Emissionen im Schwerlastvekehr senken

Traktionsfähiger Sattelauflieger zur Antriebsunterstützung

24. November 2022, 14:26 Uhr | Irina Hübner
Effizient und sicher: Forschergruppe entwickelt Hochvolt-Energiespeicher für elektrische Antriebs- und Energiesysteme von LKW-Trailern weiter.
Effizient und sicher: Forschergruppe entwickelt Hochvolt-Energiespeicher für elektrische Antriebs- und Energiesysteme von LKW-Trailern weiter.
© Fraunhofer LBF, Rüdiger Heim

Fahrzeughersteller müssen die Treibhausgas-Emissionen neuer Lkw deutlich senken. Im Verbundforschungsprojekt evTrailer2 wird das Konzept eines traktionsfähigen Sattelaufliegers zur kooperativen Antriebsunterstützung schwerer Lkw entwickelt.

Im Verbundforschungsprojekt »Elektrisches Antriebskooperations- und Energiesystem für schwere Nutzfahrzeuge - evTrailer2« arbeitet ein Konsortium aus Industrie und Wissenschaft an Fortschritten hinsichtlich der Fahrsicherheit schwerer Sattelzüge (N3, Kraftfahrzeuge zur Güterbeförderung über zwölf Tonnen) und an der weiteren CO2-Minderung durch Integration fahrzeugseitiger Solarmodule, eigenständiges Rangieren ohne Zugmaschine sowie der Vorbereitung des Energiespeichersystems auf das Laden mit hohen Leistungen an Ladepunkten oder Oberleitungsstrecken.

Wirtschaftliche Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele im Straßengüterverkehr
Basis dafür ist der im Rahmen des BMWi-geförderten Vorhabens evTrailer entwickelte und aufgebaute 3-Achsen-Sattelauflieger mit Elektrotraktion und Energiespeicher zur kooperativen Antriebsunterstützung von konventionellen Sattelzugmaschinen (N2, Kraftfahrzeuge zur Güterbeförderung mit bis zu zwölf Tonnen). Mit ihm wurde ein Treibhausgas-Minderungspotenzial (THG) von bis zu 20 Prozent erreicht.

Im Nachfolgeprojekt evTrailer2 sollen für den schweren Verteilerverkehr weitere Treibhausgas-Minderungen realisiert werden. Die angestrebte THG-Minderung erlaubt eine besonders wirtschaftliche Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele für den Straßengüterverkehr und entwickelt damit die notwendigen Perspektiven für nachhaltige Anwendungen und Akzeptanz in Transport und Logistik bis hin zur Zulassungsfähigkeit und Marktdurchdringung der neuen Fahrzeugklasse traktionsfähiger Anhänger und Sattelauflieger.

Straßengüterverkehr in Europa unabhängig von fossilen Energieträgern
Nach den Vorschriften der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments müssen die Fahrzeughersteller die Treibhausgas-Emissionen von neuen Lkw bis 2025 im Durchschnitt um 15 Prozent und bis 2030 um 30 Prozent gegenüber dem Stand von 2019 senken. Die Defossilisierung des Straßengüterverkehrs, das heißt die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern macht gleichermaßen wirtschaftliche wie nachhaltige Lösungsansätze für den Antriebsstrang schwerer Nutzfahrzeuge notwendig.

Neben Fahrzeugherstellern arbeiten bei evTrailer2 kleine und mittlere Unternehmen sowie universitäre sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen für die systemische Fahrzeugforschung im Kontext des Straßengüterverkehrs zusammen. Gemeinsam mit zwei Partnern aus der Industrie sind in diesem Konsortium alle relevanten und notwendigen Kompetenzen und Expertisen für die Bearbeitung der herausfordernden wissenschaftlichen Ziele gebündelt.

Die Forschungsgruppe will ein neues, bislang unerreichtes Effizienzniveau erreichen und das Konzept eines elektrisch angetriebenen, zur Traktionskooperation mit der Zugmaschine geeigneten Sattelaufliegers so weiterentwickeln, dass damit die THG-Minderungsziele, das heißt minus 30 Prozent für den Zeitraum nach 2030, bereits bei Projektende erreicht werden.


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