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CEO-Interview: Cypress wächst kräftig

Mit PSoCs und Spezialspeichern auf der Überholspur

16. März 2018, 10:42 Uhr   |  Das Interview führten Heinz Arnold und Iris Stroh.

Mit PSoCs und Spezialspeichern auf der Überholspur
© Cypress

Hassane El-Khoury, President und CEO von Cypress, zeigt den Sensor-Ring von Oura Health: »Wir haben mit der PSoC-6-Familie den Maßstab dafür gesetzt, was Ultra-Low-Power-Controller sind. Die neue ModusToolbox liefert die Entwicklungsumgebung, mit deren Hilfe die Systemhersteller davon profitieren können.«

Hassane El-Khoury erklärt im Interview mit Markt&Technik, wie sich Cypress zum Systamanbieter gewandelt hat und wie die weitere Strategie aussieht.

Markt&Technik: Vor einem Jahr hatten Sie im Interview mit Markt&Technik auf der embedded world erklärt, dass die PSoC-6-Familie entscheidend zur Transformation von Cypress von einem technologiegetriebenen Entwickler von Produkten zu einem Systemenanbieter beitragen werde. Hat sich das bewahrheitet?

Hassane El-Khoury: Auf jeden Fall, die Nachfrage entwickelt sich sehr gut und mit PSoC 6 haben wir den Maßstab dafür gesetzt, was Ultra-Low-Power-Controller sind. Genauso wie ich es im Interview vor einem Jahr gesagt habe, dürften wir mit diesen Bausteinen weiter an der Spitze liegen und unserer Konkurrenz gegenüber zwei Generationen voraus sein. Jetzt haben wir auf Basis der Security-Hardware, die wir in die PSoC-6-Familie eingebaut haben, eine Security-Software vorgestellt. Damit kommen wir dem Trend im IoT-Umfeld entgegen, vieles auf die Software-Ebene zu verlagern.

Die neue ModusToolbox verbindet die WICED-IoT-Connectivity-Libraries mit den analogen und digitalen PSoC-Bibliotheken innerhalb der Eclipse-IDE. Damit können die Entwickler ihre PSoC-Systeme auf die Konnektivitätsanforderungen, auf die Rechenleistungsanforderungen sowie die Anforderungen an die Sensoren und die Sicherheit der jeweiligen Zielanwendungen zuschneiden. Von dem, was wir auf Hardware-Ebene kombiniert haben, können die Entwickler jetzt auf Software-Ebene profitieren.

Die neusten Zahlen zeigen, dass der Kurs von Cypress offenbar erfolgreich ist. Der Umsatz ist 2017 auf 2,33 Mrd. Dollar gewachsen, der Gewinn sogar noch schneller…

…was an den erfolgreichen Linien liegt, gerade an den PSoCs. Die Top-Linien sind insgesamt um 20 Prozent gewachsen. Es ist uns gelungen, die Effizienz durch Restrukturierungen intern zu erhöhen, was wiederum die Marge im vierten Quartal auf ein Rekordniveau von 45,4 Prozent gehoben hat. Unser Wachstum ist nachhaltig angelegt, besonders auch weil unsere Sparten MCU und Konnektivität weiter zulegen. Wir haben uns aber auch um die Betriebsmittel gekümmert, sprich Dinge wie Lagerbestände. All das zusammen hat dazu geführt, dass unsere Gewinne deutlich stärker gewachsen sind.

Trotz Restrukturierungen keine Entlassungen?

Wir sprachen das letzte Mal bereits über die notwendige Restrukturierung, aber ich habe bereits damals betont, dass es nicht um eine Restrukturierung geht, um die Gewinne nach oben zu treiben. Das heißt: Es ging uns nicht darum, Kosten zu senken, sondern darum, unsere Aktivitäten vom Commodity-Bereich in Segmente umzusiedeln, wo wir uns durch differenzierte Produkte auszeichnen können. Dementsprechend haben wir beispielsweise unsere Investitionen im IoT-Bereich verdoppelt.

Was steht hinter dieser Strategie?

Es geht uns vor allem darum, mehr Wert für die Anwender zu schaffen. Das gehen wir auf den unterschiedlichen Ebenen an. Ultra-Low-Power etwa ist sehr wertvoll, besonders bei hoher Rechenleistung, denn in Wearables und anderen batteriebetriebenen Geräten zählt jede zusätzliche Stunde, während der die Batterie die Systeme am Leben halten kann. Doch genauso wichtig ist die Sicherheit – in solchen Systemen kann man gar nicht darauf verzichten. Wir versuchen, alle Funktionen zusammenzubringen, die in Systemen für die Industrie, im Automotive-Bereich und im Smart Home benötigt werden. In solchen Märkten – dazu zählen auch die Wearables – können wir stabil wachsen und Geld verdienen.

Können Sie ein Beispiel geben, wie das funktioniert?

Wir haben mit der Startup-Firma Oura Health zusammengearbeitet, die einen Fingerring entwickelt hat. Dieser Fingerring sieht von außen ganz gewöhnlich aus, er ist nicht größer als ein ganz normaler Ehering. Allerdings hat er es in sich: Das Herz bildet ein Dual-Core-PSoC 6 mit Cortex M4 und M0, der alle Funktionen übernimmt, angefangen bei der Datenerfassung über die Datenverarbeitung bis hin zur Connectivity und Security. Die vielen Sensoren im Ring nehmen Tag und Nacht die Vitaldaten des Trägers auf. Eine Kommunikationseinheit gibt die Daten weiter, sodass der Träger sie auf seinem Handy auslesen kann und schön visualisiert bekommt.

Das Beste daran ist: Der Ring kann nicht weniger als sieben Tage am Stück arbeiten, ohne dass die Batterie – die sich selbstverständlich ebenfalls im Ring befindet – geladen werden muss. Das Allerbeste: Sie vollständig drahtlos aufzuladen dauert nicht mehr als 15 bis 20 Minuten. Oura Health hat das auf der CES im Januar vorgeführt. Und das ist die Zukunft, das machen wir heute und das kann kein anderer Hersteller bieten. Mit PSoC 6 hat sich die Batterielautzeit mehr als verdoppelt. Wir haben viel Geld investiert, damit diese Innovationen möglich sind.

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1. Mit PSoCs und Spezialspeichern auf der Überholspur
2. Warum die FRAMs wchtig sind und auch SRAMs Freude machen
3. Drahtlose Kommunikation im IoT

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Cypress Semiconductor GmbH, Spansion International Inc.