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VDMA-Blitzumfrage zur Corona-Pandemie

Aufschwung noch lange nicht in trockenen Tüchern

28. September 2020, 09:37 Uhr   |  WEKA Fachmedien Newsdesk, GS

Aufschwung noch lange nicht in trockenen Tüchern
© VDMA

Dr. Ralph Wiechers, Chefvolkswirt beim VDMA: »Viele Unternehmen rechnen mit einem länger andauernden, fragilen Weg aus der Krise und richten ihre Unternehmensstrategie danach aus«.

Bei der achten Auflage der VDMA-Blitzumfrage in der Corona-Krise zeigt sich, dass die »Auftragslage das Sorgenkind bleibt«. Die Hoffnung auf eine schnelle wirtschaftliche Erholung schwindet mit der Gefahr von flächendeckenden Lockdowns.

Die zwischenzeitliche Hoffnung auf eine rasche wirtschaftliche Erholung ist bei vielen Maschinen- und Anlagenbauern einer leicht gestiegenen Skepsis gewichen. So lautet die Kernbotschaft der 8. VDMA-Blitzumfrage zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie, an der 522 Mitgliedsunternehmen teilnahmen. Gerade einmal 18 Prozent der Unternehmen erwarten eine Rückkehr auf das Umsatzniveau von 2019 bereits im Jahr 2021. Mitte Juni waren es noch mehr als 30 Prozent. »Zuletzt hat sich die konjunkturelle Dynamik im Maschinenbau wieder etwas abgeschwächt, ein 'V' scheint zunehmend unwahrscheinlich. Viele Unternehmen rechnen mit einem länger andauernden, fragilen Weg aus der Krise und richten ihre Unternehmensstrategie danach aus«, analysiert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

Entscheidender Faktor für Ausmaß und Tempo der Erholung ist die Bereitschaft der
Kunden, wieder zu investieren und neue Projekte anzugehen – und zwar weltweit.
»Seit Ende Mai ist der Anteil der Unternehmen mit gravierenden Auftragseinbußen
und Stornierungen zwar sukzessive von 45 Prozent auf 28 Prozent gesunken.
Dennoch macht die anhaltende Auftragsflaute vielen Maschinen- und
Anlagenbauern weiterhin zu schaffen«, berichtet Wiechers. 80 Prozent der Unternehmen erwarten nachfrageseitig auch in den nächsten drei Monaten keine Besserung. »Damit sind die Betriebe sogar etwas pessimistischer als Anfang Juli, als immerhin 26 Prozent mit einer Aufhellung in den Folgemonaten rechneten«, ergänzt der VDMA-Chefvolkswirt. Es gibt jedoch mit einem Anteil von 13 Prozent auch einige Maschinen- und Anlagenbauer, die bislang weitgehend gut durch die Krise gekommen sind und voraussichtlich 2020 keine Umsatzrückgänge verbuchen werden.

VDMA Blitzumfrage zur Corona-Pandemie September 2020

Die Beeinträchtigungen des Maschinenbaus durch Auftragseinbußen und Stornierungen haben sich im September 2020 geringfügig verbessert.
Die Maschinenbaufirmen rechnen wieder vermehrt mit Beeinträchtigungen der Geschäfte sowohl angebotsseitig als auch nachfrageseitig.
Flächendeckende Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie sieht der Maschinenbau als gravierendstes Risiko.

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Flächendeckende Lockdowns größtes Risiko

Die wieder ansteigenden Infektionsraten führen zu wachsender Verunsicherung der Investoren. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmer sehen eine zweite Welle als größtes Abwärtsrisiko für die jüngst begonnene konjunkturelle Belebung. »Trotz steigender Infektionszahlen in vielen wichtigen Märkten muss es gelingen, flächendeckende Lockdowns unbedingt zu vermeiden. Statt eines erhofften Aufschwungs droht sonst eine Verschärfung der Krise. Die zügige Entwicklung eines Impfstoffs könnte zusätzlich für Entlastung sorgen«, analysiert Wiechers.

Die große Unsicherheit wirkt sich auch negativ auf die eigene Investitionsbereitschaft der Maschinen- und Anlagenbauer aus. Im Vergleich zum Krisenjahr 2020 erwarten 37 Prozent der Betriebe für 2021 nur geringe Investitionszuwächse von 0 bis plus 10 Prozent. Über 40 Prozent der Unternehmen planen ihre gesamten Investitionen in Deutschland. »Kleine Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 50 Mio. Euro sehen dabei 82 Prozent ihrer geplanten Investitionen in Deutschland vor, während Großunternehmen mit einem entsprechenden Umsatz von mehr als 1 Mrd. Euro 43 Prozent ihrer Investitionen in Deutschland tätigen wollen«, erläutert Wiechers. Fast jedes vierte Maschinen- und Anlagenbauunternehmen hat zudem einen weitergehenden Personalabbau in die Wege geleitet oder plant dies in absehbarer Zeit. »Die anhaltend schwache Geschäftslage zwingt viele Betriebe, sich vermehrt mit dem Thema Personalabbau zu beschäftigen. Neben Kurzarbeit (64 %) und Einstellungsstopps (62 %) planen etwa drei Viertel der angesprochenen Unternehmen einen Stellenabbau im Umfang von 5 bis 15 Prozent der Gesamtbelegschaft«, so der VDMA-Chefvolkswirt.

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