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Systemdiagnostik als Enabler von Industrie 4.0


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Was ist die technische Systemdiagnostik?

Grundsätzliche Module einer prädiktiven Diagnostik
Grundsätzliche Module einer prädiktiven Diagnostik
© Synostik

Vom Grundgedanken her wurde die Systemdiagnose entwickelt, um Fehleranalysen technischer Systeme zu unterstützen. Ein technisches System lieferte im Fehlerfall einfache Fehlercodes oder Messwerte, die von einem Mechaniker unter Zuhilfenahme eines externen Systems ausgewertet wurden. Damit hatte sich die Meinung etabliert, Systemdiagnostik sei Fehlersuche. Diese Sichtweise hält sich bis heute. Dabei hat sich die Systemdiagnostik in den letzten 20 Jahren stark gewandelt, vor allem deckt sie heute zahlreiche Aufgaben über den gesamten Produktentstehungsprozess ab.

Entsprechend umfassend muss man den Begriff der Systemdiagnostik heute definieren: »Systemdiagnostik ist die Lehre und Kunst, Zustände von Systemen strukturiert zu erfassen, einzustellen und zu beschreiben. Darunter werden alle Methoden, Algorithmen, Datenformate, Prozesse, Verfahren und Tools verstanden, deren Ziel die Entwicklung, Herstellung, Reparatur und Wartung einer elektronischen Komponente ist. Die Anwendung der Systemdiagnostik umfasst das Konzeptionieren, Spezifizieren, Entwickeln, Testen und Produzieren sowie das Funktionieren, das Updaten, das Reparieren und das Warten des Systems.« Die technische Systemdiagnostik umfasst damit heutzutage alle Funktionen, die ein technisches System nicht in seiner eigentlichen Tätigkeit ausübt.

Ziele der technischen Systemdiagnostik

Die zentralen Fragen der Systemdiagnostik lauten:

• Wie können die Zeiten für Inbetriebnahme und Update sowie die Kosten für Wartung und Instandhaltung verringert werden?
• Wie lassen sich die Zuverlässigkeit sowie die Bedien- und Instandhaltungsfreundlichkeit des Systems erhöhen?
• Wie sind Fehler im System zu vermeiden?
• Wie lassen sich Kundendienst und Support vereinfachen und beschleunigen?
• Wie ist mehr Kundenzufriedenheit möglich?

Alle Entwicklungen im Bereich der Systemdiagnostik haben das Ziel, diese elementaren Fragen zu beantworten.

Als Beispiel sei hier die prädiktive Diagnostik erwähnt. Sie ist eine starke Instandhaltungsstrategie, um die Ziele der Systemdiagnostik zu erreichen. Sie vermeidet Fehler im System, erhöht dessen Zuverlässigkeit, senkt Wartungskosten und verkürzt Standzeiten. Zudem steigert sie die Kundenzufriedenheit. Der Mehraufwand für die Analyse und Entwicklung der prädiktiven Diagnostik zahlt sich schnell aus.


  1. Systemdiagnostik als Enabler von Industrie 4.0
  2. Was ist die technische Systemdiagnostik?
  3. Aufgaben der Systemdiagnostik

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