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Nach einer Achterbahnfahrt mit Rekordumsätzen und Rekordlieferzeiten

Distribution: 2011 verspricht ruhigeres Fahrwasser


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Slobodan Puljarevic, President, EBV Elektronik

Slobodan Puljarevic, EBV
Slobodan Puljarevic, EBV
© EBV

»Die Zusammenarbeit mit unseren Kunden hat sich verändert: Wir sind noch ein Stück enger zusammengerückt.«


Markt&Technik: 2010 war für EBV, ebenso wie für die gesamte Branche, ein sehr erfolgreiches Jahr. Wie lautet Ihr Fazit?

Slobodan Puljarevic: Unsere Strategie, während der Krise niemanden zu entlassen und auch auf Kurzarbeit zu verzichten, hat sich voll ausgezahlt. Durch unser stabiles Team konnten wir das starke Wachstum gut unterstützen und – so wie es an Hand der uns bis jetzt vorliegenden Zahlen aussieht – auch unsere führende Position im Mark weiter festigen.

Die Lieferengpässen haben die Branche im vergangenen Jahr in Atem gehalten – wird das auch weiterhin der Fall sein?

Wir sehen jetzt schon in einigen Bereichen, dass Lieferzeiten zurückgehen, wobei die Lage generell immer noch angespannt ist. Viele Hersteller haben aber bereits massiv in Fertigungskapazitäten investiert, und das wird sich natürlich mittel- und langfristig positiv auf die Verfügbarkeit auswirken.

Sind solche Engpässe nicht vermeidbar?

Man darf eines nicht vergessen: Der Einbruch unserer Branche in 2009 war nicht hausgemacht, sondern Teil der weltweiten Wirtschaftskrise. Wenn ein Markt so wegbricht wie in 2009 und im Jahr darauf lt. WSTS um über 30 Prozent wächst, sind Engpässe unvermeidbar. Solche Ausschläge sind weder vorhersehbar noch planbar, und so ist es weder Herstellern noch Distributoren oder Kunden möglich, kurzfristig darauf zu reagieren. Trotzdem ist es wichtig, dass ein enger und regelmäßiger Austausch zwischen Kunden, Distributoren und Herstellern stattfindet, um Marktentwicklungen frühzeitig zu erkennen und dementsprechend darauf zu reagieren.

Wie sahen Ihre Maßnahmen aus?

Wir stehen in täglichem Austausch mit unseren 15.000 Kunden in EMEA und beobachten auch die Marktentwicklung weltweit sehr genau. Wir kommunizieren regelmäßig mit unseren Herstellern und investieren viel Zeit in die Pflege unseres Auftragsbestands. Auch die die Zusammenarbeit mit unseren Kunden hat sich verändert: Wir sind noch ein Stück enger zusammengerückt. Unsere Kunden haben natürlich zur Kenntnis genommen, dass EBV wie immer, auch während der Krise, stabil blieb und die komplette Mannschaft gehalten hat. Deshalb waren wir während des Aufschwungs wieder sehr viel besser in der Lage, den gewohnten Service zu bieten als Konkurrenten, die Umstrukturierungen, Entlassungen und Kurzarbeit zu verkraften hatten.

Unterstützen die Hersteller ihre Distributoren ausreichend, wenn es um die Lieferfähigkeit geht?

Natürlich würden wir immer gern noch mehr Ware erhalten, um unsere Kunden zu ihren Wunschterminen zu beliefern. Man muss aber auch fair sein und die Situation realistisch betrachten: Ein Boom wie 2010 war nicht zu erwarten, und unterm Strich haben wir gemeinsam mit unseren Herstellern die Situation so gut es ging bewerkstelligt. Was uns stört, sind Preiserhöhungen auf bestehenden Auftragsbestand. EBV versucht immer, keine Preiserhöhungen an Kunden weiterzugeben. Nicht alle Distributoren agieren so. So erzielen viele Hersteller zusätzlich Gewinne auf unsere Kosten. Hier wünschen wir uns mehr Zuverlässigkeit!

Wird das kräftige Wachstum weitergehen?

Wir sind da eher vorsichtig und wären nach dem Boom wie in 2010 schon mit einem kleinen Wachstum zufrieden. Wir hoffen jedenfalls, dass diesmal nicht wieder ein Einbruch folgt, wie bis jetzt fast immer nach einem starken Aufschwung mit Allokationen.

Mit welchen Herausforderungen rechnen Sie für dieses Jahr?

Wir haben bereits in 2010 – vor allem im Vertrieb – neue Stellen geschaffen und suchen auch weiterhin Mitarbeiter. Leider ist es nicht einfach, gute und erfahrene Ingenieure zu bekommen.

Relevante Anbieter


  1. Distribution: 2011 verspricht ruhigeres Fahrwasser
  2. Slobodan Puljarevic, President, EBV Elektronik
  3. Markus Krieg, Geschäftsführer Marketing, Rutronik
  4. Thomas Braun, Vice President Sales, Arrow Central Europe
  5. Gerald Meier, Marketing Manager Central Europe, Future
  6. Karlheinz Weigl, Regional Vice President Central Europe, Silica

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