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Zweiter Lithium-Lieferant

BMW bezieht nachhaltig abgebautes Lithium aus Argentinien

30. März 2021, 07:17 Uhr   |  Irina Hübner

BMW bezieht nachhaltig abgebautes Lithium aus Argentinien
© BMW Group

Blick auf den Salzsee Salar del Hombre Muerto im Norden Argentiniens, wo Livent nachhaltigen Lithiumabbau betreibt.

Ab 2022 bezieht die BMW Group Lithium von einem zweiten Lieferanten: Das US-basierten Unternehmen Livent liefert das Lithium direkt an die Batteriezellhersteller der BMW Group. Das Volumen des geschlossenen Mehrjahresvertrags beträgt rund 285 Mio. Euro.

»Lithium ist einer der Schlüssel-Rohstoffe für die Elektromobilität. Indem wir nun von einem weiteren Lieferanten Lithium beziehen sichern wir den Bedarf für die Produktion der aktuellen, fünften Generation unserer Batteriezellen weiter ab. Gleichzeitig machen wir uns technologisch, geografisch und geopolitisch unabhängiger von einzelnen Lieferanten«, sagt Dr. Andreas Wendt, Vorstand bei BMW für Einkauf und Lieferantennetzwerk.

Bereits 2019 hat die BMW Group einen Vertrag für den Bezug von Lithium aus sogenannten Hardrock-Lagerstätten in australischen Minen unterzeichnet. Nun verbreitert das Unternehmen seine Lieferantenbasis und bezieht zusätzlich Lithium aus Argentinien, wo der Rohstoff aus der Sole von Salzseen gewonnen wird. Livent verwendet dafür ein neuartiges Verfahren, das eine nachhaltige Wassernutzung gewährleistet und die Auswirkungen auf die lokalen Ökosysteme und Gemeinden verringert. Das Unternehmen steuert zudem Daten zu der von der BMW Group initiierten Studie zum nachhaltigen Lithiumabbau bei.

Die BMW Group kauft kritische Rohstoffe wie Lithium und Kobalt direkt bei den Rohstoffproduzenten ein und stellt sie ihren Batteriezell-Lieferanten zur Verfügung. So will das Unternehmen Transparenz über die Herkunft und Abbaumethoden des Materials schaffen.

Nachhaltiger Lithiumabbau in Argentinien

Die Salzseen im Länderdreieck zwischen Argentinien, Bolivien und Chile verfügen über ungefähr die Hälfte der globalen Lithiumvorkommen. Beim herkömmlichen Abbau von Lithium wird die Sole, also die Salzlauge aus den Schichten unterhalb der Salzseen aus der Erde gepumpt und in flachen Becken verdunstet.

Livent bezieht das Lithium aus einer Sole-Anlage im Norden Argentiniens und setzt dafür ein eigenes Verfahren ein, das besonders nachhaltig ist. Um die Auswirkungen auf das umliegende Ökosystem auf ein Minimum zu reduzieren, wird der größte Teil der verwendeten Sole wieder direkt in den umliegenden Lebensraum zurückgegeben und nicht verdunstet.

So bleibt das Gleichgewicht zwischen den Soleschichten und den Grundwasserschichten weitgehend erhalten. Lösungsmittel oder andere Chemikalien kommen dabei mit der Umwelt nicht in Kontakt. Auch der Flächenverbrauch ist im Vergleich deutlich geringer, da Verdunstungsbecken kaum benötigt werden. Zudem engagiert sich das Unternehmen vor Ort in lokalen Bildungsprogrammen oder Infrastrukturmaßnahmen.

Lithium-Wasser-Studie im Auftrag von BMW

Um den Wasserverbrauch verschiedener Methoden des Lithiumabbaus in Südamerika wissenschaftlich zu untersuchen, haben die BMW Group und BASF Ende 2020 bei der University of Alaska und der University of Massachusetts Amherst eine Studie in Auftrag gegeben. Diese untersucht den Einfluss des Lithium-Abbaus auf die lokalen Wasserressourcen und die umliegenden Ökosysteme.

Ziel ist es, die Wechselwirkungen zwischen den Süßwasser- und den Lithium-Sole-Schichten wissenschaftlich besser zu verstehen, verschiedene Technologien zu bewerten und damit eine Kompetenz zur Beurteilung eines nachhaltigen Lithiumabbau zu erreichen. Die Studie soll Unternehmen eine wissenschaftliche Grundlage bieten, um fundierte Entscheidungen zum nachhaltigen Lithiumabbau in Lateinamerika zu treffen. Die Ergebnisse der Studie sollen im ersten Quartal 2022 vorliegen.

IRMA-Standard für den Lithiumabbau angestrebt

Die BMW Group ist Anfang 2020 der Initiative for Responsible Mining Assurance (IRMA) beigetreten. IRMA ist eine von verschiedenen Interessensvertretern geleitete Initiative, die Leitlinien für einen verantwortungsvollen Abbau von Rohstoffen erarbeitet und dabei anspruchsvolle Anforderungen an Umwelt- und Sozialstandards definiert hat. Die BMW Group hat sich zum Ziel gesetzt, dass sich Lieferanten von mineralischen Rohstoffen zukünftig nach diesem Standard zertifizieren lassen. Livent ist nun auf Empfehlung der BMW Group ein vorläufiges Mitglied der Initiative geworden und hat sich verpflichtet, sich nach dem IRMA-Standard bewerten zu lassen.

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