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»Vernünftige Klimapolitik geht anders«

21. Juni 2021, 08:45 Uhr   |  eFuel Alliance, Redaktion: Irina Hübner

»Vernünftige Klimapolitik geht anders«
© eFuel Alliance

Auch Verbrenner können mit Hilfe von eFuels klimaneutral sein, wenn sie mit Kraftstoffen, die zu 100 % aus erneuerbaren Energien hergestellt werden, betrieben werden.

Die jüngsten Meldungen über die Pläne der EU-Kommission erklären das regulatorische Ende des Verbrennungsmotors bis spätestens 2035. Die eFuel Alliance kritisiert das. Ein Kommentar der Interessensgemeinschaft.

CO2-freie Mobilität ist absolut richtig und wichtig zur Erreichung der Klimaziele. Aber nicht auf diesem einseitigen Weg. Klimaschutz muss umsetzbar sein, muss von den Menschen, den Autokäufern und -fahrern mitgetragen werden.

Mit der rein technischen Regulierung der CO2-Emissionen wird die EU-Kommission das Ziel, CO2-freie Mobilität in Europa umzusetzen, nicht erreichen. Wenn die CO2-Werte ausschließlich am Auspuff eines Fahrzeuges gemessen werden, sagt das nichts über die wirklichen CO2-Emissionen beim Betrieb und auch bei der Herstellung des Fahrzeugs aus; dies liefert also keine Informationen über dessen CO2-Footprint.

Auf den CO2-Footprint kommt es an

Doch auf den CO2-Footprint, das heißt auf den tatsächlichen CO2-Verbrauch im gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs, kommt es an. Entscheidend ist, wie die Energie, die insgesamt eingesetzt wird, erzeugt wird. Selbst Elektrofahrzeuge sind in aller Regel keine Null-Emissionsfahrzeuge aufgrund des nach wie vor hohen Kohlestromanteiles in vielen EU-Ländern.

Mit der geplanten CO2-Regulierung wird den Kunden fälschlicherweise erklärt, dass sie ein Null-Emissionsfahrzeug erwerben, nur weil es ein E-Auto ist. Aber auch Verbrenner können mit Hilfe von eFuels klimaneutral sein, wenn sie mit Kraftstoffen, die zu 100 % aus erneuerbaren Energien hergestellt werden, betrieben werden.

Alle Energieträger berücksichtigen

Die eFuel Alliance fordert deshalb die Berücksichtigung der Energieträger in der Mobilität. Sie fordert eine ehrliche CO2-Bilanz aller Energieträger.
Nur auf eine einzige Technologie zu setzen, wenn es um CO2-Freiheit auf der Straße geht, hält der Verband für falsch, denn dies schadet dem Wettbewerb um die besten Technologien.

Klimaneutrale Mobilität braucht die Elektromobilität genauso wie den klimaneutralen Verbrenner, um den Kunden für möglichst alle Nutzungsprofile die passenden Lösungen anbieten zu können. Die Allianz verlangt die richtigen politischen Entscheidungen für alle verfügbaren Technologien, damit sich Klimaziele so schnell wie möglich erreichen lassen – nicht nur durch Neufahrzeuge, sondern auch durch die Bestandsflotte.

Sicherheitsnetz für Automobilhersteller

Deswegen plädiert die eFuel Alliance für die Einführung eines freiwilligen Anrechnungssystems von erneuerbaren Kraftstoffen bei der CO2-Flottenregulierung. Automobilhersteller hätten dadurch zusätzlich zur Elektromobilität ein Sicherheitsnetz, um mit eFuels ihre Flottenziele zu erfüllen, wenn zum Beispiel:

  • der Ausbau der Ladeinfrastruktur hinterherhinkt
  • der Batteriepreis aufgrund von Materialknappheit oder politischen Abhängigkeiten steigt
  • die Elektromobilität nicht alle Kundenbedürfnisse befriedigen kann
  • der Strompreis steigt, weil wir nukleare und fossile Kraftwerke auf einmal abschalten
  • die Arbeitsplatzverluste höher als erwartet sind

Denn auch industriepolitisch wäre es wünschenswert, nicht alles auf eine Karte zu setzen.

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