James-Webb-Teleskop

Alles bereit für »neues Bild des Kosmos«

17. März 2022, 8:03 Uhr | Heinz Arnold
ASA/STScl
Dass der Hauptspiegel des James Webb-Teleskop sehr gut funktioniert, beweist die erste Aufnahme eines hellen Sterns: Alle 18 Segmente fokussieren den Stern auf dieselbe Stelle – es wirkt, als ob ein Spiegel aus einem Guss im James-Webb-Teleskop arbeiten würde.  
© ASA/STScl

Das James-Webb-Teleskop der NASA hat seine Spiegelsegmente erfolgreiche ausgerichtet – sogar besser als gedacht.

Wie die Testaufnahme eines Sterns jetzt zeigt, wird die Leistungsfähigkeit des Instruments die Erwartungen der Wissenschaftler erfüllen, wenn nicht sogar übertreffen.  

Darüber hinaus wurden keinerlei Probleme oder Verschmutzungen an der Optik festgestellt: Das Teleskop kann das Licht weit entfernter Objekte sammeln und an die Messinstrumente weiterleiten. Es werden zwar noch Monate vergehen, bis das Teleskop ein »neues Bild des Kosmos« aufnehmen kann, wie die NASA formuliert. Doch die jetzt durchgeführten Messungen zeigen schon heute: Das bisher einzigartige optische System funktioniert voraussichtlich genauso wie geplant – ein weiterer Meilenstein für James Webb.

»Vor mehr als 20 Jahren hat das Webb-Team mit dem Entwurf des leistungsfähigsten Teleskops begonnen, das jemals ins All geschickt wurde. Die Wissenschaftler haben eine völlig neue Optik entwickelt, um die hohen Anforderungen der Astronomen erfüllen zu können«, sagt Thomas Zurbuchen, Associate Administrator des Science Mission Directorate der NASA in Washington. »Heute können wir sagen, dass die Anstrengungen erfolgreich waren: James Webb liefert.«

Für Teleskope auf der Erde sind aus Segmenten aufgebaute Hauptspiegel schon länger nichts neues mehr. James Webb ist das erste im Weltraum stationierte Teleskop, dessen Hauptspiegel mit einem Durchmesser von 6,5 m aus Segmenten besteht: Es handelt sich um 18 hexagonal geformte Einheiten aus Beryllium. Sie mussten zunächst für den Start eingefaltet werden. Als das Teleskop seinen Zielort erreicht hatte, wurden die Segmente ausgefahren und zu einem einzigen Spiegel zusammengesetzt. Die Segmente mussten dann mit einer Präzision im Nanometerbereich justiert werden, damit die Abbildung wirkt, als ob sie von einem Spiegel aus einem Guss stammt.

 


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