Trotz schwierigem Corona-Jahr bei Binder

»Wir haben keinen Kunden verloren«

4. März 2021, 11:18 Uhr | Karin Zühlke
Rückert_Christian
Christian Rückert, Binder Elektronik: »Im Bereich der Infrastruktur und Anlagen gibt es Anbieter, die zwar kleine Stückzahlen, aber allerhöchste Qualität und Flexibilität benötigen. So sind z.B. Baugruppen von uns für die Corona-Impf-Hotline im Einsatz.«
© Binder Elektronik

Binder Elektronik blickt auf ein schwieriges Jahr 2020 zurück. Für 2021 hingegen ist Christian Rückert, Firmenchef des EMS-Dienstleisters, durchaus optimistisch.

Trotz starker Märkte wie der Telekommunikation blieb bei Binder am Ende ein Umsatzrückgang für 2020 stehen. Rückerts Fazit ist dennoch versöhnlich: »Wir haben keinen Kunden verloren, sondern im Gegenteil viele Beziehungen weiter ausbauen können«, so der Geschäftsführer von Binder Elektronik. Die Kunden schätzten laut Rückert gerade in der Krise die Qualität und Verlässlichkeit von Binder Elektronik. In keiner Phase mussten Aufträge abgesagt oder verschoben werden, auch die Liefertreue blieb stabil.

Dies sei ein Verdienst der Corona- und Kurzarbeitsregelungen bei Binder. Dabei wurde ein ganz eigener, flexibler Weg eingeschlagen. Statt eines starren Schemas nutzte Binder Kurzarbeit nur dann, wenn wirklich keine Aufträge anstanden. Der Arbeitsausfall wurde dafür stundengenau erfasst. »Das macht zwar etwas mehr Verwaltungs- und Planungsaufwand, war im Sinne der Kundenzufriedenheit aber äußerst sinnvoll«, bestätigt Rückert. »Wir wollten immer für die Kunden da sein und trotzdem unsere Kosten im Blick behalten.«

Das gelang sogar so gut, dass trotz Umsatzrückgang ein positives Ergebnis zu verzeichnen ist, das über den Erwartungen liegt. Der Ausblick für 2021 ist daher durchweg optimistisch: »Wir nehmen einen guten Drive mit ins neue Jahr«. freut sich Rückert, »vor allem aus der Entwicklung, aber auch aus der Anfragesituation«. Aus allen Branchen würden die Anfragen wieder ansteigen. Besonders die Telekommunikation entwickelt sich stark und war 2020 die einzige Branche, deren Umsätze sogar stiegen. Rückert: »Hier kommen unsere Stärken voll zum Tragen. Im Bereich der Infrastruktur und Anlagen gibt es Anbieter, die zwar kleine Stückzahlen, aber allerhöchste Qualität und Flexibilität benötigen. So sind z.B. Baugruppen von uns für die Corona-Impf-Hotline im Einsatz.«

Die Entwicklung hat gleich mehrere große Projekte in der Pipeline von denen zwei Anfang 2021 in die Serienfertigung übergehen sollen. Die andauernde Nachfrage nach komplexen Neuentwicklungen wertet Binder Elektronik als positiven Hinweis auf die wirtschaftliche Situation. »Die Firmen glauben fest an einen Aufschwung nach der Corona-Krise und wollen sich gut in Stellung bringen«, vermutet Rückert.

Bereit für den Aufschwung

Binder Elektronik ist jedenfalls bereit für den Aufschwung. Trotz der schwierigen Situation im letzten Jahr hat das Unternehmen viele Prozesse optimiert. Produktivität und Kapazität konnte Binder dadurch steigern und die Produktionspreise trotz der Umstellung auf 100 % Strom aus regenerativen Quellen stabil halten.
Den Einkaufsprozess hat der EMS verbessert. Hier zahlt sich nach Auskunft von Rückert auch die Zusammenarbeit mit dem Startup Luminovo aus. Aus einer zufälligen Begegnung entstanden, arbeiten beide Unternehmen nun seit etwa einem Jahr an der intelligenten Einkaufssoftware LumiQuote. Bei der Entwicklung werden die Kompetenzen in Richtung KI ausgebaut. Dafür steht Binder Elektronik kurz vor dem Start eines neuen Verbundprojektes mit dem Fokus auf einen intelligent unterstützten PCB-Entwurf.

»Wir werden 2021 wieder durchstarten. Die Kurve zeigt jetzt schon spürbar nach oben. Wenn der Lockdown überstanden ist und die Impfabdeckung steigt, werden die Bedarfe steil ansteigen. Wir sind darauf vorbereitet«, resümiert Christian Rückert.

Anbieter zum Thema

zu Matchmaker+

Verwandte Artikel

Binder Elektronik GmbH