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AMA Innovationspreis 2021

Das sind die vier Nominierten

26. Februar 2021, 16:00 Uhr   |  Markus Haller

Das sind die vier Nominierten
© AMA

Aus 29 Bewerbungen stehen die vier Finalisten fest.

Der AMA Verband hat die vier Finalisten des Innovationspreises und den Gewinner der Sonderkategorie junges Unternehmen bekannt gegeben. Prämiert werden Neuentwicklungen aus der Sensorik – diesmal kommen sie von drei etablierten Firmen und einem Start-up.

Ein paar weniger Einreichungen aus dem Ausland gingen bei der Jury um den Vorsitzenden Prof. Andreas Schütze von der Universität des Saarlandes ein – vermutlich bedingt durch die Corona-Umstände.

Prof. Andreas Schütze
© AMA

Prof. Andreas Schütze: »Der Sensor wird immer mehr zum Messsystem – es gibt Entwicklungen in Richtung interne Korrekturen und mehr erfasste Messparameter.«

Mit 5 von insgesamt 29 liegt der internationale Anteil der Bewerbungen bei rund 17 %. »Normalerweise liegt die Quote bei rund einem Drittel«, kommentiert Prof. Schütze, »aber was mich freut, ist, dass vor allem die jungen Unternehmen nicht nachlassen.«

Vier Finalisten

Unter den Finalisten findet sich mit 2pi-Labs ein Start-up, das zugleich die Kategorie junges Unternehmen gewonnen hat. Hier können sich Unternehmen bewerben, die nicht länger als fünf Jahre am Markt sind, weniger als 50 Mitarbeiter beschäftigen und einen Jahresumsatz unter 10 Millionen Euro erwirtschaften. Als Gewinner erhält 2pi-Labs einen kostenfreien Messestand auf der Sensor+Test 2021, die in diesem Jahr als digitale Messe stattfindet.

2pi-Labs – softwaredefiniertes Radar

Softwaredefiniertes mmWellen-Radarsystem u.a. zur Schichtdickemessung.
© 2pi-Labs

Softwaredefiniertes mmWellen-Radarsystem »2πSENSE« u.a. zur Schichtdickemessung.

In die Endrunde des Innovationspreises wurde 2pi-Labs für seine Technologie-Plattform »2πSENSE« gewählt. Sie ermöglicht softwaredefinierte Radaranwendungen im industriellen und wissenschaftlichen Umfeld mit ultraschnellen Breitband-Frequenzgangmessungen im D-Band (126 – 182 GHz), die man sonst nur von Spektrumanalysatoren kennt. Die Plattform besteht aus einem Mehrkanal-Millimeterwellen-IC, flexibler Hardware und modernen Schnittstellen wie OPC-UA. Sie ermöglicht Anwendungen wie eine µm-genaue Abstandsmessung, hochauflösende Dickenmessungen (Rohrextrusion), Radar-Imaging (NDT) und genaue Materialcharakterisierung (Prozesskontrolle).

General Electric Research Center – Gassensorik mit dielektrischer Anregung

Das Prinzip der dielektrischen Anregung lässt sich auf Metalloxid-Halbleiter-Gassensoren verschiedener Hersteller anwenden.
© General Electric

Das Prinzip der dielektrischen Anregung lässt sich auf Metalloxid-Halbleiter-Gassensoren verschiedener Hersteller anwenden.

Gassensoren arbeiten häufig mit einer Widerstandsmessung über Metalloxid-Halbleitern. Eine Forschungsgruppe des General Electric Research Centers hat ein dielektrisches Anregungsschema als eine »zeitgemäße Alternative« entwickelt. Die Methode bietet ein lineares Gasansprechverhalten (R² > 0,99) und einen dynamischen Gaskonzentrationsbereich von sechs Dekaden. Störende Einflüsse durch Feuchtigkeit und Temperatur werden reduziert bzw. eliminiert. Die Besonderheit an der Entwicklung: Es wurde kein Produkt entwickelt, sondern eine grundlegende Technik, die sich auf verschiedene Sensoren von unterschiedlichen Herstellern übertragen lässt, sofern die Sensoren mit Metalloxid-Halbleitern arbeiten. Erprobt wird die Technik aktuell u.a. in Industrie, Medizin und innerer Sicherheit.

Endress+Hauser – Cloud-Sensor »InQGuard Brew QWX43«

Cloud-Sensor »InQGuard Brew QWX43« für Brauereien.
© Endress-Hauser

Cloud-Sensor »InQGuard Brew QWX43« für Brauereien.

Der Sensor ist für die Überwachung der Fermentation in Brauereien ausgelegt. Die Entwickler haben einen Aufbau gefunden, der mit zwei Piezo-Stimmgabeln und einem Temperatursensor relativ einfach gehalten ist, hygienisch in einem Metallgehäuse gekapselt und gleichzeitig viele Messparameter erfasst. Dazu gehören Dichte, Viskosität, Gärgrad, Extrakt, Alkohol, Zuckerkonzentration. Der Brauprozess wird permanent überwacht, protokolliert und dokumentiert. Prozessauswertungen wie Beginn und Ende der Gärung erfolgen über ein Webinterface mit Cloud-Anbindung.

First Sensor – Gascharakterisierung mit MEMS- µ-Abtastung

Gaseigenschaftssensor mit Mikrokavität.
© First Sensor

Gaseigenschaftssensor mit Mikrokavität.

First Sensor hat einen neuen Typ von Gaseigenschaftssensor entwickelt. Er besteht aus einem thermischen Durchflusssensor, der mit einem in MEMS-Technik gefertigten Mikrohohlraum kombiniert wurde. Mit diesem Aufbau lassen sich mit einem Sensor mehr Messparameter als üblich erheben: Viskosität, Dichte, Wärmekapazität und Wärmeleitfähigkeit. Damit werden Gase besser bzw. sicherer identifiziert und Gasgemische leichter differenziert, um die Leistung von thermischen Massendurchfluss-Sensoren zu steigern. Vor allem bei Anwendungen mit wechselnder Gaszusammensetzungen ist der Gasanalyseaufwand sehr hoch – der Sensor stellt auch eine günstige Alternative dazu dar.

»Der Sensor wird immer mehr zum Messsystem. Das ist ein Trend, den wir bei den Einreichungen ausgemacht haben und der sich bei den Finalisten widerspiegelt«, sagt Prof. Schütze. Der Sieger des mit 10.000 Euro dotierten Preises wird am 3. Mai 2021 bekannt gegeben, während der Eröffnungsveranstaltung der Sensorik-Fachkonferenz Sensor and Measurement Science International (SMSI). Sie findet parallel zur Sensor+Test 2021 ebenfalls als digitale Veranstaltung statt.

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