Battery LabFactory Braunschweig

Batteriediagnosestraße zur Untersuchung von Alterungsmechanismen

21. April 2020, 9:17 Uhr | Stefanie Eckardt
Arbeit an einer Glovebox in der Battery LabFactory.
Arbeit an einer Glovebox in der Battery LabFactory.
© Marisol Glasserman| TU Braunschweig

An der Battery LabFactory Braunschweig entsteht eine Batterie-Diagnosestraße, in der untersucht wird, wie Batteriezellen altern und wie diese länger fit bleiben. Mit den gewonnenen Daten lässt sich die Batteriezellproduktion gezielt anpassen.

Die Diagnosestraße erweitert die Infrastruktur der Battery LabFactory Braunschweig. Sie ermöglicht die reproduzierbare, systematische Alterungsanalyse, weil die Strukturen und Daten von den dort produzierten Elektroden und Zellen genau bekannt sind. Damit können die Güte von Produktionsparametern im Zusammenhang mit der Zell-Anwendnung, also der Art der Belastung bei der Nutzung, in Zusammenhang gebracht werden. Die Braunschweiger Forscher erhalten so ein detailliertes Verständnis über Mechanismen und Prozesse, die zur Alterung von Batterien und schließlich zum Batterielebensende führen.

Damit können bestehende Produktionsprozesse und Zellkonfigurationen optimiert, neue Materialien entwickelt und Modelle für Alterungssimulationen erstellt werden, aus denen sich  Lebensdauerprognosen und Nutzungsprofile ableiten lassen. In Zukunft erleichtert das, auf die Anwendung hin maßgeschneiderte Elektrodenstrukturen und Zellen zu produzieren sowie den Einfluss der Materialen im Detail zu verstehen.

Für die Diagnosestraße in der BLB werden sogenannte Gloveboxen, also  »Handschuhkästen«, die vom Arbeitsraum hermetisch und gasdicht abgeschlossen sind, in einem zusammenhängenden System aufgebaut und mit Messgeräten ausgestattet. Die Gasdichtheit der Anlage ist nötig, da die Aktivmaterialien der einzelnen Batteriekomponenten mit Luft reagieren.

Zunächst werden die Zelllen bestimmten Betriebssenarien und Umweltbelastungen ausgesetzt – um deren Nutzung gezielt nachzustellen. Nach der Öffnung der Batterien untersuchen die Forscherinnen und Forscher Veränderungen an Elektroden, Elektrolyt und Separatoren in physikalisch-elektrochemischen Analysen. Hier geht es um klimatische, mechanische, chemische, elektrische und elektrochemsiche Einflüsse. Um den Alterungsmechanismen noch genauer auf die Spur zu kommen, können gealterte und neue Komponenten und Materialien wieder zu neuen Zellen zusammengebaut, also reassembliert, werden.

Projektdaten: Der Aufbau der Diagnosestraße wird von der Regionalen Strukturförderung der Europäischen Union (EFRE) für die Projektlaufzeit vom 1. Oktober 2019 bis 31. Oktober 2021 mit 500.000 Euro gefördert.


Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

TU Braunschweig Institut für Partikeltechnik