Schwerpunkte

Strömungssimulationen auf Partikelbasis

Siemens übernimmt Nextflow Software

09. Juni 2021, 21:30 Uhr   |  Andreas Knoll

Siemens übernimmt Nextflow Software
© Nextflow Software

Simulation eines Getriebegehäuses mit der CFD-Technik von Nextflow Software

Siemens hat Nextflow Software erworben, einen unabhängigen Anbieter von Lösungen für partikelbasierte Strömungssimulationen (CFD). Nextflow wird Teil des Geschäftsbereichs Siemens Digital Industries Software.

Das Angebot von Nextflow erweitert einerseits Siemens‘ Software-Portfolio „Simcenter“ und umfasst andererseits als Teil des Siemens-Portfolios „Xcelerator“ für Software und Services schnelle netzfreie CFD-Funktionen (Computational Fluid Dynamics), die die Analyse komplexer Applikationen mit transienten Strömungen und Bewegungen beschleunigen. In den Industriezweigen Automobilbau, Luft- und Raumfahrt sowie Schifffahrt gehören dazu Anwendungen wie etwa die Beölung von Getrieben, Tank Sloshing (Bewegung der freien Flüssigkeitsflächen, die sich beispielsweise bei Schwappvorgängen bilden) oder die Sprühkühlung von Elektromotoren.

»Unsere Kunden müssen anspruchsvolle Simulationen häufiger und zu einem früheren Zeitpunkt im Konstruktionsprozess durchführen können, und damit wächst die Nachfrage nach schnellen und automatisierten CFD-Simulationen für die Strömungsdynamik bei Gasen und Flüssigkeiten«, sagte Jean-Claude Ercolanelli, Senior Vice President Simulation and Test Solutions bei Siemens Digital Industries Software. »Die netzfreie Technologie hat sich zu einer führenden Lösung entwickelt: sie beschleunigt den Aufbau und die Bearbeitung derartiger Anwendungen und liefert damit schneller kostengünstigere Ergebnisse zum Produktverhalten.«

Siemens Digital Industries Software ist bereits auf dem CFD-Markt positioniert und bietet sowohl CAD-zentrierte als auch High-Fidelity-Lösungen in den verschiedensten Bereichen der Mechanik- und Elektrokonstruktion. Mit der Integration der Smoothed-Particle-Hydrodynamics-Technologie (SPH) von Nextflow Software in das Simcenter-Portfolio können Analytiker ergänzend netzfreie und netzbasierte Lösungsansätze nutzen und damit von den Stärken beider Software-Lösungen profitieren. Zudem ergeben sich laut Siemens neue Anwendungsmöglichkeiten, die bisher schwer zu lösen waren.

»Wir freuen uns sehr, nun zu Siemens zu gehören und den Umfang der CFD-Simulationen für unsere Kunden erweitern zu können«, sagte Vincent Perrier, CEO von Nextflow Software. »Heutzutage gibt es keinen einzigen Validierungsansatz, der für alle Industrieanwendungen passt. Angesichts der zunehmenden Komplexität technischer Probleme und kürzerer Konstruktionszyklen müssen Analytiker den bestmöglichen Kompromiss zwischen Genauigkeit und Berechnungszeit finden. Die SPH-Lösungen von Nextflow Software ergänzen sich gut mit dem bestehenden CFD-Angebot aus dem Simcenter-Portfolio - gemeinsam meistern sie Herausforderungen wie Komplexität und lange Laufzeiten.«

Nextflow Software ist ein Startup-Unternehmen, das 2015 gegründet wurde und seinen Hauptsitz im westfranzösischen Nantes hat. Sein Hauptschwerpunkt liegt in der Entwicklung von SPH-Lösungen als netzfreie CFD-Simulationsmethoden. Das Unternehmen hat dazu beigetragen, SPH aus den akademischen Laboratorien in die Hände der Analytiker in den verschiedensten Branchen zu übertragen, damit diese ihre komplexen transienten Probleme schneller simulieren und zu einem früheren Zeitpunkt in den Produktentwicklungszyklus einfließen lassen können.

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