Sichere und effiziente Konnektivität

EU gibt Startschuss für neues EU-Satellitensystem

21. November 2022, 8:50 Uhr | Iris Stroh
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Das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedstaaten haben sich politisch auf die Einrichtung einer neuen Weltrauminfrastruktur geeinigt: »IRIS²«

Das EU-Satellitensystem »IRIS²« (Infrastructure for Resilience, Interconnectivity and Security by Satellite - Infrastruktur für Resilienz, Interkonnektivität und Sicherheit durch Satelliten) soll in Zukunft für mehr Internetsicherheit sorgen. Für seinen Aufbau werden 2,4 Mrd. Euro aus dem EU-Programm für sichere Konnektivität (2023-2027) bereitgestellt.

Die EU-Kommission begrüßte die politische Einigung. Exekutiv-Vizepräsidentin Margrethe Vestager sagte:»Eine sichere und effiziente Konnektivität wird eine Schlüsselrolle beim digitalen Wandel in Europa spielen und uns wettbewerbsfähiger machen. Mit diesem Programm wird die EU – wie bereits mit Galileo im Bereich Satellitennavigation und Copernicus in Bezug auf Erdbeobachtung – eine Vorreiterrolle bei der sicheren Satellitenkommunikation einnehmen.«

Nach dem Abschluss der Verhandlungen ist jetzt der Weg frei für die Verabschiedung des endgültigen Wortlauts des Rechtstexts durch das Europäische Parlament und den Rat der Europäischen Union.

Unsere Wirtschaft und unsere Sicherheit hängen zunehmend von einer sicheren und resilienten Konnektivität ab. Für Europa ist die Entwicklung einer souveränen, autonomen und gesicherten Konnektivitätsinfrastruktur von entscheidender Bedeutung. Durch die digitale Hyperkonnektivität und den technologischen Wandel kommt es zu einem nie dagewesenen Anstieg der Nachfrage nach von Spitzentechnologien abhängigen Diensten. Sowohl der staatliche Bedarf als auch die Lösungen im Bereich der Satellitenkommunikation ändern sich rasch. Dank der satellitengestützten Konnektivität über die erdnahe Umlaufbahn wird Europa den Streitkräften auch eine extrem sichere Konnektivität bieten können.

Das weltraumgestützte sichere Kommunikationssystem der EU soll den gestiegenen und im Wandel begriffenen Bedarf decken. Zudem sollen dadurch Abhängigkeiten von Drittländern vermieden und die Resilienz unserer Wertschöpfungsketten gestärkt werden. Dazu gehören die neuesten Quantenkommunikationstechnologien für eine sichere Verschlüsselung durch eine Integration der europäischen Quantenkommunikationsinfrastruktur. Das System wird auf der Entwicklung innovativer und disruptiver Technologien und der Mobilisierung des New-Space-Ökosystems beruhen.

Nächste Schritte

Die jetzt zwischen dem Europäischen Parlament, dem Rat und der Kommission erzielte politische Einigung muss nun noch vom Europäischen Parlament und vom Rat förmlich verabschiedet werden.

Die Kommission wird in Kürze im Einklang mit der Verordnung über das Programm mehrere Durchführungsrechtsakte vorlegen. Parallel dazu arbeitet die Kommission die Ausschreibungsunterlagen aus, damit das sichere Konnektivitätssystem rasch eingerichtet werden kann.

Hintergrund

Der am 15. Februar 2022 vorgelegte Vorschlag für ein Programm der Union für sichere Konnektivität für den Zeitraum 2023-2027 ist nach Galileo und Copernicus das dritte Vorzeigeprogramm der EU im Bereich Weltraum.

Ziele des Programms:

  • Einrichtung eines souveränen weltraumgestützten sicheren Konnektivitätssystems für die Bereitstellung sicherer, autonomer, zuverlässiger und kosteneffizienter staatlicher Satellitenkommunikationsdienste für staatliche Nutzer zur Unterstützung des Schutzes kritischer Infrastrukturen, der Überwachung, des auswärtigen Handelns, des Krisenmanagements und von Anwendungen, die für Wirtschaft, Umwelt, Sicherheit und Verteidigung von entscheidender Bedeutung sind, und
  • Schaffung der Voraussetzungen für die Bereitstellung kommerzieller Dienste durch den Privatsektor, um unter anderem die Weiterentwicklung des weltweiten Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetzes und der nahtlosen Konnektivität auch durch das Schließen von Lücken in der Kommunikationsabdeckung und die Stärkung des Zusammenhalts zwischen den Hoheitsgebieten der Mitgliedstaaten zu erleichtern und so zur Verwirklichung der Ziele der Digitalen Dekade in Europa beizutragen.

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