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GNSS-Korrekturdaten

Sichere Lokalisierung ohne Internet

23. Oktober 2020, 07:54 Uhr   |  Heinz Arnold

Sichere Lokalisierung ohne Internet
© Sapcorda

Das System von Sapcorda gestattet die hochpräzise GNSS-Positionierung im cm-Bereich mit Konvergenzzeiten im Sekundenbereich und einer hohen Verfügbarkeit von mehr als 99,9 Prozent.

Ein deutsches Start-up-Unternehmen sorgt für hohe Zuverlässigkeit bei der Ortsbestimmung sicherheitskritischer Systeme, etwa autonom fahrender Fahrzeuge – auch wenn Internetdienste ausfallen sollten.

Denn auch wenn das Internet ausfällt – autonom fahrende Autos wissen Dank der SAPA-Dienste von Sapcorda Services genau, wo sie sich befinden. Am 1. Dezember startet der GNSS-Dienstleister das bisher stärkste und zuverlässigste L-Band-GNSS-Korrektursignal. Mit Hilfe dieser GNSS-Korrekturdaten können Geräte ihre Position genau bestimmen, auch wenn Internetdienste ausfallen sollten. Damit könnten beispielsweise autonom fahrende Autos auch ohne Internetanschluss weiter zuverlässig betrieben werden. Jetzt hat Sapcorda Tests für die Übermittlung der GNSS-Korrekturdaten über geostationäre Satelliten in Europa und Nordamerika aufgenommen.

Das L-Band-System von Sapcorda gestattet es, die  hochpräzisen PPP-RTK Korrekturdaten von zwei geostationären Satelliten zu empfangen. Damit lassen sich hochverfügbare Positionierungslösungen realisieren, die durch redundante Echtzeit-Daten über mobiles Internet oder über geostationären Satelliten-Empfang jederzeit mit GNSS-Korrekturen beliefert werden. Eine solche Zuverlässigkeit ist insbesondere für sicherheitskritische Anwendungen wie beispielsweise das automatisierte Fahren von besonderer Bedeutung.

»Für den Einsatz in sicherheitskritischen Massenmarktanwendungen werden GNSS-Dienste benötigt, die Korrekturdaten mit sicherheitsrelevanten Informationen liefern«, sagt Botho zu Eulenburg, CEO von Sapcorda. »Wir haben unsere SAPA-Dienste um die L-Band-Signalübertragung erweitert, um einen hochperformanten Korrekturdatenstrom mit homogener Leistung, Ende-zu-Ende-Datensicherheit und mit kontinentaler Abdeckung in Nordamerika und Europa zu ermöglichen. Damit verbessern wir die Genauigkeit, reduzieren die Konvergenzzeit und ermöglichen den Einsatz von kostengünstigeren GNSS-Empfängern und Antennen.«

Das L-Band-Signal von Sapcorda wird im offenen SPARTN-Format übertragen, das speziell für die robuste und sichere Übertragung von GNSS-Korrekturen entwickelt wurde. Das ist für alle sicherheitskritischen Systeme wichtig, die eine hohe Positionierungsgenauigkeit benötigen. Dazu zählen Autos (V2X, AD und ADAS), maritime Near-Shore-Anwendungen, Zug-Lokalisierungen, die automatische Spurführung in der Landwirtschaft, automatisierte Rasenmäher und auch Lieferdrohnen.

Die SAPA-Basic und SAPA-Premium-Dienste stellt Sapcorda ab dem 1. Dezember 2020 über das L-Band Satellitensignal in Europa und Nordamerika kommerziell zur Verfügung. Das sind die wichtigsten Kennzeichen dieser Datendienste:

  • Eine hochpräzise GNSS-Positionierung im cm-Bereich mit Konvergenzzeiten im  Sekundenbereich und einer hohen Verfügbarkeit von mehr als 99,9 Prozent.
  • Redundante Kommunikationswege durch kontinuierliches Satellitensignal und mobile Internetkommunikation.
  • Der Empfang des L-Band-Signals ist mit jedem heute auf dem Markt erhältlichen L-Band-Demodulator möglich und vereinfacht das Hardware-Design.
  • Eine einheitliche Lösung für GNSS-Korrekturdaten in Europa und Nordamerika.
  • Die Übertragung im offenen, für IP-basierte und Satellitenübertragung entwickelten SPARTN-Format bietet Investitionssicherheit.

Sapcorda wurde 2017 als Joint Venture zwischen Bosch, Geo++, Mitsubishi Electric und u-blox gegründet und ist derzeit mit Niederlassungen in Berlin und Hannover und in Scottsdale, Arizona (USA) vertreten.

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