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Vision PI

Fraunhofer-Team entwickelt visionäres Fahrzeugkonzept

18. November 2020, 14:30 Uhr   |  Stefanie Eckardt

Fraunhofer-Team entwickelt visionäres Fahrzeugkonzept
© Fraunhofer IAO

Mit »Vision PI« hat das Fraunhofer-Team ein nachhaltiges Mobilitätskonzept der Zukunft mit Lifestyle-Faktor entworfen.

Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Forschende aus sechs Fraunhofer-Instituten haben ein Fahrzeugkonzept entwickelt, das je nach Einsatz flexibel und individuell gestaltet werden kann. Das Konzept sieht eine Fahrgastzelle vor, die nach der Logik eines Schalenprinzips modular aufgebaut ist.

Wie lässt sich individuelle Luxusmobilität für die Welt im Jahr 2040 gestalten? Eine Welt, die von der Idee einer Kreislaufwirtschaft und deutlich gestiegenen Produktlebensdauern angetrieben sein wird. Eine Welt, die aber ebenso von dem Wunsch nach individuellen, sich schnell verändernden Lebensstilen bestimmt sein wird. Wie erreicht man zwischen diesen Polen maximalen Fahrkomfort? Um diese Fragen zu beantworten, hat ein interdisziplinäres Forschungsteam, bestehend aus Experten des Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie ICT, des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik IST, des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU sowie des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut WKI die »Vision PI«, ein modulares Zukunftskonzept der Mobilität, entwickelt. Das Konzept sieht eine Fahrgastzelle vor, die nach der Logik eines Schalenprinzips modular aufgebaut ist und flexibel an die individuellen Bedürfnisse der Reisenden angepasst werden kann: Tagsüber dient es als kommunikative Lounge, nachts wird es zur Ruhekapsel für eine erholsame Langstreckenfahrt. Der Innenraum ist flexibel anpassbar sowie adaptiv in seinen Einstellungen; die eingesetzten Materialien bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen oder sind auf optimale Wiederverwertbarkeit ausgelegt. Das gesamte Modul kann an verschiedene Mobilitätsträger angekoppelt werden – je nach Bedarf an eine Fahrzeugplattform, ein Flugtaxi oder an eine Hyperloop-Lösung. Es kann ebenso zur interaktiven VR-Lounge umgestaltet werden

»Die Grundlage für unser Mobilitätskonzept bildet die autonome, leichte und personalisierte AllCell, die mit diversen Plattformen kompatibel ist. Die AllCell kann fahren oder fliegen, wobei stets der effizienteste Energieträger eingesetzt wird«, erklärt Dr. Torben Seemann, der in seiner Funktion als Leiter von Smart Matrix Production am Fraunhofer IST, eines der Mitgliedsinstitute im Fraunhofer-Projektzentrum Wolfsburg, maßgeblich an der Entwicklung des Mobilitätskonzepts beteiligt ist. »Unser Konzept ist die Luxusvariante des individuellen Reisens. Exterieur, Interieur sowie Informations- und Kommunikationstechnik sind modular, individualisierbar und kontextadaptiv. Das Interieur der AllCell kann leicht modernisiert werden und ist immer auf dem neuesten Stand der Technik«, so Sebastian Stegmüller, Abteilungsleiter Mobility Innovation am Fraunhofer IAO. Eine weitere Besonderheit ist die nachhaltige Fahrzeugstruktur, die in langlebige, wiederverwendbare Bauteile sowie kurzlebige Verschleißteile bzw. designrelevante Bauteile aufgeteilt wird. »Die langlebigen Bauteile werden nach End-of-Life aufbereitet und in neuen Fahrzeugen wiederverwendet. Die kurzlebigen Bauteile werden hinsichtlich eines nahezu 100-prozentigen Materialrecyclings designt«, erläutert Dr. Philipp Rosenberg, Gruppenleiter Strukturleichtbau am Fraunhofer ICT.

Das Mobilitätskonzept war einer von fünf Vorschlägen, mit denen Fraunhofer am Ideenwettbewerb »#NEXTGen Moving Tomorrow Pitch« von BMW teilgenommen hat. Gesucht wurde dabei ein »visionäres, nachhaltiges und holistisches Gesamtkonzept für die Mobilität im Jahr 2040«.

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