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Nach einer Achterbahnfahrt mit Rekordumsätzen und Rekordlieferzeiten

Distribution: 2011 verspricht ruhigeres Fahrwasser


Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Markus Krieg, Geschäftsführer Marketing, Rutronik

Markus Krieg, Rutronik: "Egal wo wir sind, wir können die Prozesse überall beobachten und gestalten."
Markus Krieg, Rutronik

»Wir erwarten eine Steigerung über dem Marktwachstum«


Markt&Technik: 2010 war gekennzeichnet von einem weit überproportionalen Wachstum und Verknappungssituationen in fast allen Produktbereichen. Wie fällt Ihr Resümee aus?

Markus Krieg: Der Geschäftsverlauf war auch bei Rutronik positiv, wir konnten uns von dem Bankenkrisenjahr 2009 komplett erholen. Den Wachstumstrend aus den vorherigen Jahren haben wir mit einer signifikanten Steigerung fortgesetzt und können einen Rekordumsatz verbuchen.

Welche Bereiche brummten besonders?

Unabhängig vom reinen Bauelemente- Geschäft sind wir sehr zufrieden mit der Entwicklung unserer neuen Geschäftsfelder Lighting und Photovoltaik. Hier hat es sich ausgezahlt, dass wir das Krisenjahr 2009 genutzt haben, um diese neuen Märkte zu adressieren, die notwendigen Strukturen und Partnerschaften zu Top-Herstellern zu etablieren und Know-how aufzubauen.

2009 haben Sie zum Anlass genommen, in Prozessverbesserungen zu investieren. Haben diese Maßnahmen bereits Früchte getragen?

Das Ergebnis ist unsere inzwischen weltweit durchgängige, einheitliche Organisations- und IT-Struktur, mit der wir unsere Kunden ohne Brüche und Nahtstellen mit identischen Prozessen und globalen Qualitäts-, Preisund Liefervereinbarungen unterstützen können. Mit diesen Investitionen waren wir für den Aufschwung bestens gerüstet und konnten die Verknappungssituation sehr gut meistern. Die Produktverfügbarkeit war bei uns überdurchschnittlich hoch, was uns sowohl Kunden als auch Hersteller bestätigt haben. Dadurch konnten wir auch ein überproportionales Wachstum erreichen – dass sich unsere Maßnahmen so schnell auszahlen, hätten wir allerdings kaum vermutet.

Wie beurteilen Sie die Liefersituation?

Derzeit sehen wir eine leichte Entspannung der Liefersituation, die Lieferzeiten zeigen allerdings noch keine massive Erholung, und partiell bestehen immer noch Verknappungen. Ursache hierfür ist, dass nicht alle Hersteller in die Erhöhung ihrer Produktionskapazitäten investiert haben. Hinzu kommt ein weiterer Effekt, den wir aus der Vergangenheit kennen: Der Industriemarkt kommt verzögert erst jetzt in die Erholungsphase, so dass die Nachfrage nach Komponenten, die dessen Bedarfsstruktur entsprechen, deutlich anzieht. Die derzeitigen punktuellen Verknappungen, die voraussichtlich noch eine Zeit lang bestehen werden, können für die Versorgung immer noch Risiken bergen. Denn selbst wenn man davon ausgeht, dass man 95 Prozent der Supply Chain im Griff hat, können die verbleibenden 5 Prozent zum Bandstillstand führen. Deshalb sind langfristige Planungen nach wie vor unabdingbar, um eine sichere Versorgung zu gewährleisten.

Was muss sich in der kompletten Lieferkette verbessern, um künftig die Verknappung und Allokation besser bewerkstelligen zu können?

Das A und O ist die langfristige Planung. Denn sie ist die Basis, an der sich Hersteller, aber vor allem Distributoren orientieren müssen. Ist sie nicht vorhanden, ist eine sichere Versorgung nur schwer zu realisieren. Ein weiterer Trend, der Verknappungssituationen verschärft, ist die zunehmende Konzentration auf das Single Sourcing. Damit können selbst technisch relativ unbedeutende Komponenten zum Flaschenhals werden, der die gesamte Produktion gefährdet.

Sie gehen von einem V-förmigen Konjunkturverlauf aus, bei dem das Jahr 2009 die Abwärtsbewegung mit der unteren Spitze markiert und nach dem steilen Anstieg in 2010 das durchschnittliche jährliche Wachstum von rund 8 Prozent in 2011 fortgezeichnet wird. Wie sieht demnach die Entwicklung bei Rutronik aus?

Für Rutronik erwarten wir für das Jahr 2011 eine Steigerung über dem Marktwachstum. Denn dank der getroffenen Maßnahmen sehen wir uns hervorragend positioniert. Dazu gehört auch, dass wir für unsere Kunden der Systempartner sein wollen. Als solcher legen wir einen starken Fokus auf anwendungsorientierte Komplettlösungen, für die wir die gesamte Bedarfsstruktur unserer Kunden 1:1 abbilden. Das heißt, unsere Kunden können ihre Einkaufsquellen reduzieren und erhalten alles standortübergreifend aus einer Hand – kosteneffizienter geht es nicht.

Relevante Anbieter


  1. Distribution: 2011 verspricht ruhigeres Fahrwasser
  2. Slobodan Puljarevic, President, EBV Elektronik
  3. Markus Krieg, Geschäftsführer Marketing, Rutronik
  4. Thomas Braun, Vice President Sales, Arrow Central Europe
  5. Gerald Meier, Marketing Manager Central Europe, Future
  6. Karlheinz Weigl, Regional Vice President Central Europe, Silica

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