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VDMA-Blitzumfrage zur Corona-Pandemie

Globale Lieferketten bremsen Maschinenbau

18. März 2020, 13:42 Uhr   |  Gerhard Stelzer

Globale Lieferketten bremsen Maschinenbau
© CDC / unsplash

Das Corona-Virus bewirkt auch Beeinträchtigungen im Maschinenbau, wie der VDMA in einer Blitzumfrage eruiert hat.

Bei einer Blitzumfrage des VDMA hat sich ergeben, dass Unternehmen mit weiteren Beeinträchtigungen und Umsatzeinbußen rechnen. Deshalb werden auch Kapazitätsanpassungen stattfinden.

Die Corona-Pandemie zeigt nach Recherchen des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) in dem von globalen Wertschöpfungsnetzwerken geprägten Maschinenbau messbare Folgen. Schon jetzt spüren knapp 60 Prozent aller Betriebe Beeinträchtigungen der Lieferketten, wenngleich die Auswirkungen überwiegend noch als »gering bis mittel« eingestuft werden. Dies ist das Ergebnis einer VDMA-Blitzumfrage, die von gut 1000 Unternehmen beantwortet wurde. »Die Störungen der Lieferketten machen sich immer deutlicher bemerkbar, wobei hier bislang die Lieferländer Italien und China die größten Sorgen bereiten«, erklärt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Diese Störungen können nur teilweise durch alternative Lieferanten abgewendet werden.

Dr. Ralph Wiechers, VDMA: »Trotz hoffnungsvollem Start kommt der Maschinenbau auch 2014 nur schwer in Gang.«
© VDMA

VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers: »Die Störungen der Lieferketten machen sich immer deutlicher bemerkbar, wobei hier bislang die Lieferländer Italien und China die größten Sorgen bereiten«.

Drei Viertel der Unternehmen, die bislang noch nicht betroffen sind, rechnen in den kommenden drei Monaten mit Beeinträchtigungen. »Deshalb ist es umso wichtiger, dass der Warenverkehr innerhalb der EU weiter frei fließen kann und auch Berufspendler, insbesondere Servicekräfte über die Grenzen zur Arbeit können«, fordert Wiechers. Mit Blick auf die Ankündigung von Produktionsstopps in der Autoindustrie ergänzt der VDMA-Chefvolkswirt: »So lange die Werkshallen nicht ganz geschlossen werden, können unsere Firmen die bestellten Maschinen und Anlagen theoretisch auch weiterhin ausliefern oder ihren Service durchführen. Aber je stärker die Restriktionen in unseren Kundenbranchen werden, umso heftiger werden auch wir als Ausrüster getroffen.«

VDMA-Blitzumfrage zur Corona-Pandemie

Bild 1. Fast 60 Prozent aller Unternehmen im VDMA spüren bereits Einschnitte durch die Corona-Pandemie.
Bild 2. Art und Ausmaß der Beeinträchtigungen der Unternehmen durch die Corona-Pandemie.
Bild 3. 19 Prozent der durch die Corona-Pandemie verursachten Störungen in der Lieferkette lassen sich nicht abwenden, 54 Prozent nur teilweise.

Alle Bilder anzeigen (3)

Die VDMA-Blitzumfrage zeigt auch, dass von den Auswirkungen der Pandemie alle Fachzweige des Maschinenbaus betroffen sind. In den Betrieben herrscht vielerorts Unsicherheit, ob die Produktionsausfälle in diesem Jahr noch aufgeholt werden können. Rund 70 Prozent der befragten Unternehmen rechnen für 2020 mit Umsatzeinbußen, davon knapp die Hälfte (45 Prozent) mit Umsatzrückgängen von mehr als 10 Prozent. In der Folge haben gut 40 Prozent der befragten Maschinenbaubetriebe bereits Kapazitätsanpassungen vorgenommen, überwiegend über das Arbeitszeitkonto, aber auch durch Kurzarbeit. »Personalabbau wird auch in der mittelständischen Maschinenbauindustrie zunehmend zum Thema«, warnt Wiechers. Etwa die Hälfte der Unternehmen erwägt zugleich eine Kürzung der Investitionsvorhaben für 2020.

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