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Bitkom befragt deutsche Unternehmen

Breite Mehrheit will den digitalen Euro

14. Juli 2021, 12:01 Uhr   |  Nicole Wörner

Breite Mehrheit will den digitalen Euro
© Bitkom

Klare Meinung: Die deutschen Unternehmen wollen den Digitalen Euro

Die deutsche Wirtschaft hat eine klare Meinung zum digitalen Euro: Drei Viertel (78 %) aller Unternehmen ab 50 Beschäftigten wollen, dass die EZB einen digitalen Euro einführt. Nur jedes Fünfte (20 %) hält nichts von solchen Plänen. So das Ergebnis einer Bitkom-Umfrage.

»Andere Nationen sind bei digitalem Zentralbankgeld schon weiter und haben bereits Pilotprojekte gestartet«, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. »Wir müssen unser Tempo erhöhen, um diesen Vorsprung aufzuholen.« Und: »Europa sollte bei digitalem Zentralbankgeld eine weltweit führende Rolle anstreben. Der digitale Euro ist ein ganz zentrales Element einer digital souveränen EU.«

Für einen digitalen Euro spricht...

...aus Sicht der Unternehmen vor allem, dass sonst andere staatliche oder private Digitalwährungen zum Einsatz kommen, die europäische Werte untergraben könnten (78 %). Zwei Drittel (69 %) plädieren für den digitalen Euro, damit auf dem künftigen Kapitalmarkt mit tokenisierten Wertpapieren nahtlose Zahlungs- und Abwicklungsprozesse möglich werden. Und ähnlich viele (64 %) sehen einen Vorteil darin, dass auch bei abnehmender Bedeutung von Bargeld im digitalen Zeitalter den Bürgern der direkte Zugang zur Zentralbank erhalten bleibt. 6 von 10 (60 %) erwarten, dass ein digitaler Euro es der EZB in Krisenzeiten ermöglicht, neue geldpolitische Instrumente wie etwa Negativzinsen effektiver umzusetzen. Und 40 % sehen den Bedarf für einen digitalen, programmierbaren Euro in der Industrie, um Zahlungsprozesse zu automatisieren. Damit könnten sich zum Beispiel Machine-to-Machine-Zahlungen im Internet of Things umsetzen lassen. Nur 11 % sind der Meinung, ein digitaler Euro habe überhaupt keine Vorteile.

Allerdings gibt es auch Sorgen...

...rund um die Einführung eines digitalen Euros. So sehen zwei Drittel (65 %) Datenschutzrisiken, wenn die Zentralbank tiefere Einblicke in die Zahlungsprozesse erhält. Rund jedes zweite Unternehmen (49 %) sieht die Finanzstabilität gefährdet, weil durch den digitalen Euro der Einfluss der Banken in Krisenzeiten sinkt. Nur jedes zehnte Unternehmen (10 %) sieht schlicht keinen Bedarf für einen digitalen Euro, 8 % meinen, die Wirtschaft solle selbst Lösungen für den Zahlungsverkehr der Zukunft entwickeln. Lediglich 13 % geben an, es spreche nichts gegen einen digitalen Euro.

Grundlage der Angaben...

...ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 652 Verantwortliche für digitale Technologien bzw. Blockchain in Unternehmen ab 50 Mitarbeitern in Deutschland telefonisch befragt. 

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