Elektrotechnikbranche in Hochstimmung

ZVEI will mit Elektrifizierung und Energiewende wachsen

24. Januar 2018, 15:46 Uhr | Heinz Arnold

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

...doch es drohen Risiken

Wobei wir bei den externen Risiken für 2018 angelangt wären: Zu den Faktoren, die sich negativ auswirken könnten, zählt Gontermann die Konflikte in Nahost, die jederzeit zu einem Anstieg des Ölpreises führen könnten, sowie die Schulden, die sich seit der Finanzkrise in vielen Ländern angehäuft haben. Außerdem bestünde nach wie vor das Risiko, dass das Vertrauen auch in große Länder der EU wieder schwinden könnte und eine erneute Eurokrise die Folge wäre. Als Bedrohung nimmt Gontermann auch den wachsenden Protektionismus nicht nur in den USA wahr.

»Insgesamt hat die deutsche Elektroindustrie die Veränderungen durch die Digitalisierung inzwischen sehr gut aufgenommen, sie ist stark wie nie, die Beschäftigung ist auf einem nie dagewesenen Niveau angekommen«, resümiert Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung: »Unter den 868.000 Beschäftigten der Branche finden sich rund 50.000 Software-Entwickler, das zeigt, wo die Zukunft hingeht.« Hier sieht er auch die größte Hürde – noch vor den Problemen rund um die Cybersicherheit – die das Wachstum der Branche behindert: »Der Fachkräftemangel ist die große Herausforderung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.«

Die Firmen müssen die Qualifizierung selber in die Hand nehmen

Er sieht vor allem die Wirtschaft und die Unternehmen selber in der Pflicht, um möglichst schnell Abhilfe zu schaffen. »Die Firmen müssen ihre Belegschaften weiter qualifizieren, denn alles geht sehr schnell.« Doch auch in der staatlichen Ausbildung müsse es voran gehen, damit der Industrie auch in zehn Jahren die jungen Leute zur Verfügung stünden, die über die erforderlichen Fähigkeiten verfügen: »Da hoffe ich auch auf die Koalitionsverhandlungen«, so Mittelbach. Denn die erforderlichen Rahmenbedingungen für die Unternehmen müsse die Politik schaffen.

Steuerliche Forschungsförderung und Breitbandnetz

Als ein besonders wichtiges Instrument sieht er die steuerliche  Forschungsförderung an, »auch wenn davon noch nicht alle Politiker überzeugt sind.« 

Als mindestens ebenso wichtige Maßnahme betrachtet er den Ausbau des Breitbandnetzes: »Das Thema scheint jetzt angekommen zu sein, das konkrete Handeln bleibt aber noch mangelhaft.« Auch hier hofft er auf die Beschlüsse, die im Rahmen der Koalitionsverhandlungen getroffen werden, »denn in der Digitalisierung und im Internet gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzungen wie im Straßenverkehr.« Noch dazu, wo weitere dringende Themen vor der Tür stehen, etwa 5G, KI und die Blockchain. Diese Techniken gelte es einzubinden und effizient zu nutzen.


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