Schwerpunkte

BDI-Präsident Russwurm

»Klimaneutralität per Gesetz vorzuschreiben, reicht nicht«

23. Juni 2021, 08:34 Uhr   |  dpa/newsdesk rh

»Klimaneutralität per Gesetz vorzuschreiben, reicht nicht«
© Bernd von Jutrczenka/dpa

Siegfried Russwurm, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), beim Tag der deutschen Industrie. Dort forderte er die Politik auf, die Rahmenbedingungen für mehr Klimaschutz in den Unternehmen deutlich zu verbessern

Die deutsche Industrie hat die Politik aufgefordert, die Rahmenbedingungen für mehr Klimaschutz in den Unternehmen deutlich zu verbessern. Dringend notwendige Richtungsentscheidungen seien bisher ausgeblieben, sagte Siegfried Russwurm, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie.

Beim Tag der Industrie in Berlin forderte BDI-Präsident Russwurm, dass der Staat schneller werden müsse, zum Beispiel beim Ausbau der Infrastruktur. Derzeit dauern Planungs- und Genehmigungsverfahren oft viele Jahre. In der öffentlichen Verwaltung gebe es »haarsträubende« Defizite bei der Digitalisierung, so Russwurm. Grundlegende Standortschwächen müssten beseitigt werden. Bereits heute würden in Unternehmen Entscheidungen über Produktionsanlagen 2045 getroffen - bis dahin soll Deutschland nach den Plänen der Bundesregierung klimaneutral produzieren. Russwurm forderte außerdem mehr öffentliche Investitionen. »Deutschland ist hier unter den Schlusslichtern in Europa.«

Die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland bewertet der BDI optimistischer. Er rechnet nun damit, dass das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr um 3,5 Prozent zulegt. Bisher war man von einem Plus von 3,0 Prozent ausgegangen. Der BDI erwartet eine Belebung der Binnenkonjunktur aufgrund von Nachholeffekten im privaten Konsum sowie ein stärkeres Auslandsgeschäft, getrieben von Asien und den USA. Lieferengpässe und Rohstoffknappheiten gefährdeten die wirtschaftliche Erholung aber. Risiko Nummer eins bleibe allerdings die weitere Entwicklung in der Pandemie. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaftsleistung in Deutschland eingebrochen.

Am Dienstag wurden sprachen beim Tag der Industrie unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie der Kanzlerkandidaten von CDU, SPD und Grünen erwartet - Finanzminister Olaf Scholz, CDU-Chef Armin Laschet und Grünen-Chefin Annalena Baerbock.

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI)