Internet of Things 10 Mio. über Satelliten vernetzte Geräte bis 2025

Die Anzahl der über Satelliten vernetzten IoT-Geräte zwischen 2019 und 2015.
Die Anzahl der über Satelliten vernetzten IoT-Geräte zwischen 2019 und 2025.

Die Anzahl der über Satelliten verbundenen IoT-Geräte wird sich bis 2025 auf 10 Mio. Geräte vervierfachen.

Damit wird die Zahl laut der Analysten von Omdia durchschnittlich um 25 Prozent pro Jahr wachsen. Im selben Zeitraum wird sich der Umsatz voraussichtlich verdoppeln: Bis 2025 werde das Geschäft mit der IoT-Vernetzung über Satelliten von 233 Mio. Dollar auf 544 Mio. Dollar wachsen.

»Innerhalb der »NewSpace«-Bewegung haben sich mehrere Projekte herausgebildet, sie gibt Impulse dazu, dass sich die private Raumfahrtindustrie entwickeln kann«, sagt Sam Lucero, Senior Principal Analyst IoT von Omdia. Dazu gehören Starlink von SpaceX, Kuiper von Amazon und OneWeb, in die unter anderem Softbank investiert hat und die gerade Insolvenz anmelden musste. Sie wollen Breitband-Internet-Verbindungen in Regionen bringen, die bisher über terrestrische Systeme nicht abgedeckt werden konnten. Das führt dazu, dass bis 2025 über 10 Mio. IoT-Geräte zusätzlich eingebunden werden können.

Zwar wird die Zahl der über Satelliten vernetzten IoT-Geräten, gemessen an den übrigen Verbindungen, nur einen kleinen Anteil ausmachen, aber häufig die einzige Möglichkeit bieten, Geräte anzubinden, die sich in schwer zugänglichen Gebieten befinden, etwa auf dem Meer oder in abgelegenen Gebieten, wo Bodenschätze wie Öl und Gas gewonnen werden.  

Einige Satelliten-Provider – etablierte genauso wie Start-ups – erkunden neue Möglichkeiten, IoT-Geräte zu vernetzen. Viele basieren auf proprietären Techniken, einige wollen sich aber auch die existierenden Funktechniken in ihren Netzwerken zunutze machen. Dazu zählen unter anderem LoRaWAN, NB-IoT, LTE-M und 5G NR Low Power. In diesem Bereich sind mehr Firmen aktiv und die Kosten liegen niedriger als bei proprietären Systemen, wie sie bisher in der Satellitenkommunikation üblich sind.

Einige Provider setzen auf terrestrische Techniken lediglich für ihre Local Area Netzworks und lokale Gateways, die die Verbindung zu den Satelliten herstellen. Andere Provider wollen proprietäre Satellitenverbindungen gänzlich durch terrestrische Funkstandards ersetzen.

Der Markt sieht also sehr vielversprechend aus. Dennoch habe die IoT-Vernetzung über Satelliten laut Omdia kurzfristig  einige Hürden zu nehmen. Erstens hätten die großen etablierten Betreiber die terrestrischen Funktechniken noch nicht für ihre Verbindungen vom Boden zu den Satelliten genutzt. Zweitens verfolgten die Start-ups unterschiedliche Ansätze. Einige vertrauen auf den traditionellen Weg, proprietäre Funktechniken für die Verbindung von den Bodenstationen zu den Satelliten zu nutzen. Andere verwenden terrestrische Funkprotokolle, aber manchmal aber in Verbindung mit terrestrischen Gateways. Drittens sei es schwierig, Endgeräte über terrestrische Funktechniken mit Satelliten zu verbinden. Dazu seien noch zusätzliche R&D-Investitionen erforderlich.

Deshalb, so das Fazit von Omdia, werden terrestrische Funktechniken erst über die kommenden 10 bis 15 Jahren größere Auswirkungen auf die IoT-Industrie nehmen. In 15 bis 20 Jahren würden sich die Grenzen zwischen terrestrischen und Satelliten-IoT-Geräten verwischen. Dann werde fast jedes IoT-Gerät in der Lage sein, sich mit Satelliten-Netzwerken zu verbinden, wenn terrestrische Netze nicht zur Verfügung stehen.