Hochvoltbatterien bei BMW

Geschlossenen Recycling-Kreislauf in China etabliert

25. Mai 2022, 9:36 Uhr | Kathrin Veigel
BMW
BMW konnte in China allein im ersten Quartal 2022 trotz eines herausfordernden Umfelds den Verkauf von vollelektrischen Fahrzeugen verdreifachen. Damit steigt auch die Menge an ausgemusterten Batterien. Daher will der Autobauer das Batterien-Recyclingkonzept in China weiter ausbauen.
© BMW

BMW treibt sein Engagement für mehr Klimaneutralität weiter voran: Hierfür hat das Joint Venture BMW Brilliance Automotive in China nun einen geschlossenen Kreislauf zur Wiederverwendung von Rohstoffen aus Hochvoltbatterien eingerichtet.

Die Batterien, die die Rohstoffe Nickel, Lithium und Kobalt zur Wiederverwendung liefern, stammen aus voll- und teilelektrischen Entwicklungsfahrzeugen, Testanlagen, Produktionsausschuss und künftig auch aus Altfahrzeugen. Damit legt BMW Brilliance Automotive (BBA) den Grundstein für einen zukunftsweisenden Materialkreislauf, der mit dem Hochlauf der E-Mobilität zunehmend an Bedeutung gewinnt.

BBA arbeitet dafür mit einem lokalen Recyclingunternehmen zusammen, das ausrangierte Batterien zerlegt und mittels einer innovativen Technologie die Rohstoffe Nickel, Lithium und Kobalt aus den Batteriezellen zu einem hohen Prozentsatz zurückgewinnt. Die so gewonnenen Rohstoffe werden anschließend für die Produktion neuer Batteriezellen für die BMW Group verwendet. Der geschlossene Materialkreislauf schont den Verbrauch von Ressourcen und reduziert gleichzeitig die CO2-Emissionen im Vergleich zur Verwendung von neu abgebautem Primärmaterial um 70 Prozent.

China ist der weltgrößte Markt für E-Fahrzeuge. Mit der rasanten Entwicklung des chinesischen Marktes für Elektrofahrzeuge seit 2015 hat auch die Branche für die Verwertung von Automobilbatterien ein schnelles Wachstum erlebt. Das China Automotive Technology and Research Centre erwartet, dass die Gesamtmenge der ausgemusterten Batterien in China bis 2025 ca. 780.000 Tonnen erreichen wird. Gleichzeitig sind die Preise der inländischen Rohstoffe für Hochvoltbatterien seit letztem Jahr sprunghaft angestiegen.

 

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Lückenlose Rückverfolgbarkeit der Batterien ermöglicht Zweitnutzung und Recycling

Die aktuell in China geltenden Richtlinien zur Wiederverwendung und dem Recycling von Batterien sehen vor, dass Automobilhersteller ein Rückverfolgungssystem einrichten müssen, um sicherzustellen, dass Hochvoltbatterien entsprechend nachverfolgt und recycelt werden können. Die BMW Group hat hierfür ein System entwickelt, das über eine Kodierung die lückenlose Rückverfolgbarkeit der Batterien während ihres gesamten Lebenszyklus sicherstellt. Die Kodierung gewährleistet, dass Batterien aus der gesamten Wertschöpfungskette von ersten Versuchsträgern bis zu bereits auf dem Markt befindlichen Fahrzeugen fachgerecht recycelt werden.

Nach Rückgabe werden die Batterien hinsichtlich ihrer möglichen Weiterverwendung bewertet. Bereits 2020 hat die BMW Group in China damit begonnen, ausgediente Batterien mit hoher Restkapazität in Gabelstaplern der BBA Werke zu verwenden. Diese Secon-Life-Nutzung von Batterien soll weiter ausgebaut werden und künftig auch Paletten-Hubwagen und stationäre Energiespeicher mit Ladefunktion umfassen.

Wenn die ausgedienten Batterien nicht die Kriterien für eine Zweitverwendung erfüllen werden die Batterien recycelt. Die daraus gewonnenen Rohstoffe Nickel, Lithium und Kobalt fließen in die Produktion neuer Batteriezellen für die BMW Group ein. Eine Batterie mit einer Kapazität von 100 kWh enthält im Schnitt knapp 90 kg Nickel, Lithium und Kobalt, wobei der Großteil auf Nickel entfällt.


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