Schwerpunkte

Studie von Reichelt Elektronik

Roboter in jedem zweiten Unternehmen

09. Dezember 2019, 13:59 Uhr   |  Julia Lamml

Roboter in jedem zweiten Unternehmen
© Zapp2Photo - shutterstock.com

In vielen deutschen Unternehmen arbeiten Menschen Hand in Hand mit Robotern.

Die Automatisierung in Unternehmen schreitet voran. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland beim Robotereinsatz an der Spitze. Besonders nachgefragt werden kollaborative Lösungen.

Knapp die Hälfte der deutschen Unternehmen setzen Roboter für verschiedene Tätigkeiten ein. Damit liegen sie über dem europäischen Durchschnitt: 41 Prozent der Unternehmen in Europa haben sich bereits für Roboterlösungen entschieden.  Das ergab eine repräsentative Umfrage von Reichelt Elektronik, die insgesamt 1600 Entscheider aus den Bereichen Software-Design, Technik, Entwicklung, Programmierung, IT und Einkauf zum Einsatz von Robotern befragten. 500 der Befragten antworteten für deutsche Unternehmen. »Kaum ein Industriebereich bietet so viel Potential wie die Automatisierung«, erklärt Tobias Thelemann, Produktmanager bei Reichelt Elektronik.

Hoffnung auf kollaborative Entlastung

In Deutschland stehen der vergleichsweise hohen Einsatzqoute dennoch fast 57 Prozent gegenüber, die noch keine Roboter nutzen. Insgesamt planen allerdings 44 Prozent aller Befragten, im nächsten Jahr entweder Roboter anzuschaffen, oder bestehende Roboterlösungen auszubauen. Vor allem Unternehmen mit 250 bis 500 Beschäftigten haben bereits in die Automatisierung investiert. In kleineren Firmen (100 bis 249 Mitarbeiter) und größeren Unternehmen (ab 500 Mitarbeiter) bestätigen nur noch knapp 60 Prozent der Befragten, dass sie Roboter verwenden.

Neben der Steigerung der Produktivität (47 Prozent) und der Kostensenkung (38 Prozent) erhoffen sich deutsche Unternehmer von Robotern vor allem eine Entlastung ihrer Mitarbeiter. Zu den häufigsten Einsatzgebieten zählen deshalb körperlich schwere, gefährliche und repetitive Arbeiten. Besonders kollaborative Roboter, sogenannte Cobots, die mit dem Menschen Hand in Hand arbeiten, rücken dabei in den Fokus der Entscheider: 55 Prozent der befragten Unternehmen planen, diese Roboterart im nächsten Jahr einzusetzen, während 41 Prozent Interesse ohne konkrete Pläne bekunden. Darüber hinaus nutzen Firmen Roboter auch für Tests (36 Prozent), Demonstrationen (25 Prozent) oder für Ausbildungszwecke (25 Prozent).

Hohe Budgets für hohe Anschaffungskosten

Da Roboterlösungen zumeist mit hohen Anschaffungskosten verbunden sind, sehen 42 Prozent der deutschen Befragten hierin auch die größte Schwierigkeit bei der Einführung. Jeder dritte Betrieb fürchtet zudem den hohen Aufwand bei der Installation und äußert die Sorge, dass die neue Technik nicht mit bestehenden Systemen kompatibel sein könnte. 35 Prozent sind außerdem davon überzeugt, dass die anfallenden Aufgaben am besten von Menschen ausgeführt werden.

Infografik Roboter in Unternehmen
© Reichelt

Jedes zweite Unternehmen in Deutschland arbeitet mit Robotern. Erwartet wird dadurch vor allem eine Steigerung der Produktivität.

Trotz dieser Bedenken verfügen zwei von drei Unternehmen über ein Budget von mindestens 50.000 Euro für die Automatisierung. Jeder dritte Befragte kann sogar mehr als 100.000 Euro für Roboter einplanen. Bei einer Anschaffung dieser Größe erwarten sich Verantwortliche vor allem umfassende technische Beratung (56 Prozent) und Support bei technischen Störungen (58 Prozent). »Trotz einiger Herausforderungen sind wir überzeugt, dass sich der Trend zu mehr Automation durch den Einsatz von Robotern auch 2020 weiter fortsetzen wird«, kommentiert Thelemann. »Der Markt entwickelt sich rasant und es gibt immer mehr Lösungen, die auch für mittelständische Unternehmen erschwinglich sind.«

Infografik Automatisierung Reichelt

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

ABB-Roboter und Maschinen verschmelzen
Der virtuelle Freund vergisst nicht
ASAP-Gruppe erweitert Hochleistungsprüfung

Verwandte Artikel

Reichelt Elektronik GmbH & Co. KG