Meilenstein für das Weltraumteleskop

James Webb setzt die Sonnensegel

5. Januar 2022, 10:48 Uhr | Ute Häußler
Nasa James webb weltraumteleskop
Am 4. Januar 2022 schlossen die Ingenieur:innen den Einsatz des Sonnenschutzschildes des James Webb Space Telescope erfolgreich ab, hier während des letzten Einsatztests auf der Erde im Dezember 2020 bei Northrop Grumman in Redondo Beach, Kalifornien.
© NASA

Ein wesentlicher Schritt zur Inbetriebnahme des Weltraumteleskops »James Webb« ist geschafft: Der der Größe eines Tennisplatzes entsprechende Sonnenschutz des Teleskops ist laut US-Raumfahrtbehörde Nasa vollständig aufgespannt worden.

Mit dem Setzen des Sonnensegels ist eine der kompliziertesten Prozeduren beim Aufbau des Teleskops abgeschlossen.

Es handele sich um einen »unglaublichen Meilenstein«, der für den Erfolg der Mission äußerst wichtig sei, sagte Webb-Programmdirektor Gregory Robinson im Nasa-Hauptsitz in Washington. Er sprach von einem »Wunderwerk der Technik«. Mit dem gemeinsam von Weltraumbehörden in Europa, den USA und Kanada gebauten Teleskop sollen die ältesten Galaxien des Weltalls erkundet werden.

Forscher bangten acht Tage

Bei der rund acht Tage dauernden Entfaltung des Schutzschildes mussten tausende Teile präzise zusammenarbeiten, wie Robinson weiter sagte. Laut Nasa wird die Abschirmvorrichtung das Teleskop vor Licht und Hitze von Sonne, Erde und Mond schützen und die Arbeit bei Temperaturen von unter etwa minus 229 Grad ermöglichen. Sie besteht demnach aus fünf Schichten. Jede der Folien sei ungefähr so dünn wie ein menschliches Haar und mit reflektierendem Metall beschichtet, hieß es. Der dadurch gebotene Schutz entspreche in etwa der Größenordnung des Sonnenschutzfaktors eine Million.

Das Teleskop war am 25. Dezember an Bord einer Ariane-Trägerrakete vom europäischen Weltraum-Bahnhof Kourou in Französisch-Guayana ins All gestartet. Das Webb-Team habe drei Tage darauf begonnen, den Sonnenschutz ferngesteuert zu entfalten. Das Teleskop soll 1,5 Millionen Kilometer weit in den Weltraum fliegen und für diese Strecke etwa vier Wochen benötigen.

Wissenschaftler erhoffen sich von den Aufnahmen unter anderem Erkenntnisse über die Zeit nach dem Urknall vor rund 13,8 Milliarden Jahren. Erste Daten und Bilder des Teleskops werden frühestens im Sommer erwartet. Das James-Webb-Teleskop wurde laut Betreiberangaben rund 30 Jahre lang entwickelt und kostete etwa 10 Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro). Es folgt auf das Teleskop »Hubble«, das seit mehr als 30 Jahren im Einsatz ist.


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