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neo Test

Balancieren auf dem Hoverboard

15. November 2018, 11:00 Uhr   |  Autoren: Christina Deinhardt und Irina Hübner

Balancieren auf dem Hoverboard
© maxbelchenko | Shutterstock.com

Das Alienboard Batwings ist wahrlich ein Balanceakt: Gelenkt wird allein durch das eigene Körpergewicht. Für die Elektronik neo haben wir uns aufs Hoverboard getraut und so einige Wände näher kennen gelernt – upps!

Mit dem berühmten Hoverboard, dem fliegenden Skateboard aus »Zurück in die Zukunft II« hat das Alienboard Batwings leider noch nichts zu tun. Bei dem Hoverboard bleibt der Fahrer mit beiden Rädern fest auf dem Boden der Tatsachen. Einen Lenker gibt es nicht: Das Board – auch E-Board oder Mini-Segway – lässt sich allein durch Gewichtsverlagerung steuern. Der Fahrer steht auf zwei Plattformen, die über eine Achse verbunden sind.

Dank seinem elektronischen Antrieb bleibt das Board in Balance, solange der Fahrer das Gleichgewicht nicht verliert. Hört sich leicht an, aber für Anfänger kann schon allein der erste Schritt aufs Brett mit einem mulmigen Gefühl verbunden sein. Ohne helfende Wand sind die ersten Meter kaum zu schaffen, es sei denn der Fahrer ist ein Naturtalent. Erst mit etwas Übung gelingt der Aufstieg etwas sicherer, dennoch sollte auf Schutzkleidung und Helm besonders in der Anfangszeit nicht verzichtet werden.

Außerdem sollten Laien für ihre erste Fahrt eine Strecke ohne Hindernisse oder Steigung wählen. Sobald die ersten Startschwierigkeiten überwunden sind, ist die Handhabung intuitiv; das Alienboard macht recht bald tatsächlich genau das, was der Körper will. Laut unserer Testpilotin haben längere Fahrten sogar etwas Meditatives an sich. Allerdings muss die Geschwindigkeitsregelung gut beherrscht werden, denn sonst kann es schwierig und frustrierend sein, eine Steigung oder einen Hügel zu bewältigen – ohne genug Schwung ist es vielleicht sogar ratsam, das Board in die Hand zu nehmen und es zu tragen.

Aber Achtung: Das Batwings ist ziemlich schwer und ohne Tasche auch nicht sehr handlich. Die Tasche – enthalten im Lieferumfang – sollte aber gegebenenfalls durch eine hochwertigere Tragehilfe ersetzt werden. Es ist Millimeterarbeit, das Board hineinzugequetschen. Unsere Tasche ging dabei auch sofort kaputt.

Alienboard Batwings

Hoverboard Weiß:

Reichweite: 15 bis 20 Kilometer
Ladezeit: 2 bis 3 h
max. Tragfähigkeit: 120 kg
max. Geschwindigkeit: 12 km/h
Gewicht: 13,5 kg
schafft Steigungen bis: 15°
Motor: 36 V, 250 W
Lithium-Ionen-Akku: 36 V, 4,4 Ah, 158 Wh
Schnittstelle: Bluetooth für die Lautsprecher
Raddurchmesser: 6,5 Zoll mit 4 cm Bodenfreiheit

Was uns gefällt:

  • Das Laden des Alienboards geht schnell, nur zwei bis drei Stunden und die Fahrt kann losgehen.
  • Das Fahrtempo ist moderat, aber man kommt gut voran: Immerhin schafft das Board bis zu 12 km/h. Gut zu wissen ist dennoch: Hoverboards sind nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen und dürfen deshalb offiziell nur in abgegrenzten, nichtöffentlichen Bereichen zum Einsatz kommen. Ansonsten droht eine Geldbuße und 1 Punkt in Flensburg.
  • Die Reichweite haben wir nicht ausgereizt, weshalb wir sie für mehr als ausreichend halten. Man schafft auf jeden Fall einige Kilometer, bevor das Board wieder an die Steckdose muss.
  • Das Alienboard sieht superschick und modern aus, auch wegen der trendigen LED-Beleuchtung vorne und hinten.
  • Den Preis von 249 Euro finden wir in Ordnung, auch im Vergleich zum Preis für andere Hoverboards. Der Spaßfaktor ist die Ausgabe durchaus wert, aber erst nach etwas Übung. Qualität und Verarbeitung könnten allerdings etwas besser sein bei dem Preis.

Was uns nicht gefällt:

  • Das Material hält nicht besonders viel aus. Bei missglückten Fahrversuchen brechen insbesondere Teile der Plastik­abdeckung über den Rädern schnell ab. Auch unser Board hat schon bei der ersten Fahrt – gegen eine Wand – ein paar Ecken eingebüßt.
  • Der Reißverschluss der Transporttasche ist nicht stabil und geht schnell kaputt. Die knapp bemessene Form der Tasche eignet sich nicht für schnelles Einpacken. Allerdings ist das Board recht unhandlich und für längere Transportstrecken halten wir eine Tasche mit Griffen oder Trageriemen auf jeden Fall für wichtig.
  • Kein Weiterkommen bei Bordsteinkanten. Anfänger müssen hier oft absteigen und das Board über das Hindernis tragen.
  • Die Stimme beim Einschalten stört auf Dauer, genauso wie das Gepiepse. Die LED-Beleuchtung würde als Warnung oder Signal vollkommen ausreichen, doch die Stimme kann leider nicht ab­gestellt werden.
  • Die Bluetooth-Funktion,mit der Musik über das Board abgespielt werden kann, haben wir nicht getestet. Allerdings ist die Funktion für angenehme Spazierfahrten auch eher störend, es sei denn, man will schon aus der Ferne gehört werden.

Unser Fazit:

Das Fahren macht Spaß und ist entspannend, als Fortbewegungsmittel, um irgendwo hinzufahren, finden wir das Board aber zu unhandlich.

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