MIPI Alliance Standard für SerDes-PHY für große Reichweiten fertig

Auto

Die MIPI Alliance hat die Entwicklung von MIPI A-PHY v1.0 abgeschlossen. Dabei handelt es sich um einen SerDes-PHY für Automotive-Anwendungen mit großer Reichweite. Die Spezifikation wird derzeit von den Mitgliedern geprüft, wobei die offizielle Annahme innerhalb der nächsten 90 Tage erwartet wird.

Der A-PHY spezifiziert die physikalische Schicht für die Datenübertragung und soll als erster Standard seiner Art der Automobilindustrie helfen, den Einsatz von ADAS, ADS und anderen Anwendungen zur Umfelderfassung, einschließlich Kameras und Infotainment-Displays (IVI), voranzutreiben. Der MIPI A-PHY dient als Grundlage für ein End-to-End-System, das die Integration von Kameras, Sensoren und Bildschirmen vereinfacht und gleichzeitig die funktionale Sicherheit berücksichtigt. MIPI-Protokolle auf höheren Schichten wie MIPI CSI-2 (Camera Serial Interface) und MIPI DSI-2 (Display Serial Interface) werden bereits in vielen Fahrzeugen genutzt, um Sensoren und Displays mit Domain-Steuergeräten und anderen Bordcomputern zu verbinden. Die Datenübertragung läuft derzeit über MIPI C-PHY oder D-PHY für kürzere Reichweiten sowie »Brücken«, die die Verbindung mit proprietären PHYs für große Reichweiten ermöglichen. Mithilfe neuer Adaptation-Layer können diese Protokoll in Zukunft direkt auf den neuen PHYs laufen, wodurch proprietäre Brücken überflüssig werden. Joel Huloux, Vorsitzender der MIPI Alliance, erklärt: »Mit dem Angebot einer drahtgebundenen Konnektivitätslösung für große Reichweiten für den Automobilbereich baut MIPI auf seiner Erfolgsgeschichte in der Mobilfunkindustrie auf, einschließlich seiner Kamera- und Display-Schnittstellenspezifikationen, die bereits heute in Autos weit verbreitet sind.«

A-PHY ist eine asymmetrische Datenverbindung in einer Punkt-zu-Punkt-Topologie und ermöglicht eine sehr schnelle, unidirektionale Datenübertragung bei der bidirektionale Steuerdaten eingebettet sind und die auch optional eine Stromversorgung vorsieht - alles über ein einziges Kabel.

Die Version 1.0 bietet folgende Vorteile:

  • Eine einfachere Systemintegration und niedrigere Kosten: eine native Unterstützung für Geräte, die MIPI CSI-2 und DSI-2 verwenden, wodurch die Notwendigkeit von Brücken-ICs entfällt.
  • Große Reichweite: bis zu 15 Meter.
  • Schnelle Datenübertragung: 5 Varianten (2, 4, 8, 12 und 16 Gbit/s), mit einer Roadmap hin zu 48 Gbit/s und darüber hinaus.
  • Hohe Zuverlässigkeit: extrem geringe Paketfehlerrate (1x10exp(-18)) über die gesamte Lebensdauer eines Fahrzeugs
  • Hohe Belastbarkeit: sehr hohe EMV-Immunität

Mit dem MIPI A-PHY können Entwickler ihre Systeme hinsichtlich Leistung, Kosten und Komplexität optimieren, je nachdem was im jeweiligen Anwendungsfall im Vordergrund steht. Der PHY ist skalierbar flexibel und kann somit ein breites Spektrum an Geschwindigkeits- und Design-Anforderungen erfüllen.

Die MIPI Alliance will auch mit anderen Organisationen zusammen, um Protokolle nativ zu unterstützen. Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit mit VESA, im Rahmen dessen für A-PHY ein Adaption-Layer für die DisplayPort- und Embedded DisplayPort-Standards entwickelt wird.

Um die Interoperabilität von Geräten, die A-PHY verwenden, zu gewährleisten, wird bereits eine Conformance Test Suite (CTS) zum Testen von Entwickler-Implementierungen der Spezifikation entwickelt, weitere Testressourcen und -programme werden derzeit evaluiert.