Nissan sträubt sich Renault will Merger mit Nissan

Renault möchte bei der Besetzung des Managements von Nissan ein Wort mitreden - Nissan möchte dies nicht.
Renault möchte bei der Besetzung des Managements von Nissan ein Wort mitreden - Nissan möchte dies nicht.

Beide Unternehmen sollen unter dem Dach der Holding-Firma zusammengeführt werden, und jeweils 50 Prozent der Anteile an ihr halten, so der Plan von Renault-Chef Senard.

Der CEO von Nissan soll allerdings einen Vorstoß Jean-Dominique Senards in Richtung Übernahme vor wenigen Wochen abgelehnt haben. Ob er dem jetzt bekannt gewordenen Plan etwas abgewinnen kann, muss sich zeigen.

Bisher wurde das Vorhaben nicht offiziell angekündigt. Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind, haben aber Informationen an die Medien weiter gegeben. Danach soll der Sitz des Unternehmens weder in Frankreich noch in Japan und wahrscheinlich außerhalb Europas liegen. Beide Firmen sollten die gleiche Anzahl an Mitgliedern in den Holding-Aufsichtsrat entsenden. An der Holding-Firma wiederum wäre der französische Staat zu 7 Prozentbeteiligt (bisher hielt er 15 Prozent an Renault). Nissan wiederum erhielte einen Anteil von 34 an Mitsubishi.

Offiziell erklärte Clotilde Delbos, CFO von Renault, auf einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag lediglich: »Wir haben in der Vergangenheit gesagt und wir wiederhole heute, dass wir und die Allianz irreversibel wünschen. Diese Strategie verfolgen wir zusammen mit Nissan.«

Bisher hatten die ungleiche Beteiligungen – Renault hält 43 Prozent an Nisan, Nissan umgekehrt nur 15 Prozent an Renault und das ohne Stimmrecht – für Ärger zwischen den Partnern gesorgt. Nissan hatte seit Anfang letzte Jahres Untersuchungen gegen seinen früheren Chef Carlos Ghosn eingeleitet, die darin gipfelten, dass Ghosn im vergangenen Jahr in Tokio festgenommen und angeklagt wurde.  Er kam aus der Untersuchungshaft erst kürzlich gegen Kaution frei, dann tauchten neue Klagepunkte auf und er wurde wieder in U-Haft genommen, aus der er kürzlich wiederum gegen Kaution entlassen wurde.

Ghosn beteuert seine Unschuld und sieht sich als Opfer eines Komplotts gegen ihn. Weil Nissan befürchtet habe, von Renault übernommen zu werden, habe Nissan den Plan geschmiedet, ihn wegen angeblicher Untreue anzuklagen. Nachdem Carlos Ghosn auch als Chef von Renault nicht mehr zu halten war, hatte vor drei Monaten Jean-Dominique Senard übernommen, der nun das Verhältnis zwischen den Partnern auf eine neue Grundlage stellen will.    

Derzeit fühlt sich Nissan in einer starken Position innerhalb der Allianz Renault Nissan Mitsubishi. Das Unternehmen verdient deutlich besser als Renault und wird mit 34 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung sehr viel höher bewertet als Renault. Zudem musste Renault bekannt geben, dass  der operative Gewinn zum Ende des Geschäftsjahres (31. März) voraussichtlich um 45 Prozent fallen werde. Allerdings rechnet auch Nissan mit einem Absturz des operativen Gewinns um 45 Prozent, wie das Unternehmen kürzlich bekannt gab.