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Personaldienstleister überholen Industrie

30. März 2015, 14:34 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Personaldienstleister überholen Industrie
© Adecco Stellenindex

Adecco Stellenindex in Deutschland: Stellenangebote im Bereich Elektronik/Elektrotechnik von Februar 2014 bis März 2015. Mit 36.800 Anzeigen boten die Vermittler von Arbeitskräften 41 Prozent aller Positionen im Elektronikbereich an. Nur auf Platz zwei steht die Industrie mit 19.000 offenen Stellen.

Die Adecco Personaldienstleistungen GmbH hat für karriere.elektroniknet.de einen Stellenindex für die Elektronik-Branche erstellt. Was sofort ins Auge sticht: Die meisten Stellen werden von Personal- und Ingenieurdienstleistern ausgeschrieben, nicht von der Industrie. Mögliche Gründe.

Die Aussichten für Elektrotechniker aller Couleur und Qualifikationsstufen bleiben gut: In den letzten 12 Monaten wurden laut Adecco Stellenindex über 81.500 offene Positionen im Bereich Elektronik und Elektrotechnik ausgeschrieben. Der Adecco Stellenindex wertet monatlich die Stellenangebote aus 155 Printmedien und 29 Online-Jobbörsen in Deutschland aus.

Damit ist das Angebot im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent gestiegen, wie die exklusive Analyse für karriere.elektroniknet.de zeigt.

Im Februar 2015 ist die Menge von Stellenanzeigen gegenüber Februar 2014 zwar um 4 Prozent gesunken, die Zahl der Inserenten ist hingegen um 3 Prozent auf 2.600 Unternehmen gestiegen.

»Trotz eines leichten Rückgangs der Nachfrage im Februar bleibt die Elektrotechnik ein Arbeitsumfeld mit guten Zukunftsaussichten«, erklärt Thomas Bäumer die Zahlen, Geschäftsführer und CEO der Adecco Personaldienstleistungen GmbH Deutschland.

Auffallend hoch ist hier jedoch auch der Anteil an Stellen, die über Personaldienstleister ausgeschrieben sind.

Mit 36.800 Anzeigen boten die Vermittler von Arbeitskräften 41 Prozent aller Positionen im Elektronikbereich an. Nur auf Platz zwei steht die Industrie mit 19.000 offenen Stellen, wobei besonders viele Angebote im Bereich Maschinenbau (30 Prozent) zu finden waren.

Auf dem dritten Platz folgen freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleister mit 9.500 Offerten, deren größter Teil auf die technischen Dienstleister wie z.B. Architektur- und Ingenieurbüros zurückzuführen ist.

Lünendonk
© Lünendonk

Die Frage war: Wohin wechseln Ihre Mitarbeiter beim Verlassen des Unternehmens? Lünendonk-Studie 2014.

Analyst Hartmut Lüerßen überraschen die Zahlen nicht. »Zu den Personaldienstleistern, die hier 41 Prozent der Stellenausschreibungen repräsentieren, zählen ja auch die Anbieter von Technologie-Beratung und Engineering Services wie EDAG, Bertrandt, Ferchau oder Alten, die im Vergleich zur Industrie insgesamt seit Jahren dynamischer wachsen«, erklärt der Lünendonk-Berater.

Deren Kunden seien in der großen Mehrzahl Industrieunternehmen, die diesen Rekrutierungskanal inzwischen auch strategisch nutzten. »Vor allem im technischen Umfeld ist das mittlerweile ein zusätzlicher Rekrutierungskanal«, erklärt Lüerßen.

Das führe zu einem sog. »Klebeeffekt«, wie der Berater mit Verweis auf eigene Marktstudien erklärt: »Fast zwei Drittel der Mitarbeiter führender Anbieter von Technologie-Beratung und Engineering Services wechselt zu einem Kundenunternehmen (meist Industrieunternehmen), wenn sie das Unternehmen verlassen.«

Laut Adecco Stellenindex suchten Unternehmen besonders häufig Elektroniker ohne spezifische Ausrichtung: mit mehr als einem Viertel (27 Prozent) der Stellenangebote der letzten 12 Monate. Über 15.700 Stellenangebote waren an Elektroinstallateure bzw. Elektriker gerichtet, in rund 15 Prozent aller Ausschreibungen im Elektronikbereich (10.700 Inserate) wurden explizit Techniker angesprochen.

Neben den klassischen Elektroberufen waren auch viele Fachkräfte mit dem Schwerpunkt IT gefragt. Jedes zehnte Inserat richtete sich an IT-Systemelektroniker, die kundenspezifische Lösungen durch Modifikationen von Hard- und Software erarbeiten. Mechatroniker hatten ebenfalls gute Chancen, eine passende Stelle unter mehr als 6.200 Anzeigen zu finden. Darüber hinaus wurden fast 3.000 Energieelektroniker, 2.700 Elektrokonstrukteure und 2.300 Elektromonteure gesucht.

 

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