Osram-Übernahme Freie Bahn für Übernahmeangebot von Ams

Standort von Osram Opto Semiconductors in Regensburg.
Standort von Osram Opto Semiconductors in Regensburg.

Osram hat das Stillhalteabkommen mit Ams aufgelöst. Damit ist der Weg frei für ein offizielles Übernahmeangebot durch den Sensorhersteller.

Der erste Vorstoß für eine Osram-Übernahme durch Ams erfolgte im Juli. Damals äußerste sich der Beleuchtungshersteller noch überaus kritisch und wollte lieber auf das Bieterkonsortium Bain Capital und Carlyle setzen. Mittlerweile hat sich der Wind gedreht: Das damals geschlossene Stillhalteabkommen mit Ams, das dem österreichischen Sensorhersteller das Unterbreiten eines öffentlichen Übernahmeangebots untersagt, wurde nun aufgehoben.

Vorstand und Aufsichtsrat sahen sich bei dieser Entscheidung in erster Linie den Osram-Aktionären verpflichtet, heißt es in einer Ad-hoc-Meldung. Mit 38,50 € pro Aktie liegt das Angebot rund 10 Prozent über den 35,00 € pro Aktie, die Bain und Carlyle geboten haben. Das Festhalten am Stillhalteabkommen hätte vermutlich zu Aktionärsklagen geführt.

Ob Ams bei Osram tatsächlich als ernsthafter Übernahmekandidat angesehen wird oder ob auf diese Weise die beiden US-Investoren zum Nachbessern angeregt werden sollen, muss sich also noch zeigen. Bisher galten Bain und Carlyle als bevorzugte Kandidaten, weil sie die den eingeschlagenen Kurs des Vorstandes fortführen und durch weitere Investitionen unterstützen würden. Ob Ams ähnliche Kontinuität mit Arbeitsplatz- und Standortgarantien bieten wird, dazu äußerte sich vor allem die IG Metall bisher kritisch.

Bevor Ams ein offizielles Angebot unterbreiten kann, muss noch die Prüfung durch die Bundesanstalt für Finandienstleistungsaufsicht erfolgen, was in etwa zehn Tage dauern kann. Zeit ist für die Österreicher gerade ein kritischer Faktor. Um die Aktionäre zu gewinnen, die bereits auf das Angebot von Bain und Carlyle eingegangen sind, müssen sie ihr Angebot noch vor dem 5. September veröffentlichen. An diesem Tag endet die Annahmefrist des Angebots von Bain und Carlyle und so lange können Aktionäre davon auch noch zurücktreten und sich für eine attraktivere Offerte entscheiden. Möglich ist auch, dass die beiden US-Investoren ihr Angebot noch nach oben korrigieren.