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Binder: Sheet-to-Sheet- und 3D-Druck

So werden Oberflächen kostengünstig funktional


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Kombination von Tampon-Druck und 3D-Druck

Dabei bleibt der gesamte Prozess – vom Einsatz der Pasten über den Aufbau der Druckplatten, die Charakterisierung der gedruckten Komponenten und der Analytik bis zur Ansteuerung – unter Kontrolle von Binder. Warsitz: »Damit können wir sehr effektiv Oberflächen kontaktieren, ansteuern und funktionalisieren.«

Die im Tampon-Druckverfahren hergestellten Komponenten eignen sich aber auch für eine Vielzahl weiterer Einsatzgebiete und Märkte. Warsitz erwähnt Implantate für die Medizintechnik: Die strengen Vorschriften und Regulierungen würden von vorne herein ausschließen, dass dafür Komponenten zum Einsatz kommen könnten, die auf Rolle-zu-Rolle-Verfahren gefertigt wurden.

Und der Prozess lässt sich weiter verbessern. So arbeitet das Team um Elisabeth Warsitz gerade daran, das Laserverfahren auch nach dem Druck der Komponenten einzusetzen, um sie auf ihre jeweiligen Aufgaben an ihrem Einsatzort endgültig anzupassen.

Doch warum hat sich Binder nicht für ein Rolle-zu-Rolle-Verfahren entschieden? »Auf den Rolle-zu-Rolle-Sektor wollten wir uns von Anfang an nicht begeben«, antwortet Elisabeth Warsitz. Denn vor allem lohne sich das Rolle-zu-Rolle-Verfahren nur, wenn es um relativ hohe Stückzahlen geht. Zudem habe die Technik durchaus noch ihre Tücken, das Schlingerverhalten der Folien etwa muss genau eingestellt werden, was das Verfahren aufwändig macht und sich eben nur lohnt, wenn hohe Stückzahlen dahinter stehen.

»Mit dem Tampon-Druck, also einem Sheet-to-Sheet-Verfahren, umgehen wir all diese Probleme. Deshalb haben wir hier ein hohes Potenzial gesehen, auch in kleineren Stückzahlen auf ihre Einsatzzwecke zugeschnittene Komponenten sehr flexibel und kostengünstig fertigen und damit die Anforderungen etwa aus dem Maschinenbau erfüllen zu können«, sagt Elisabeth Warsitz. Denn das neue Verfahren ist nicht nur flexibler, es spart auch Prozessschritte ein, was die Kosten deutlich senkt.

Dagegen hält sie ein zweites Verfahren für eine sehr gute Ergänzung zum Tampon-Druck: additive Druckverfahren bzw. 3D-Druck. In dieses Gebiet ist Binder IZT im Jahr 2016 eingestiegen. Eine 3D-Druck-Maschine wurde angeschafft, die Ingenieure haben auf dieser Basis ein eigenes Druckverfahren entwickelt. Erstens, um den 3D-Druck für die Fertigung von Prototypen, beispielsweise Steckverbindern, zu nutzen.
Zweitens aber sollen jetzt 3D-Druck und Tampon-Druck kombiniert werden. Denn die im 3D-Druck hergestellten Komponenten lassen sich direkt bedrucken – vorausgesetzt, die Oberfläche ist glatt genug. Derzeit entwickelt Binder ITZ ein spezielles Glättungsverfahren, um die Voraussetzung zu schaffen.

»Mit diesen zwei Verfahren können sind wir gut gerüstet, denn wir schaffen damit in Kombination mit unserer Kontaktierungstechnik die Voraussetzung dafür, funktionale Oberflächen realisieren zu können, wie sie heute in vielen Märkten gefordert werden«, so Elisabeth Warsitz. Zudem könnten die Kunden alles aus einer Hand beziehen, vom Schaltungsentwurf und Layout über den Prototypentest bis hin zur Serienproduktion.

Damit die Produktion nun so richtig losgehen kann, wird das Unternehmen die Fertigungskapazitäten weiter ausbauen. Sowohl am Standort von Binder IZT in Bad Rappenau, wo die Entwicklung von Prototypen und der Tampon-Druck erfolgt, als auch in den Tochterunternehmen von Binder, wo die Serienproduktion stattfindet.


  1. So werden Oberflächen kostengünstig funktional
  2. Kombination von Tampon-Druck und 3D-Druck

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