Nur noch wenige Distributoren TI dünnt Channel weiter aus

Ende 2020 will Texas Instruments die Zusammenarbeit mit Avnet ganz beenden. Von der Konsolidierung des Channels betroffen sind auch die asiatischen Distributoren WPG und WT Micro.

Für die Kunden in EMEA heißt das: An großen Volumendistributoren verbleibt ab 2021 nur Arrow im Distributionsnetz. Schnelle Bedarfe in kleineren Stückzahlen können die Kunden weiterhin z.B. über Digi-Key und Mouser abdecken. »Wir respektieren die Entscheidung von TI«, sagt ein Avnet-Sprecher. Man werde in der Übergangsphase weiterhin zusammenarbeiten, versichert Avnet weiter.

Die Konsolidierung seines Distributionsnetzes hat sich bei TI seit Längerem abgezeichnet: Sukzessive wurden weltweit Distributorenverträge gekündigt und verbleibende Channel-Partner als Fulfillment-Provider einsortiert und nicht mehr als Design-in-Partner. Auswirkungen auf die Margen der Distributoren waren die Folge. Wer als Distributor Fulfillment-Partner ist, fungiert als verlängerte Werkbank in der Logistik, verwaltet Lagerbestand und liefert die Ware aus, ist aber nicht als „Demand-Creation-Motor“ am Markt aktiv. Diese Rolle will TI weitgehend selbst übernehmen. TI fokussiert demnach das Direktgeschäft mit seinen Kunden und benötigt daher weniger Channel-Partner.

Mit der Konsolidierung seiner Distributionskanäle steht TI nicht alleine. Viele Bauteile-Hersteller haben in den letzten zwei, drei Jahren ihr Distributionsnetz vor allem für das Volumengeschäft ausgedünnt oder gehen ganz auf singuläre Distributionspartner. Nicht nur die Distributoren, auch die Kundenseite freut sich darüber nicht, wie Markt&Technik in diversen Gesprächen und Round Tables herausfand. Wer auf singuläre Einkaufsstrukturen angewiesen ist, fürchtet insbesondere bei Verfügbarkeit und Preis Nachteile.