Narrowband Communication Was kann die Schmalbandkommunikation?

Matthias Herlich von Salzburg Research leitet das Tutorial »Introduction to Narrowband-Communication« beim Wireles Congress 2018.
Matthias Herlich von Salzburg Research leitet das Tutorial »Introduction to Narrowband-Communication« beim Wireles Congress 2018.

Fünf Fragen an Matthias Herlich von Salzburg Research zu seinem Tutorial »Introduction to Narrowband-Communication« beim 15. Wireless Congress 2018 am 15. November in München.

Beim 15. Wireless Congress werden Matthias Herlich und Ferdinand von Tüllenburg, beide arbeiten bei der Salzburg Research Forschungsgesellschaft m.b.H., die verschiedenen Funktechniken der Schmalbandkommunikation genauer unter die Lupe nehmen. Mit ihrem Tutorial »Introduction to Narrowband-Communication« am 15. November 2018 geben sie Hilfestellung zur der Wahl der für eine Anwendung am besten geeigneten Funktechnik.

 

?   Herr Herlich, was genau ist Schmalbandkommunikation?

!   Matthias Herlich: Unter dem Begriff Schmalbandkommunikation ist eine Reihe von Funktechniken zusammengefasst, die ein sehr kleines Frequenzspektrum nutzen. Daher können sie keine hohen Datenraten bieten, sondern sind auf hohe Reichweite und niedrigen Energiebedarf optimiert. Zusätzlich versprechen sie eine verbesserte Durchdringung von Hindernissen, z.B. Gebäudewände.

 

?   Welche Herausforderungen stellt Schmalbandkommunikation an Entwickler?

!   Herlich: Heute sind Entwickler an das allgegenwärtige Breitband-Internet gewöhnt. Die Verwendung von Schmalbandkommunikation erfordert jedoch, so wenig Bits und so selten wie möglich zu senden.

 

?   Auf welche Funktechniken konzentrieren Sie sich und für welche Anwendungen wurden sie entwickelt?

!   Herlich: In unserem Tutorial konzentrieren wir uns – mein Kollege Ferdinand von Tüllenburg wird mich beim Tutorial unterstützen ­– auf die am weitesten verbreiteten Schmalbandtechniken: LoRa, Sigfox und NB-IoT. Wir werden sie aber auch mit anderen Funktechniken wie WiFi, LTE und NFC vergleichen und wir werden einen breiten Überblick über mögliche Anwendungen für Schmalbandkommunikation geben. Basierend auf den Möglichkeiten von Schmalbandfunktechniken konzentrieren wir uns dabei auf Anwendungsfälle mit niedriger Datenrate.

 

?   Wie kann ein Anwender die richtige Funktechnik für die Schmalbandkommunikation auswählen?

! Herlich: Die richtige Schmalbandtechnik hängt stark von den Anforderungen der Anwendung ab. Eine sehr wichtige Frage bei dieser Auswahl ist: Wo wird die Technik eingesetzt? Je nachdem, ob die Antwort weltweit, in einer Stadt oder auf einer Alm lautet, sind einzelne der unterschiedlichen Funktechniken besser oder weniger gut geeignet.

 

?   Was zeigen Sie in Ihrem Tutorial beim Wireless Congress 2018 und an wen richten Sie sich?

!   Herlich: In diesem Tutorial geben wir:

  1. einen Überblick über innovative Anwendungen, die auf Schmalbandtechnik basieren,
  2. eine Klassifizierung der wichtigsten (Schmalband)-Funktechniken,
  3. beschreiben die Implementierung einer einfachen Anwendung und die Unterschiede in den Implementierungen mit LoRa, Sigfox und NB-IoT,
  4. zeigen die Objektlokalisierung und
  5. zeigen ein interaktives Online-Werkzeug, das bei der Auswahl einer (Schmalband) Funktechnik hilft.

Wir richten uns an Entscheider und Entwickler, die sich für eine Funkkommunikationstechnik entscheiden müssen, aber von den verfügbaren Informationen über die Funkprotokolle und -standards überwältigt sind.

 

Wireless Congress: Systems & Applications

Tutorial 6: Introduction to Narrowband-Communication

15. November 2018, 16:00 – 18:00 Uhr

München

www.wireless-congress.com

 

    

Matthias Herlich

ist Forscher im Forschungsbereich Advanced Networking Center von Salzburg Research. In der Vergangenheit beschäftigte er sich mit Funkzugangsnetzen, Software-definierten Netzwerken, Funksensornetzen und Kommunikationsnetzen für Smart Grids.

Herlich hat Erfahrung mit analytischen und simulationsbasierten Ansätzen sowie mit der Auswertung von Messungen. Er studierte Informatik an der Universität Paderborn – in der Gruppe Computernetze – und arbeitete am Palo Alto Research Center und am National Institute of Informatics in Tokio, bevor er zu Salzburg Research kam. Derzeit konzentriert sich Herlich auf die Zuverlässigkeit von Funknetzwerken.

matthias.herlich@salzburgresearch.at

 

Dipl.-Inf.(FH) Ferdinand von Tüllenburg, M. Sc.

erhielt seinen ersten akademischen Grad Dipl.-Inf. (FH) am Fachbereich Informatik und Mathematik der Fachhochschule Regensburg und seinen M.-Sc.-Abschluss am Fachbereich Informatik und Mathematik der Universität Passau. Er arbeitete als technischer Berater und Softwareentwickler für verschiedene Unternehmen und Institutionen. Seit 2013 arbeitet er im Forschungsbereich Advanced Networking Center bei Salzburg Research.

Von Tüllenburg ist Mitautor mehrerer Publikationen und hat an mehreren internationalen Forschungsprojekten mitgewirkt. Seine Forschungsinteressen sind verteilte und Multi-Agenten-Systeme, insbesondere im Kontext von Smart Grids, und zukünftige Datenkommunikationssysteme mit Software-definierter Vernetzung und Virtualisierung von Netzwerkfunktionen. In aktuellen Projekten konnte er umfangreiche Erfahrungen in der (Mit-)Simulation im Rahmen der Netzkommunikation in Energiesystemen sammeln. Ein neu hinzugekommener Bereich ist die Anwendung von maschinellen Lernkonzepten in den oben genannten Bereichen.

Seit 2015 ist von Tüllenburg Mitglied der ETSI-Arbeitsgruppe Industry Specification Group for Network Function Virtualisation (ETSI NFV-ISG) und er ist ein IPMA-zertifizierter Projektmanager.

ferdinand.vontuellenburg@salzburgresearch.at