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Augmented/Mixed Reality

Weitere 8 Millionen Euro für Start-up TriLite

Das Wiener Unternehmen TriLite entwickelt kompakte Projektoren für AR-Brillen. Das aktuellste Modell hat weniger als 1 cm³ Bauvolumen.
Das Wiener Unternehmen TriLite entwickelt kompakte Projektoren für AR-Brillen. Das aktuellste Modell hat weniger als 1 cm³ Bauvolumen.
© TriLite

Im professionellen Umfeld wird mit Augmented und Mixed Reality bereits Geld verdient, aber nicht in der Konsumelektronik. Das junge Wiener Unternehmen TriLite will das ändern und erhält dafür weitere 8 Millionen Euro Risikokapital.

Die Aussagen verschiedener Analysten zu Augmented (AR) und Mixed Reality (MR) zeigen in die gleiche Richtung: innerhalb der nächsten fünf bis sieben Jahre soll der weltweite Umsatz um durchschnittlich etwa 60 Prozent wachsen – jährlich. Das Analystenhaus Artillery Intelligence prognostiziert, dass die Ausgaben für AR-Hardware und das Erstellen von AR-gerechten Inhalten bis 2025 auf 17,7 Milliarden US-Dollar ansteigen werden, ausgehend von 1,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020.

Wenig Interesse aus der Konsumelektronik

Auffällig dabei ist, dass auf den Bereich Konsumelektronik kaum Umsatz entfällt. Die mit Abstand größte Investitionsbereitschaft besteht laut den Analysten bei den professionellen Anwendungen in Unternehmen. Als Gründe dafür sieht das VDC Fellbach u.a. den zu großen Formfaktor und das zu hohe Gewicht der aktuellen Modelle. Um beides in den Griff zu bekommen, könne es laut Facebooks AR/MR-Chef Michael Abrash noch bis zum Jahr 2025 oder 2030 dauern.

Kompakte Projektionstechnik aus Wien

In Wien will man den F&E-Abteilungen der großen Datenbrillen-Hersteller nicht so viel Geduld abverlangen. Das dort ansässige Start-up TriLite hat dafür das »Trixel 3« entwickelt, ein Projektionsdisplay mit lediglich 0,92 cm³ Bauvolumen. Nach eigenen Angaben ist es aktuell das kleinste und leichteste kommerziell verfügbare Projektionsdisplay und soll zur schnelleren Miniaturisierung von Datenbrillen führen. Dafür konnte das junge Unternehmen um Geschäftsführer Peter Weigand weitere Investoren gewinnen. Insgesamt beteiligen sie sich mit 8 Millionen Euro an dem Vorhaben. »Das Team hat das weltweit kleinste Projektionsdisplay entwickelt und so den Weg für führende OEMs geebnet, auf den AR- und MR-Markt vorzustoßen«, formuliert Alexander Moser-Parapatits, Geschäftsführer von B&C Innovation Investments die Gründe und auch die Erwartungen hinter der Beteiligung.

Relevante Anbieter

Peter Weigand, Geschäftsführer von TriLite.
Peter Weigand, Geschäftsführer von TriLite.
© TriLite

Wie die anderen Investoren interessiert sich B&C für technische Entwicklungen mit hohem Potenzial für Zukunftsmärkte und hält u.a. eine Minderheitenbeteiligung am Netzwerktechnik-Pionier für Time-Sensitive Networking (TSN) TTTech. Hermann Hauser, bekannt als Deep-Tech-Pionier, gehört ebenfalls zu den Investoren und sieht die Projektoren als Türöffner. »Sie ermöglichen die Produktion von AR- und MR-Brillen, die ebenso leicht und handlich sind wie heutige herkömmliche Brillen. Das wird die Verbreitung von AR und MR im Consumer-Bereich definitiv vorantreiben.«

Der kleine Formfaktor bei hoher Bildqualität und geringer Stromaufnahme wird laut Firmenangaben durch die Kombination von integrierter RGB-Laserlichtquelle, MEMS-Spiegel und eigenentwickelte Kalibrier-Algorithmen erreicht.

Erfolgsfaktor Sichtfeld

Für Augmented-Reality-Anwendungen müssen die Projektionseinheiten ein ausreichend großes Sichtfeld bereitstellen. Dass diese Anforderung eine Herausforderung für Entwickler darstellt, erklärte Dr. Uwe Vogel vom Fraunhofer FEP in einem Interview mit dem Fachmagazin Elektronik zu Jahresbeginn: »Der Mensch kann ein relativ weites Sichtfeld überblicken und daher stößt man schnell an Grenzen, wenn dieses Sichtfeld vollständig mit einem virtuellen Bild überlagert werden soll«. Auf der Webseite von TriLite finden sich bisher keine technischen Angaben zu »Trixel 3«. Eine Orientierung bieten die Spezifikationen des Vorgänger-Modells »Trixel 2«. Dort wird das Sichtfeld mit 20 x 40 ° angegeben und ist damit um einiges größer als bei vergleichbaren Projektionstechniken.

Nächste Schritte

Wofür werden die 8 Millionen Euro eingesetzt? »Wir werden das Kapital der aktuellen Finanzierungsrunde nutzen, um weiter in neuartige Technologien zu investieren und unseren Wettbewerbsvorteil auszubauen«, erklärt TriLites Geschäftsführer Peter Weigand im Zuge der abgeschlossenen Finanzierungsrunde. »Zudem werden wir unser Patentportfolio stärken und unsere Plattform für Produktionsdienstleistungen erweitern.« Offizielle Pläne, wann eine Markteinführung der ersten Konsumelektronik-Datenbrillen mit »Trixel 3«-Projektor angestrebt sind noch nicht kommuniziert. 


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