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Kritik an verbraucherunfreundlicher Förderung von E-Autos

23. November 2022, 12:39 Uhr | Berlin (dpa)
Autokäufer müssen oft lange auf ihre neuen Elektroautos warten. Der Grund: Produktions- und Lieferengpässe.
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Der ADAC hat die Reform der staatlichen Förderung von Elektroautos scharf kritisiert. Mit Blick auf eine neue Förderrichtlinie erklärte ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze, die Bundesregierung habe die Chance verpasst, die Förderung verbraucherfreundlicher zu gestalten.

Autokäuferinnen und -käufern sollten die Höhe der Förderung schon bei der Bestellung eines Fahrzeuges zugesagt bekommen.

Die Reform der Förderung war bereits bekannt. Eine Antragstellung ist nur für Fahrzeuge möglich, deren Zulassung bereits erfolgt ist, wie aus der Richtlinie hervorgeht. Im Zuge der Reform laufen Subventionen für Plug-in-Hybridfahrzeuge Ende dieses Jahres aus. Käufer von reinen Elektroautos bekommen vom kommenden Jahr an weniger Unterstützung vom Staat. Vom 1. September 2023 wird die Förderung auf Privatpersonen beschränkt – Unternehmen gehen dann leer aus.

Nischenprodukt für Gutverdienende

Der ADAC kritisiert darüber hinaus, deutsche Hersteller böten kaum günstige Fahrzeuge an und strichen Basismodelle aus dem Angebot. »Die Elektromobilität wird nur dann erfolgreich sein, wenn sie jedermann zugänglich ist und nicht etwa ein Nischenprodukt für Gutverdienende bleibt«, sagte Schulze. »Unserem Eindruck nach sind Fahrzeuge aktuell überteuert. Hersteller sind aufgefordert, Kunden deutlich stärker entgegenzukommen und so auch die sinkende Förderung ein Stück weit zu kompensieren.«

Das Risiko einer nicht mehr rechtzeitigen Auslieferung vor dem Jahreswechsel sei hoch. »Autokäufer laufen Gefahr, nicht mehr die volle Förderung zu erhalten, wenn das Fahrzeug erst im neuen Jahr zugelassen werden kann.«


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