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Gehäuse, bitte kundenspezifisch!

26. März 2020, 08:54 Uhr   |  Corinna Puhlmann-Hespen

Gehäuse, bitte kundenspezifisch!
© Phoenix Contact

Gehäuse-System ICS: Das individuelle Cover kann der Kunde über einen Online-Konfigurator selbst gestalten.

Die Hersteller von Elektronikgehäusen verkaufen zunehmend kundenspezifische Systeme, denn das Gehäuse gewinnt im Elektroniksystem an Stellenwert. Welche weiteren Trends die Hersteller sehen, hat Markt&Technik bei den Unternehmen nachgefragt.

Standard oder kundenspezifisch?« Das ist eine Frage, die sich der Kunde beim Einkauf von Gehäusen stellen muss. Insgesamt sind die Gehäuse-Hersteller so gut aufgestellt, dass sie auf beides schnell und flexibel reagieren können. Dank großem Fertigungs-Know-how sind beim Design der Gehäuse kaum Grenzen gesetzt. Die Chefs bei den Gehäuse-Herstellern erklären das im Detail.

»Durch das Gehäuse erhält das Elektroniksystem eine Persönlichkeit. Corporate Identity ist für unsere Kunden heute wichtiger denn je«, betont Dr. Thomas Beier, Leiter der Business Unit Device Connector Solutions von Phoenix Contact. Die gesamte Gehäuse-Unit des Unternehmens zeigt zur Zeit ein starkes Wachstum – sie hat sich in den vergangenen sechs Jahren umsatzmäßig nahezu verdoppelt. Unter anderem fokussiert man sich darauf, Gehäuse zu verkaufen, die so vorbereitet sind, dass der Kunde sie nur noch assemblieren muss. Ein gutes Beispiel dafür ist das Tragschienen-Gehäuse-System ICS, das Phoenix Contact mit maßgeschneiderter, kompletter Anschlusstechnik, Tragschienenbusverbinder und integriertem Display liefern kann. Neu ist, dass der Kunde das Cover dieses Gehäuses sehr einfach selbst gestalten kann. Über einen Online-Konfigurator kann man in wenigen Schritten das gewünschte Gehäuse-Cover intuitiv und programmgestützt erstellen. So lässt sich beispielswiese das firmeneigene Design schnell umsetzen.

Dieses Gehäuse-Cover in Serienqualität (Spritzguss) fertigt Phoenix Contact dann mit kurzen Durchlaufzeiten und kostenoptimiert. »Aber auch die Nachfrage nach komplett neuen Gehäusedesigns – von der Idee bis zur Serienfertigung – steigt aktuell«, berichtet Dr. Thomas Beier. »Wir verzeichnen eine zunehmende Bereitschaft bei unseren Kunden, Geld in die Gehäuseentwicklung zu investieren, um sich durch Design und Funktionalität des Gehäuses vom Wettbewerb zu unterscheiden.«

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© Phoenix Contact

Dr. Thomas Beier, Phoenix Contact: »Wir verzeichnen eine zunehmende Bereitschaft bei unseren Kunden, Geld in die Gehäuseentwicklung zu investieren.«

Bopla ist am Markt vor allem durch sein sehr großes Portfolio an Standard-Gehäusen bekannt. Hinter dem umfangreichen Katalogprogramm stehen enorme Investitionen in Werkzeuge und Produktionstechnologien, die es dem Unternehmen auch ermöglichen, individuelle Gehäuse sehr flexibel und schnell umzusetzen. »Der Trend hin zu kundenspezifischen Gehäusen setzt sich fort«, sagt Andreas Krömer, R&D-Manager von Bopla. »Heute fällt es den Kunden leichter, sich auch bei geringen Stückzahlen für ein individuelles Gehäuse zu entscheiden. Kunden können bei individuell gestalteten Gehäusen ihre Corporate Identity einbinden und zugleich auf komplexere technische Anforderungen reagieren. Und das alles zu deutlich geringeren Kosten als früher«, verdeutlicht Krömer.

Bopla verfügt über eine hohe Fertigungstiefe, von der Bedruckung (Digitaldruck, Tampon- oder Siebdruckverfahren sowie Laser) über zusätzliche Bearbeitungen bis hin zur kompletten Gehäusefertigung inklusive Touch-Einheit. Darüber hinaus kann der Gehäusehersteller den Elektronik-Test sowie die komplette Logistik übernehmen. »Wir beginnen dort, wo der Kunde aufhören möchte oder an seine Grenzen stößt«, führt Andreas Krömer aus. »Als einer der wenigen Anbieter am Markt kann Bopla auch das gesamte Spektrum hinsichtlich der Gehäuseveredelung anbieten. Gerade dieses Angebot wird von unseren Kunden sehr geschätzt.« Beim Trend hin zu mehr kundenspezifischen Designs stellt Andreas Krömer auch eine Verbindung zum 3D-Druck her: »Viele Entwickler designen ihre eigenen Gehäuse und drucken teilweise auch selbst erste Muster zur Erprobung aus.« Inzwischen sind 3D-Software und auch 3D-Drucker in den Entwicklungsabteilungen der Firmen ein fester Bestandteil. Muster, die dort entstehen, seien dann oft der erste Schritt, um eine individuelle Entwicklung eines maßgeschneiderten Gehäuses in Auftrag zu geben.

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© Bopla

Andreas Krömer, Bopla: »Wir bieten unter anderem das gesamte Spektrum der Gehäuseveredelung an. Gerade dieses Angebot wird von unseren Kunden sehr geschätzt.«

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