Arbeitsmarktstudie

KI verändert Bewerbung, Wechselbereitschaft steigt

21. Mai 2026, 14:39 Uhr | Corinne Schindlbeck
Michael Baier, Geschäftsführer Michael Page für Deutschland und Österreich
© Page Group

Nur die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland ist mit ihrem aktuellen Job zufrieden. Gleichzeitig sind 86 Prozent offen für einen Wechsel, 41 Prozent suchen aktiv nach einer neuen Stelle.

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KI etabliert sich im Bewerbungsprozess: 67 Prozent der Bewerbenden in Deutschland nutzen laut einer neuen Arbeitsmarktstudie „Talent Trends 2026“ von Michael Page bereits KI-Anwendungen bei der Jobsuche. Eingesetzt werden die Werkzeuge vor allem zur Optimierung von Bewerbungstexten (42 Prozent), zur Anpassung von Lebensläufen (33 Prozent), zur Darstellung eigener Fähigkeiten (32 Prozent) sowie zur Recherche zu Unternehmen und Stellen (32 Prozent).

Auch im Arbeitsalltag spielt KI eine größere Rolle: 63 Prozent der Beschäftigten setzen generative KI in ihrer aktuellen Rolle ein. 45 Prozent der Unternehmen geben jedoch an, generative KI bislang nicht im Recruiting zu nutzen. Ein Drittel erklärt, KI-gestützte Bewerbungen nicht erkennen zu können.

Zufriedenheit sinkt, Wechselbereitschaft bleibt hoch

50 Prozent der Beschäftigten bezeichnen sich als zufrieden mit ihrem aktuellen Job, 19 Prozent als sehr zufrieden. Dennoch rechnen 30 Prozent damit, weniger als zwölf Monate in ihrer aktuellen Position zu bleiben. 59 Prozent erwarten einen Wechsel innerhalb der kommenden drei Jahre.

Als wichtigste Gründe für einen Stellenwechsel nennen die Befragten neue Herausforderungen (40 Prozent), ein höheres Gehalt (33 Prozent) und die Möglichkeit, eigene Stärken besser einzubringen (32 Prozent). 34 Prozent nennen Unzufriedenheit mit Managemententscheidungen als Kündigungsgrund.

Bei den Karrierezielen steht Weiterbildung vor klassischen Aufstiegspfaden. 49 Prozent wollen neue Fähigkeiten erwerben, 44 Prozent streben Fortbildungen oder zusätzliche Qualifikationen an. Eine Beförderung nennen 18 Prozent als Ziel.

Für die Arbeitgeberattraktivität spielen neben Gehalt auch nicht-monetäre Faktoren eine Rolle. 47 Prozent nennen Wertschätzung und Anerkennung als wichtigen Aspekt der Unternehmenskultur, 41 Prozent den Führungsstil und 39 Prozent die Work-Life-Balance.

Für die Studie wurden weltweit mehr als 60.000 Fach- und Führungskräfte befragt wurden, darunter rund 3.000 in Deutschland.


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