Studie

Mitarbeiter beklagen fehlende Datenkompetenz-Förderung

20. Juni 2022, 12:19 Uhr | Karin Zühlke
Bilder: Siarhei; rashadashurov/stock.adobe.com
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Viele Angestellte im Produktionsbereich klagen darüber, dass sie von ihrem Arbeitgeber nicht ausreichend mitgenommen bzw. vorbereitet werden auf den Weg zu Automatisierung und automatischer Datenauswertung.

Viele Angestellte des Fertigungssektors in Deutschland sind besorgt: Laut einer aktuellen Studie von Qlik, einem führenden Anbieter von Datenanalysen, fühlen sich 42 Prozent der Befragten dieses Industriesektors weder ausreichend datenkompetent noch gut gerüstet im Hinblick auf den datenintensiven, automatisierten Arbeitsplatz der Zukunft. Fast ebenso viele (44 Prozent) befürchten, dass ihr Arbeitsplatz gar durch Automation obsolet werden könnte.

Im direkten Vergleich dazu, was Angestellte zwölf weiterer Industriesektoren geantwortet haben, liegen Angestellte des Fertigungssektors damit über dem Mittelwert (40 Prozent).

48 Prozent der Befragten äußerten Bedenken, dass ihr momentaner Arbeitgeber kein oder kein ausreichendes Bewusstsein dafür habe, welche Fähigkeiten die Belegschaft schon heute entwickeln muss, um gut auf den automatisierten, datenintensiven Arbeitsplatz der Zukunft vorbereitet zu sein. 47 Prozent hegen Bedenken darüber, dass sich ihr Arbeitgeber nicht in der Verantwortung sieht, sie diesbezüglich zu fördern. Und nur gut jeder fünfte Befragte (22 Prozent) vertraut aktuell darauf, dass die zuständige Personalabteilung alle notwendigen Anforderungen des zukünftigen Arbeitsmarktes überhaupt im Blick hat.

Als logische Konsequenz sehen mehr als die Hälfte der befragten deutschen Angestellten des Fertigungssektors nur in einem Arbeitsplatzwechsel die Chance auf bessere Arbeitsbedingungen und eine wertschätzende Weiterbildungskultur: 52 Prozent würden kündigen, um in einem Unternehmen anzufangen, das sie hinsichtlich des Arbeitsplatzes von morgen weiterbildet (Vergleich Mittelwert: 47 Prozent). Etwa ein Drittel (35 Prozent) sind ebendiesen Schritt in der Vergangenheit bereits gegangen (41 Prozent von ihnen in den letzten zwölf Monaten), und sogar 48 Prozent beabsichtigen dies ganz konkret. Nur fast jeder Dritte (28 Prozent) sieht sich momentan nicht aktiv nach einer neuen Beschäftigung mit besseren Qualifizierungsaussichten um.

»Wir hören oft, dass Mitarbeiter verstehen müssen, wie KI ihre Arbeit beeinflussen und ergänzen wird. Aber noch wichtiger ist, dass wir ihnen helfen, die Fähigkeit zu entwickeln, dass sie dem Ergebnis der intelligenten Algorithmen einen menschlichen Mehrwert verleihen«, sagt Matthias Herkommer, Director Presales DACH bei Qlik.

»Datenkompetenz wird entscheidend sein, um die Zusammenarbeit am Arbeitsplatz über die menschliche Zusammenarbeit hinaus zu erweitern. Die Mitarbeiter müssen in die Lage versetzt werden, die maschinelle Intelligenz mit menschlicher Kreativität und kritischem Denken zu ergänzen«, erklärt Matthias Linden, Vice President Sales Southern Europe bei Qlik.

Methodik

The Upskilling Evolution Report, der in Zusammenarbeit mit The Future Labs entwickelt wurde, kombiniert Erkenntnisse aus Experteninterviews mit Umfragen unter 1209 globalen Führungskräften und 6197 Mitarbeitern, davon 200 Führungskräften und 1000 Mitarbeitern aus Deutschland. Die Ergebnisse, die in allen untersuchten Regionen weitgehend übereinstimmen, zeigen, wie das rasante Wachstum der Datennutzung die Erwartungen der Unternehmen an ihre Datenpotenziale steigert und im Gegenzug die Arbeitsmethoden verändert. Der Bericht prognostiziert, wie sich dies auf die künftigen Qualifikationsanforderungen, aber auch auf die beruflichen Möglichkeiten auswirken wird. Denn die Unternehmen entwickeln sich von einer passiven Datennutzung hin zu Active Intelligence. Das bedeutet: Während Daten kontinuierlich in Arbeitsabläufe integriert werden, macht ebendies nötig, in Echtzeit auf Ereignisse zu reagieren.

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