Technische Universität München Roboter werden smart und sensibel

Mit einer großen Roboterdemonstration machte MSRM-Direktor Prof. Sami Haddadin das Thema vernetztes maschinelles Lernen begreiflich.
Mit einer großen Roboterdemonstration machte MSRM-Direktor Prof. Sami Haddadin das Thema vernetztes maschinelles Lernen begreiflich.

Die Technische Universität München hat die Munich School of Robotics and Machine Intelligence (MSRM) gegründet. Anlässlich der Eröffnung fand ein internationales Kolloquium statt, das deutlich machte, in welche Richtung sich die Robotik weiterentwickelt.

Direktor der »School« ist Prof. Sami Haddadin, der von 2014 bis 2018 Lehrstuhlinhaber des Instituts für Regelungstechnik an der Universität Hannover war. Das neue interdisziplinäre Forschungszentrum bringt Expertise in Robotik, Künstlicher Intelligenz und Wahrnehmungsforschung aus den verschiedenen Fakultäten der Technischen Universität München unter einem Dach zusammen. Mit dabei sind nicht nur ingenieur- und naturwissenschaftliche Fächer, sondern auch Politik- und Gesellschaftswissenschaften. Organisatorisch besteht die Munich School of Robotics and Machine Intelligence aus zwei miteinander interagierenden, aber dennoch eigenständigen Bereichen: Einem Forschungszentrum und einem Kompetenzzentrum. Beide Zentren sind mit einem eigenen Beirat (Scientific Advisory Board und Industrial Advisory Board) ausgestattet, die mit führenden wissenschaftlichen wie auch industriellen Experten und Gründern besetzt sind.

Die Brücke zwischen beiden Bereichen bilden sog. »Leuchtturminitiativen«, in denen Robotik, KI und maschinelles Lernen sich in Praxiseinsatz bewähren müssen. Bei diesen Initiativen werden die Forschungsergebnisse direkt in die Anwendung übertragen. Die ersten drei Leuchtturminitiativen fokussieren sich auf die Zukunft der Gesundheit, die Zukunft der Arbeit und die Zukunft der Mobilität:

  • Gesundheit/Geriatronik: Assistenzrobotik für den Verbleib in den eigenen vier Wänden im Alter
  • Zukunft der Arbeit: Mensch-Roboter-Kollektiv; 100 Mitarbeiter nutzen 1000 Roboter um jeden Tag eine Million neue Aufgaben zu meistern.
  • Zukunft der Mobilität: Autonome Roboterschwärme, sicheres Fortbewegen und Agieren zu Land, zu Luft und zu Wasser.
     
Bilder: 9

Roboter werden smart und sensibel

Technische Demonstrationen anlässlich der Eröffnung der Munich School of Robotics and Machine Intelligence (MSRM).

Der Roboter als Assistent

Zur Feier der Eröffnung der MSRM hatte Prof. Haddadin ein internationales Robotik-Kolloquium ausgerichtet und dazu Lehrmeister und Kollegen aus Deutschland, Italien, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz, den USA und Japan eingeladen. Die heute vielfach in der Fertigung eingesetzten Roboter sind gekennzeichnet durch ihre starren Arme und Achsen. Sie bewegen sich mit hoher Geschwindigkeit und Präzision und können große Kräfte ausüben. Oft sind diese Roboter »hinter Gittern«, um Kollisionen mit dem Menschen zu vermeiden, da dies zu Verletzungen führen würde. Die Forschung beschäftigt sich derzeit mit kollaborativen Robotern, die für die Zusammenarbeit mit dem Menschen ausgelegt sind. Ihre Arme verlangsamen die Geschwindigkeit, wenn sich ein Objekt nähert, sie können durch Berührung der Roboterarme abgebremst werden oder durch Bewegen trainiert werden. Das erfordert neue und rechnerisch sehr anspruchsvolle Regelungsalgorithmen, an denen derzeit verschiedene Institute arbeiten.