Lidar braucht ein komplettes Ecosystem

»Lidar-Entwicklung – dafür braucht es ein ganzes Dorf«

19. Juli 2022, 11:04 Uhr | Von Robert Baribault, LeddarSteer Product Manager, AD and ADAS BU von LeddarTech
LeddarTech
Ein Demonstrator, der die verschiedenen Komponenten und Anbieter der XLRator-Plattform zeigt.
© LeddarTech

Komplexe Systeme lassen sich am besten mithilfe von Experten aus verschiedenen Disziplinen realisieren. Genau diesen Ansatz verfolgt LeddarTech mit Lidar XLRator. Dieser Ansatz soll helfen, Lidar-Systeme kostengünstig und risikoarm entwickeln zu können.

LeddarTech und seine Partner - STMicroelectronics, ams Osram, First Sensor (Teil von TE Connectivity), Renesas Electronics und Xilinx – bieten einen neuen Ansatz für die Lidar-Entwicklung, der es Lidar-Entwicklern, Tier-1- und Tier-2-Unternehmen am Automotive-Markt sowie Systemintegratoren ermöglicht, ein Lidar-System mithilfe von Standardkomponenten zu realisieren und trotzdem das damit verbundene geistige Eigentum zu behalten. Der unter »Lidar XLRator« laufende Ansatz macht es außerdem möglich, mithilfe eines kompletten Ecosystems von Komponentenanbietern die Risiken und Kosten zu reduzieren und eine schnellere Kommerzialisierung zu erreichen.

Lidar XLRator ermöglicht den Zugang zu hochmodernen, interoperablen Komponenten und technischem Know-how, das auf umfassender Erfahrung im Halbleiterbereich beruht. Das XLRator Demonstrator Kit zeigt die vielfältigen Architekturen und Konfigurationen, die mit der Lidar-XLRator-Plattform möglich sind. Mithilfe der Plattform können Entwickler verschiedene Leistungsanforderungen, unterschiedliche Anwendungsfälle, diverse Formfaktoren und Kostenziele adressieren. Denn Lidar XLRator bietet Zugang zu hochmodernen Komponenten, die bereits auf ihr nahtloses Zusammenspiel getestet wurden und die das technische Know-how der Lieferanten nutzen.

Ein wesentliches Merkmal des Lidar XLRator ist seine Flexibilität. Sie ermöglicht es Entwicklern, selbst zu entscheiden, welche Komponenten sie inhouse entwickeln wollen und welche sie von den Partnern der XLRator-Plattform beziehen möchten. Die Plattform basiert auf einem kooperativen Ansatz zwischen führenden Anbietern von Lidar-Komponenten, die ihr jeweiliges Fachwissen einbringen. Zu den XLRator-Komponenten gehören folgende Komponenten:

  • ein Laser-Emitter und die entsprechende Treiberplatine
  • Empfängertechnologie
  • Optik
  • Artix-FPGA
  • V3H CPU
  • Scanner-Einheit
  • Evaluation Board, mit dem die Performance der Komponenten evaluiert werden kann
  • die LeddarEngine, die ein SoC und die Software für die Datenerfassung, Synchronisierung und mögliche Verbesserungen umfasst
  • LeddarSteer, eine Technologie zur Strahlungssteuerung

XLRator unterstützt diverse Technologien in den verschiedenen Bereichen, einschließlich Sender, Empfänger, Optik, Strahlsteuerung und Signalverarbeitung.

Wo kann »Lidar XLRator« wirklich helfen?

Im Jahr 2015 hat »The Guardian« einen Artikel mit dem Titel »Self-driving cars: from 2020 you will become a permanent backseat driver« (Selbstfahrende Autos: Ab 2020 werden Sie zum ständigen Rücksitznutzer) veröffentlicht. Heute ist klar: Die Herausforderungen bei der Entwicklung von ADAS-Systemen und autonomen Fahrzeugen wurden definitiv unterschätzt; das gilt auch in Bezug auf die Lidar-Entwicklung. Kosten, Spezifikationen, Formfaktoren, Safety- und Qualitätsanforderungen im Automobilsektor stellen sehr hohe Anforderungen an kommerziell einsetzbare Lidar-Systeme. Darüber hinaus haben Technologien wie VCSEL, FMCW, PMCW, SoC, ADC und TDC-basierte Systeme lediglich dazu geführt, dass die Lidar-Entwicklung der nächsten Generation nur noch komplexer wurde. Fortschritte in der Halbleitertechnologie und aufseiten der Systemarchitektur haben es möglich gemacht, Lidar auch dem Massenmarkt zugänglicher zu machen, aber es gibt noch erhebliche Herausforderungen zu meistern.

Lidar kommerziell erfolgreich machen

»Lidar XLRator« beschleunigt die Markteinführung (Time to Market) und reduziert gleichzeitig die Investitionen und die notwendige Entwicklungszeit. Denn »Lidar XLRator« setzt bei der Lidar-Entwicklung auf einen Komponentenansatz, bei dem der Entwickler Evaluierungsplatinen, ein Demonstrator-Kit und ein Ecosystem von Lidar-Komponenten nutzen kann, die alle zueinander interoperabel sind und je nach Anforderungen des Entwicklers individuell ausgetauscht werden können – alles, ohne dass andere Systeme im Lidar geändert werden müssen. Darüber hinaus wird dieser modulare Entwicklungsansatz durch die Bereitstellung einer Anwendungsprogrammierschnittstelle (API) auch auf Subsystemebene, einem Software-Entwicklungskit (SDK), einer Hardware-Abstraktionsschicht (HAL) und mithilfe von mechanischen Zeichnungen unterstützt. Das führt zu den Vorteilen reduzierter Entwicklungszeit, einer Risikominimierung durch Verringerung der F&E-Investitionen und Folgekosten und der schnelleren Markteinführung und Kommerzialisierung.

Ein weiterer entscheidender Vorteil der Lidar-XLRator-Plattform besteht darin, dass die Lidar-Entwickler das damit verbundene IP für die entwickelten Systeme besitzen.


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