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Display Industry Award 2020

Audi gewinnt mit virtuellem Außenspiegel

09. Juni 2020, 05:37 Uhr   |  Anja Zierler

Audi gewinnt mit virtuellem Außenspiegel
© Audi AG

Für die Entwicklung eines virtuellen Außenspiegels.gewinnt DFF-Mitglied Audi den Display Industry.

In der Kategorie „Display-Komponente des Jahres“ gewinnt mit Audi ein Mitglied des Displayforums DFF e.V. den Display Industry Award 2020. 

Der von der „Society for Information Display“ (SID) vergebene Award zählt zu den höchsten Auszeichnungen in der Branche und wird in den Kategorien „Display-Anwendung des Jahres“, „Display des Jahres“ und „Display-Komponente des Jahres“ vergeben. Audi erhält den Award in der Kategorie „Display-Komponente des Jahres“ für die Entwicklung eines virtuellen Außenspiegels. 

Die Society for Information Display (SID) ist eine weltweit agierende Berufsorganisation, die sich auf die Weiterentwicklung von elektronischen Anzeige- und visuellen Informationstechnologien konzentriert und dabei eine Plattform für die Zusammenarbeit, Kommunikation und Weiterentwicklung der Displaybranche und seiner Technologien bietet. Die Mitglieder sind Fachleute aus den verschiedensten Geschäftsbereichen der Displayindustrie wie Forschung, Design, Herstellung, Anwendung, Marketing und Vertrieb.

Mit dem Display Industry Award zeichnet die SID technologisch herausragende Entwicklungen in den Bereichen Wearables, Immersion, Fahrzeuge und Augumented Reality aus. Die offizielle Preisverleihung findet dieses Jahr im Rahmen der 57. Display Week vom 3. bis 7. August statt, die erstmals rein virtuell durchgeführt wird. 

Mit dem e-tron wurde das erste großvolumige vollelektrische Fahrzeug von Audi entwickelt. Dabei sollte auch ein virtueller Seitenspiegel zum Einsatz kommen. Als Alternative zu einem herkömmlichen Spiegel bietet ein Kamera-Display-System einen reduzierten Luftwiderstand, was die Reichweite des Fahrzeugs erhöht. Weiterhin werden die Geräusche des Luftstroms aufgrund des geringeren Systemvolumens des Außenspiegels reduziert. 

Im Innenraum hat Audi 7-Zoll-OLED-Displays verbaut, die gegenüber LCD-Displays einen wesentlich höheren Kontrast aufweisen und wesentlich schnellere Schaltzeiten auch bei sehr niedrigen Temperaturen zulassen. Mit dem Einsatz eines 5,7-Zoll-AMOLED-Displays in der Smart Control für die Passagiere auf den Rücksitzen des Audi A8 sammelte man bei Audi bereits davor erste Erfahrungen mit der OLED-Technologie.

Die eingesetzten OLEDs müssen alle Automotive Spezifikationen erfüllen und die komplette Lifetime eines Autos ohne Probleme überstehen. Selbst das zweijährige Parken eines Fahrzeuges in der Wüste hat Audi erfolgreich simuliert, wobei hier nicht nur die Temperatur sondern auch eine sehr hohe UV-Strahlung eine Rolle spielen. 

Seit 2018 werden virtuelle Außenspiegel bei einem Serienfahrzeug im Ausstattungspaket angeboten, wobei sie beim Audi e-tron optional erhältlich sind. Die kleinen Außenkameras sind in sechseckige Träger anstelle der normalen Außenspiegel eingebaut. Die Bilder werden digital verarbeitet und auf OLED-Displays mit 1280 x 800 Pixel angezeigt. Diese sind im Übergang zwischen Instrumententafel und Tür verbaut. Durch die spezielle Bildverarbeitung sollen die Displays in bestimmten Situationen wie beispielsweise direkter Sonneneinstrahlung ein deutlich besseres Bild für den Fahrer als ein herkömmlicher Spiegel liefern. Die Spiegel passen sich automatisch drei verschiedenen Fahrsituationen an: Autobahn, Spurwechsel und Parken. Auf der Autobahn wird das Sichtfeld reduziert, damit der Fahrer bei schneller Fahrt die Geschwindigkeit besser einschätzen kann. Andere Fahrzeuge erscheinen dadurch größer im Display. Bei einem Fahrspurwechsel wird das Bilddetail auf der relevanten Fahrzeugseite erweitert und damit der tote Winkel reduziert. Beim Manövrieren und Parken des Fahrzeugs wird die Sicht nach unten erweitert und so mögliche Hindernisse angezeigt. Der Blinker ist als eine grüne Kontur auf dem Außenrahmen visualisiert und Benachrichtigungen vom Seitenassistenten werden ebenfalls eingeblendet. Die Resonanz von Kunden, die diese Option bestellt haben, war laut Unternehmensangabe positiv, so dass die Entwicklung des virtuellen Seitenspiegels fortgesetzt wird.

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