Im Vergleich zum gesamten zweiten Quartal dieses Jahres hat sich das negative Wachstum zu Beginn des dritten Quartals immerhin um mehr als die Hälfte verkürzt.« Im Gesamtzeitraum von Januar bis einschließlich Juli 2020 nahmen die aggregierten Branchenausfuhren um 8,4 Prozent gegenüber Vorjahr auf 113,9 Mrd. Euro ab.
Mit 15,2 Mrd. Euro verfehlten die Importe elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland ihr Vorjahresergebnis im Juli um 2,2 Prozent. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres beliefen sie sich auf 105,5 Mrd. Euro, womit sie um 6,0 Prozent niedriger lagen als im Vorjahr.

Exporte in Industrieländer stärker betroffen als in Schwellenländer

Die Elektroexporte in die Industrieländer fielen im Juli ‒ wie die Gesamtexporte ‒ um 6,7 Prozent gegenüber Vorjahr auf 10,6 Mrd. Euro. Zuwächse gab es im Geschäft mit den europäischen Ländern Slowakei (+ 9,7% auf 205 Mio. €), Schweiz (+ 1,9% auf 623 Mio. €), Dänemark (+ 1,8% auf 222 Mio. €), Portugal (+ 1,2% auf 145 Mio. €), Schweden (+ 1,1% auf 342 Mio. €) und Spanien (+ 0,4% auf 547 Mio. €). Die Lieferungen nach Japan (- 23,5% auf 231 Mio. €), in die Niederlande (- 13,3% auf 783 Mio. €), nach Belgien (- 12,1% auf 373 Mio. €), Südkorea (- 10,5% auf 223 Mio. €) und in die USA (- 10,1% auf 1,6 Mrd. €) sanken dagegen zweistellig. Auch bei den Ausfuhren nach Frankreich (- 7,9% auf 1,0 Mrd. €), Großbritannien (- 7,2% auf 689 Mio. €), Italien (- 6,9% auf 811 Mio. €) und Tschechien (- 6,3% auf 698 Mio. €) gab es Rückgänge. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres nahmen die Elektroexporte in die Gruppe der Industrieländer um 9,7 Prozent gegenüber Vorjahr auf 72,5 Mrd. Euro ab.

Die deutschen Elektroausfuhren in die Schwellenländer sind im Juli um 6,5 Prozent gegenüber Vorjahr auf 6,3 Mrd. Euro zurückgegangen. Die Lieferungen in die Türkei konnten kräftig (+ 29,7% auf 288 Mio. €) und die nach China (+ 1,9% auf 2,0 Mrd. €) sowie Polen (+ 0,9% auf 829 Mio. €) zumindest leicht zulegen. »Allerdings fiel der Zuwachs im China-Geschäft im Juli wieder um rund vier Prozentpunkte geringer aus als im ersten Halbjahr«, so Gontermann. Die Ausfuhren nach Südafrika (- 51,5% auf 77 Mio. €), Brasilien (- 32,6% auf 85 Mio. €), Thailand (- 31,5% auf 80 Mio. €) und Indien (- 29,0% auf 141 Mio. €) brachen im Juli dagegen ein. Die Exporte nach Malaysia (- 16,7% auf 186 Mio. €), Mexiko (- 16,6% auf 204 Mio. €) und Ungarn (- 10,8% auf 517 Mio. €) fielen ebenfalls zweistellig. Die Lieferungen nach Russland sanken um 9,6 Prozent auf 358 Mio. Euro und die nach Rumänien um 4,6 Prozent auf 320 Mio. Euro. Kumuliert von Januar bis Juli 2020 wurden in den Schwellenländern deutsche Elektroexporte in Höhe von 41,4 Milliarden Euro abgesetzt ‒ ein Minus von 6,0 Prozent gegenüber Vorjahr.

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